Sparkasse Westmünsterland steigert Kundengeschäft

Coesfeld
Über das Geschäftsjahr 2021 und den Trend zum nachhaltigen Wertpapiersparen informieren die Vorstandsmitglieder Norbert Hypki (links), Heinrich-Georg Krumme (Vorsitzender, Zweiter von links.), Jürgen Büngeler und die Nachhaltigkeitsbeauftragte Carina Wübbels.

Wie können die Menschen sinnvoll Geld anlegen bei niedrigen Zinsen und hoher Inflation? Wie sieht es mit Wohnraum im Westmünsterland aus? Auf diese und einige andere Fragen, mit denen sich die Menschen und die Sparkasse Westmünsterland im vergangenen Jahr beschäftigt haben, hat der Vorstand der Sparkasse beim Blick auf das Geschäftsjahr 2021 Bezug genommen.

„Unsere Kunden wissen unsere persönliche Beratung für wichtige Geld-Entscheidungen im Leben zu schätzen“, berichtet Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme. „Wir haben gut 3.000 private Girokonten mehr als im Vorjahr, das Kundengeschäftsvolumen war im vergangenen Jahr weiter lebhaft und ist gewachsen.“

Die Sparkasse verwahrt Kundengelder und finanziert Kundenkredite in einem Umfang von inzwischen 17 Milliarden Euro. „Das Westmünsterland profitiert von unserer Entwicklung, weil wir für die Gesellschaft und die Menschen in den Kreisen Borken und Coesfeld die ,Rendite für die Region‘ erneut steigern konnten,“ beschreibt Krumme den Nutzen der Sparkasse für das Gemeinwohl.

Auch wenn die Zinswelt aktuell wieder leicht in Bewegung kommt: Die EZB hält die Zinsen niedrig und sogar negativ, gleichzeitig liegen die Inflationsraten sehr deutlich oberhalb der Zinsen – damit verliert das Ersparte seinen Wert. „Diesen Effekt spüren die Sparerinnen und Sparer aber erst, wenn sie in Zukunft etwas kaufen wollen – zu dann deutlich gestiegenen Preisen“, erläutert Vorstandsmitglied Norbert Hypki. „Unsere Kundinnen und Kunden haben in der Pandemie weiter viel gespart“, ergänzt er. „Die Öffnungen im vergangenen Sommer ermöglichten wieder ein Stück mehr Begegnungen und Aktivitäten und damit mehr Konsum als im Vorjahr. Im Ergebnis wurde damit zwar weniger als im ersten Pandemiejahr gespart, im Vergleich zu Vorjahren aber immer noch sehr viel.“

Jeder dritte Euro in Wertpapiere investiert

Vor allem wurde anders gespart. Bei der Geldanlage und der Altersvorsorge setzen immer mehr Sparkassenkundinnen und -kunden auf Aktien- und Immobilienfonds. Jeder dritte neu angelegte Euro fand bei der Sparkasse 2021 seinen Weg in die Wertpapierdepots, vor zwei Jahren war es nur jeder zehnte Euro. Mehr als 400 Millionen Euro an Kursgewinnen erzielten die Wertpapiersparenden im vergangenen Jahr, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Und neben die Rendite trete für viele Sparerinnen und Sparer bei ihrer Entscheidung der nachhaltige Sinn der Geldanlage. „Um nachhaltige Geldanlagen geht es in immer mehr Beratungsgesprächen“, informiert die Nachhaltigkeitsbeauftragte Carina Wübbels über einen echten Kundenwunsch. „Wir fragen bei jeder Anlageberatung die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden zum Sinn der Geldanlage ab. Renditechancen und Nachhaltigkeit ergänzen sich dabei wunderbar.“   

Beliebt ist das Fondsparen mit regelmäßigen Einzahlungen. „Zu Recht“, betont Norbert Hypki. Über die Anlagedauer würden positive Renditen erzielt, wie Auswertungen des Deutschen Aktieninstituts zeigten. Hypki: „Investmentfonds sind gut für die Rendite und zudem gut für eine nachhaltige Entwicklung“. Über die Fonds können Kundinnen und Kunden in Unternehmen investieren, dabei bewusst auf bestimmte Bereiche setzen oder sie auch ausschließen. Auch die sechs Sparkassenstiftungen verfahren so.

Über 1 Milliarde Euro für den Wohnungsbau

Prägend für das Kreditgeschäft war in 2021 der Wohnungsbau. „Erstmals haben wir über eine Milliarde Euro an neuen Krediten für die Schaffung von Wohnraum bereitgestellt“, erläutert Vorstandsmitglied Jürgen Büngeler. Der Betrag verteilt sich auf rund 5.500 Finanzierungen für den Kauf, den Bau oder die Renovierung von Immobilien. Das sind fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. So konnten rund 2.800 Immobilien gebaut oder gekauft und rund 2.700 Modernisierungen umgesetzt werden. Diese haben bei Bestandsimmobilien einen deutlichen Effekt auf eine Reduzierung des Energieverbrauchs.

