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Münsterland: Industrie und Handwerk zeigt sich auf Hannover Messe

Hannover/Münster – Mehrere Industrie- und Handwerksbetriebe aus den Bereichen der IHK Nord Westfalen und Handwerkskammer Münster stellen sich aktuell auf der Hannover Messe vor. Für einige ist die Teilnahme eine Premiere und Test, ob eine Präsenz auf der Messe Vorteile bringt. Die Handwerkskammer beteiligt sich zudem an einem Gemeinschaftsstand.

Am Gemeinschaftsstand „Handwerk & Hightech“ auf der Hannover Messe (von links): Peter Kösters, Rodja Trappe (Zauberzeug), Martin Schiller (Darpe Energie), Hans Hund und Thomas Melchert (HWK), Gerd Spreckelmeyer Anna Arnskötter und Marko Arning. Foto: Henning Scheffen

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19 Unternehmen aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen und weitere sechs aus dem Kammerbezirk Münster präsentieren sich vom 22. bis 26. April auf der Hannover Messe – von A wie Arning (Edelstahl & Sondermaschinenbau, Ibbenbüren) bis Z wie Zauberzeug (Havixbeck). Zur weltgrößten Industriemesse werden 130.000 Besucher erwartet. 

Zu den Ausstellern gehören Arnskötter Präzisionstechnik aus Greven (mit Komponenten für Wasserstoffanwendungen), Darpe Energie aus Warendorf (grüne Energielösungen), Kösters Maschinenbau aus Heek (Roboterzellen zur Automatisierung von Werkzeugmaschinen), Spreckelmeyer aus Lengerich (Automationslösungen), Zauberzeug aus Havixbeck (autonomer, mobiler und KI-gestützter Roboter „Feldfreund“) und Arning Edelstahl & Sondermaschinenbau aus Ibbenbüren (Edelstahlsonderlösungen). 

Zum ersten Mal dabei ist die ProPuls GmbH, ein mittelständisches Unternehmen mit 20 Beschäftigten aus Gelsenkirchen. Zusammen mit dem Partner, der Westfälischen Hochschule (Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen), präsentiert ProPuls einen Einblick in die Technik der Hochdruckwasserelektrolyse.

Ebenfalls erstmalig ist die Dülmener STF Gruppe in Hannover präsent. Unter dem Motto „Track Different“ zeigt das familiengeführte Ingenieurunternehmen im Mobilfunkbereich ein aktuelles Projekt zur Lokalisierung und Visualisierung von bewegten Objekten im Innen- und Außenbereich anhand von 5G-Campusnetzen.

Ein weiterer Messe-Neuling aus Nord-Westfalen ist die Kösters Maschinenbau GmbH aus Heek. Für den kleinen mittelständischen Familienbetrieb ist es der erste Messeauftritt überhaupt. „Wir wollen testen, was uns so eine Messe bringt“, sagt Geschäftsführer Peter Kösters. Als klassischer Zulieferer sieht er mit seinen innovativen Produkten gute Zukunftschancen, „wenn die großen Industrieunternehmen nicht alle ins Ausland abwandern“, wie Kösters sagt. 

Den Gemeinschaftsstand besuchte auch Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Münster. Er sprach sich dabei für bessere Wettbewerbsbedingungen für das Zulieferhandwerk aus. „Die meisten Betriebe, die gewerbliche Produkte erzeugen, müssen auch auf Auslandsmärkten bestehen. Konkurrenzfähige Strompreise, ein besseres Investitionsklima, niedrigere Unternehmenssteuern und Entbürokratisierung stärkten ihre Position“, betonte Hund.  

Eine aktuelle Befragung der HWK unter 45 Zulieferbetrieben im Kammerbezirk Münster zeige eine insgesamt positive Konjunktur: Ihre Kapazitäten sind ausgelastet wie vor der Coronakrise. Sorgen bereitet demnach aber „die seit einem Jahr anhaltende negative Auftragsentwicklung“, wie die Handwerkskammer mitteilte. Diese setze sich nach Prognose der Unternehmen über den Sommer fort. Auch die Investitionstätigkeit bleibe voraussichtlich rückläufig. Die Branche erwarte eine Verschlechterung der Geschäfte. In den vom Fachkräftemangel betroffenen Gewerken stagnierte die Beschäftigung im vergangenen Halbjahr. Für die kommenden Monate wird per Saldo mit Einstellungen gerechnet. 

Die HWK stellt auf der Hannover Messe auch das von ihr organisierte deutsch-niederländische Projekt „Two4C“ vor. Es fördert die Kreislaufwirtschaft in kleinen und mittleren Unternehmen der Branchen Bau, Metall- und Maschinenbau, Holz, Kunststoff und Elektro in der Euregio. Auf der Messe will die HWK außerdem anregen, dass sich Experten zur Circular Economy mit praxiserfahrenen Betrieben austauschen. Vertreten ist dabei auch das Unternehmen Energenta Ersatzbrennstoffe aus Ochtrup. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks eröffnete in diesem Rahmen eine Diskussion zu den Nutzungsmöglichkeiten von Grünem Wasserstoff. Mit dem Gemeinschaftsstand will die Handwerksorganisation kleinen und mittleren Unternehmen einen Zugang zu der internationalen Leitmesse in Hannover eröffnen. Die Aussteller sollen Kontakte zu potenziellen Kunden und Partnern bekommen. 

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