Mehr als 200 junge Menschen nutzten erneut die Gelegenheit, beim Festival der jungen Wirtschaft ihr berufliches und geschäftliches Netzwerk zu erweitern, Erfahrungen auszutauschen und neues Wissen für die Unternehmenspraxis mitzunehmen. Vor allem junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Führungskräfte, aber auch Start-ups und Gründungsinteressierte waren der Einladung gefolgt. Bereits zum fünften Mal hatte die IHK Nord Westfalen das Festival der jungen Wirtschaft mit Unterstützung der Wirtschaftsjunioren Nord Westfalen und des Venture Club Münster organisiert.
„In der Wirtschaftsregion Nord-Westfalen gibt es viele Gründerinnen und Gründer, die ihre Ideen mit Mut und Energie umsetzen“, schilderte Sven Wolf von der IHK Nord Westfalen seine Eindrücke. Was ihnen im Unterschied zu etablierten Unternehmen jedoch häufig fehle, sei ein stabiles Netzwerk, in dem sie Informationen, Unterstützung oder auch Kooperationen finden könnten, erläuterte der Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Weiterbildung und Unternehmensförderung. Genau hier setze das Festival an, das „einen wertvollen Beitrag liefert, um das Netzwerk der jungen Wirtschaft zu stärken und auszubauen“.
Auch Tobias Elbert, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Nord Westfalen, zog eine positive Bilanz. Trotz oder auch gerade wegen der größtenteils schwierigen Wirtschaftslage zeige die junge Wirtschaft im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region Innovations- und Unternehmergeist. „Genau das brauchen wir für die beständige Erneuerung der Wirtschaft, um je nach Branche wettbewerbsfähig zu bleiben oder wieder zu werden“, so der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Nord Westfalen.
Für Sandro de Vries vom Vorstand des Venture Club Münster ist das Festival wichtig, „um Unternehmertum erlebbar zu machen und jungen Menschen zu zeigen, dass Gründen eine echte Option ist."
Workshops
Auf dem Festival-Programm standen neben dem Gründungswettbewerb Praxistipps für junge Unternehmen. In vier Workshops ging es um moderne Personal- und Unternehmensentwicklung, Female Empowerment, Steuerfallen und den Einsatz KI-Tools. Über Förderprogramme und Unternehmensfinanzierung informierten Deutsche Bank, NRW.Bank, Sparkasse Münsterland Ost und die Volksbank im Münsterland.
Frederik Neuhaus, Gründer und CEO des Start-ups clockin aus Münster, berichtete in seiner Keynote über die Entwicklung seines Unternehmens zum sogenannten Scale-up und welche Stellschrauben für das Wachstum gedreht werden mussten. Er verbreitete Zuversicht: „Das Münsterland hat alles, was es braucht, um die nächste Gründungsgeneration hervorzubringen – Kapital, Know-how, Lebensqualität und eine starke Wirtschaft. Was uns jetzt fehlt, ist der Mut zu einem neuen Miteinander von Mittelstand und Startups."
Finalisten
Im Finale des Gründerwettbewerbs beim Festival der jungen Wirtschaft standen: Brickworks aus Rheine (Geschäftsidee: Web-Applikation, die Kommunikation bei Bauprojekten vereinfacht), Cenios aus Bottrop (Herstellung von Schnelltests unter anderem für die Human- und Tiermedizin), comuneo aus Münster (Integrierte Plattform für Planung, Umsetzung und Monitoring im öffentlichen Sektor), Kartonizza aus Bocholt (Werbung auf Pizzakartons), Loppi aus Rheine (Indoor-Flohmarkt für Second-Hand-Kindersachen) sowie VPATH AI aus Münster (KI-gestützte Produktentwicklung für sicherheitskritische Systeme).