Der plötzliche Stopp der Förderprogramme für Neubauten und Modernisierungen sorgt jedoch seit Ende Januar unter Bauwilligen und Investoren für Unsicherheit. „Hier unterstützen wir jeden wie wir können“, betont Büngeler, „bei der Finanzierung selbst, vor allem aber auch bei der Beratung zu geänderten und neuen Förderbedingungen“. Denn: Wohnraum werde weiterhin dringend benötigt, die Nachfrage sei riesig. Die angekündigten neuen Förderprogramme müssten schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. „Zur Flächenknappheit, hohen Materialkosten und Vollauslastung des Bauhandwerks brauchen wir nicht noch einen Rückstau durch Unsicherheit in der Finanzierungsplanung“, so Jürgen Büngeler. Neben ihrer Rolle als Finanziererin ist die Sparkasse auch als Investorin und als Entwicklerin von Bauland tätig. Gemeinsam mit der Wohnbau Westmünsterland baut sie derzeit mehr als 400 Wohnungen, davon 50 Prozent öffentlich gefördert als „bezahlbarer Wohnraum“.

Insgesamt verteilen sich die neu zugesagten Kredite der Sparkasse Westmünsterland in Höhe von 1,6 Milliarden Euro etwa hälftig auf Privat- und Unternehmenskunden. Bei den Investitionskrediten waren die Unternehmen eher zurückhaltend, da die noch nicht überwundene Pandemie mit weiterer Unsicherheit verbunden ist, Lieferketten und die Verfügbarkeit von Materialien sind weiterhin in Teilen gestört. Hinzu kommt der Mangel an Fachkräften.

Ihren eigenen Bedarf an Fachkräften sichert die Sparkasse durch die Berufsausbildung von derzeit 135 jungen Menschen: „Unsere Auszubildenden des dritten Lehrjahres haben im Januar ihre Abschlussprüfung sehr erfolgreich bestanden. Wir freuen uns sehr, dass 41 von 45 Absolventinnen und Absolventen unser Übernahmeangebot angenommen haben“, sieht Heinrich-Georg Krumme auch die künftige Qualität der persönlichen Beratung gesichert.

„Für das Jahr 2022 erwarten wir eine Belebung des Außenhandels und eine Intensivierung der Investitionen im Bereich der alternativen und erneuerbaren Energien“, so Büngeler. Vor allem gehe es um den Ausbau der Windkraft sowie auch um Themen wie Solarfreiflächenanlagen, Biomethanproduktion und Wasserstoff. „Als Sparkasse der Region werden wir auch die Innovationen und Vorhaben der Unternehmen für Klimaschutz und Energiewende finanzieren“, kündigt Büngeler einen spürbaren Beitrag der Sparkasse an.

Digitale Services wachsen rasant

Die digitalen Sparkassen-Services wurden in 2021 noch häufiger genutzt als im ersten Pandemiejahr. „Das Verhalten unserer Kunden hat sich in der Corona-Zeit grundlegend geändert, sie erwarten digitale Lösungen vor allem für die einfachen Dinge des täglichen Bezahlens.
Sechs von zehn Einkäufen werden inzwischen ohne Bargeld bezahlt“, erklärt Hypki einen dynamischen Trend und ergänzt: „Die Nutzungszahlen der Sparkassen-App für das Online-Banking sind in 2021 noch einmal rasanter als im bereits starken Vorjahr gestiegen.“ In Kürze erfolgt ein Update mit neuem Design und neuen Funktionen. Die Sparkassen haben im vergangenen Jahr als erste Bankengruppe ihren Kundinnen und Kunden ermöglicht, die Girokarte über Apple Pay im Online-Shopping einzusetzen.

Sparkassen-Rendite für die Region

Rund 28 Millionen Euro fließen von der Sparkasse direkt für die Gesellschaft und die Menschen als Rendite in die Region zurück. Hiervon sind 21,5 Millionen Euro Steuerzahlungen, davon erhalten die 28 Kommunen im Westmünsterland direkt 10,7 Millionen Euro an Gewerbesteuern. 4,4 Millionen Euro haben die Trägerkommunen der Sparkasse als Ausschüttung aus dem Jahresüberschuss der Sparkasse erhalten, die gemeinwohlorientiert verwendet werden. Gemeinnützige Vereine und Projekte sind mit 1,9 Millionen Euro unterstützt worden - über Spenden, Sponsoring und Ausschüttungen der Sparkassenstiftungen. Einen großen Anteil hieran hatten die vier Spenden-Verdoppelungsaktionen auf www.gut-fuer-das-westmuensterland.de: jede Spende bis 100 Euro wurde von der Sparkasse verdoppelt. Dazu hat die Sparkasse insgesamt 160.000 Euro bereitgestellt. Durch die Vielzahl der Spenderinnen und Spender wurde dieser Betrag sogar nahezu verdreifacht. Bisher sind 1,7 Millionen Euro über diese größte regionale Spendenplattform für ehrenamtliche Projekte im Westmünsterland gespendet worden.


„Wir konnten in einer für Wirtschaft und Gesellschaft andauernd schwierigen Situation zur Stabilität der Region beitragen. Unsere Kunden haben uns weiterhin starkes Vertrauen geschenkt. Wir sind mit unserem Geschäftsjahr 2021 westmünsterländisch gut zufrieden“, fasste Heinrich-Georg Krumme zusammen.

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