Vom Mitarbeiter zum Chef

Münster
In der Diskussionsrunde (von links): Judith Deitert, Stefanie Schäfer, Daniel Hagemeyer und Luca Radau im Austausch mit Moderatorin Andrea Hansen. Foto: Münsterland e.V.

Münster – Wird aus dem Inhaberkind oder dem ehemaligen Mitarbeiter plötzlich der Vorgesetzte, ist das nicht immer einfach – weder für die Beschäftigten noch für den neuen Chef selbst. Wie es trotzdem gelingt, als neue Führungskraft akzeptiert zu werden und in der neuen Position aufzugehen, darum ging es beim digitalen Thementalk „Eine Runde Nachfolge“. Mehr als 100 Interessierte verfolgten den Livestream aus der SuperBioMarkt-Zentrale am Hafen in Münster. Eines wurde dabei besonders deutlich: Ohne gute Kommunikation wird der Rollenwechsel schwierig.

Die Veranstaltung des Verbundprojekts Gründergeist #Youngstarts Münsterland war bereits die dritte Auflage der Talkreihe „Eine Runde Nachfolge“, dieses Mal mit dem Oberthema „Bottom up – In die Führungsrolle wachsen“. „Im Münsterland gibt es immer mehr Unternehmensnachfolgen und immer mehr Unternehmen stehen für eine Übergabe bereit. Uns hat dieses Mal besonders interessiert: Wie gelingt es, seine eigene Rolle in der neuen Position zu finden und dabei gleichzeitig von den Mitarbeitern geschätzt zu werden?“, erläuterte Frank Sibbing, Projektleiter von Gründergeist #Youngstarts Münsterland beim Münsterland e.V. „Dabei gibt es große Unterschiede, zum Beispiel mit Blick auf die Tatsache, ob die Nachfolge familienintern, unternehmensintern oder von extern kommt.“

Talkrunden-Teilnehmer und Gastgeber des Abends, Luca Radau, steckt gerade mitten im Übernahmeprozess. Er leitet die Unternehmensentwicklung der SuperBioMarkt AG und wird in den nächsten zwei Jahren in die Geschäftsführung eintreten. In der SuperBioMarkt AG verantwortet Radau seit Anfang 2021 das Thema Nachhaltigkeitsmanagement sowie diverse Expansionsprojekte. Davor sammelte er bereits Erfahrungen bei tegut in Fulda, der BioCompany in Berlin sowie Ernsting’s family. Radau erläuterte, wie froh er sei, vor dem direkten Einstieg viele externe Erfahrungen gesammelt zu haben. „Beim SuperBioMarkt konnte ich direkt als Abteilungsleiter einsteigen. Dadurch hoffe ich, dass der Weg in die Geschäftsführung weniger Hürden aufweist“, erklärte Radau. „Durch das Aufwachsen in einer Unternehmerfamilie konnte ich früh die Vor- und Nachteile eines selbstständigen Unternehmertums kennenlernen. Das hat mir geholfen, mich auf die nächsten Entwicklungsschritte einzustellen.“

Eine andere Perspektive in die Runde ein brachte Business Coach Stefanie Schäfer. Sie hat mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in mittelständischen Familienbetrieben in unterschiedlichen Funktionen gesammelt und sich schließlich mit „Reflect-Coaching“ selbstständig gemacht. Ihr Rat: „Im Rahmen einer ‚runden‘ Nachfolge sollte eine jede Führungskraft den eigenen authentischen Weg finden. Dazu ist es erforderlich, mit allen Beteiligten ein gemeinsames Commitment für den jeweiligen Nachfolgeprozess zu entwickeln und sich der eigenen Rolle in diesem Prozess klar zu werden. Nur so können Ressourcen und Stärken aufgedeckt, aber auch Konflikte geregelt werden, die persönliches Wachstum, aber auch erweiterte Handlungs- und Wahrnehmungsspielräume ermöglichen.“

Ebenfalls mitdiskutiert haben an dem Abend Daniel Hagemeyer, Inhaber der Tischlerei Hagemeyer in Sassenberg sowie, Judith Deitert, Geschäftsführerin der Pfreundt GmbH in Südlohn. Während Hagemeyer die Nachfolge im Betrieb seines ehemaligen Chefs antrat, erfolgte bei Deitert die Nachfolge familienintern.

Der nächste Thementalk ist bereits in Planung. Darüber hinaus bietet das Verbundprojekt weitere Veranstaltungen zum Thema Unternehmensnachfolge an, etwa drei Online-Seminare und Workshops im November.

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