Dass der alte Hauptsitz der Volksbank im Münsterland in den vergangenen 40 Jahre etwas gealtert war, liegt auf der Hand. An der Neubrückenstraße in Münster will die Bank nun aber ein ganz neues Erlebnis schaffen. Nicht mehr nur Bank, sondern auch Raum für Begegnung. Ein Haus, das zwar die klassischen Aufgaben einer Bank für Kunden erfüllt, das sich aber perspektivisch auch noch verändern könne, wie Vorstand Dietmar Dertwinkel im Rahmen einer Baustellenbesichtigung erklärte.
Einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ investiert die Bank in den Umbau des alten Gebäudes direkt gegenüber des Stadttheaters. Wie teuer es exakt und auf den Euro werde, könne man derzeit nicht seriös sagen. Viel Geld ist es allemal, doch die Volksbank habe die Entscheidung ganz bewusst getroffen. „Wir haben keinen Flächenmangel bei der Volksbank“, so Frank zur Nieden, Leiter Organisation bei der Volksbank. „Wir haben allerdings nicht so viele solcher herausragenden Standorte mitten in der Stadt.“
Ein Abriss und Neubau wäre sicher günstiger zu haben gewesen, doch der Umbau sei nachhaltiger, ergänzt Dertwinkel. Dazu gehört, dass viele Materialien aus dem bisherigen Gebäude später auch im Neubau wieder genutzt werden.
Die Fläche wächst von aktuell rund 7.000 Quadratmetern auf 12.000 Quadratmeter. Die Volksbank schafft damit an der Neubrückenstraße Raum für Coworking-Spaces, eine Veranstaltungsfläche, modulare Büroflächen und will auch Start-ups unterbringen. Begegnung war das Stichwort, das alle Beteiligten am Mittwoch intensiv bemühten.
Und auch die insgesamt 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank sollen den Hauptsitz in Münster nutzen können, um dort Meetings zu veranstalten, sich tageweise einen Arbeitsplatz zu buchen oder einfach mit Kolleginnen und Kollegen zusammenzukommen.
Dazu beitragen soll auch ein architektonischer Kniff: Der Umbau ermöglicht es, einen Durchgang vom Theater bis zum Roggenmarkt zu schaffen und damit eine ganz neue Wegebeziehung ins Herz der Stadt herzustellen. Mit Gastronomie soll dieser Raum dann zusätzlich mit Leben gefüllt werden.
Bis das alles möglich wird, dauert es noch ein wenig: Erst 2028 kann die Bank den neuen Sitz nutzen.
Virtuelle Realität
Während die Baustelle naturgemäß von außerhalb kaum einsehbar ist, bietet die Volksbank nun einen neuen Service. Die Gerüste sind seit kurzem mit großflächigen Bannern versehen, die einen Vorgeschmack auf die künftige Optik geben.
Aber es finden sich dort auch QR-Codes. Die lassen sich mit dem Smartphone scannen und zeigen dann ohne weitere Installationen zusätzlicher Apps eine virtuelle Version des Gebäudes. Ein Augmented-Reality-Angebot, das die Volksbank mit der benachbarten Agentur Cynapsis Interactive entwickelte.
Zeitraffer-Video vom Banner an der Baustelle: