Ziel des CBB ist es unter anderem, den Fachkräftebedarf bestmöglich zu stillen, Schülerinnen und Schülern einen guten Übergang zwischen Schule und Beruf zu ermöglichen und lebenslanges Lernen zu fördern. Zudem sollen durch den CBB Vernetzungen mit entscheidenden Akteuren in der Berufswelt ausgebaut werden – wie zum Beispiel mit der Agentur für Arbeit. „Die Agentur nimmt eine wichtige Rolle in der beruflichen Orientierung und damit auch im Umgang mit dem Fachkräftemangel ein“, erklärte Landrat Fietzek. Er ergänzte: „Es ist daher von großer Bedeutung, sie in den Prozess des CBB einzubinden. Ich bin sicher, dass unsere Zusammenarbeit richtungsweisende Impulse für das Projekt liefert.“
Auch Agenturleiter René Duvinage ist davon überzeugt: „Hier wird ein exzellentes, innovatives und zukunftsgerichtetes Angebot im Bereich der Beruflichen Bildung geschaffen, das einen Mehrwert für die gesamte Region bedeutet. Indem wir uns noch enger verzahnen und austauschen, bringen wir das Projekt entscheidend voran.“
Durch die enge Zusammenarbeit wollen die CBB-Projektpartner und die Agentur für Arbeit Kompetenzen bündeln sowie Doppel- und Parallelstrukturen – zum Beispiel mit Blick auf Beratungsangebote an Schulen – vermeiden. Dabei sollen vorhandene, funktionierende Strukturen weiter genutzt und zielgerichtet eingesetzt werden. Ziel ist es außerdem, ungleichen Teilhabechancen am Arbeitsmarkt durch Qualifizierung und Bildung entgegenzuwirken und den Bereich des lebenslangen Lernens und der Weiterbildung stärker in den Fokus zu nehmen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt aktiv mitzudenken, ist ebenfalls ein wichtiger Baustein des Projekts: Dabei gelte es, die künftig benötigten Kompetenzen der Arbeitnehmer von morgen zu erfassen und ihnen Zukunftstechnologien näherzubringen.
Um all das zu erreichen, wollen die Kooperationspartner ihren Informationsaustausch optimieren, stärker für die jeweils andere Seite „mitdenken“ und sich gegenseitig zu Fördermöglichkeiten beraten. „Die nun getroffene Vereinbarung zwischen den CBB-Projektpartnern und der Agentur für Arbeit ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“, betonte Fietzek.
Derweil schreitet die Entwicklung des geplanten Innovationszentrums weiter voran. Davon haben sich die Akteure jetzt, gut neun Monate nach dem offiziellen Kickoff, im Rahmen eines Plenums ein Bild gemacht. Diese Gelegenheit nutzten neben der Verwaltungsspitze des Landkreises auch Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaftsvereinigung, der Handwerkerschaft, der Schulen und aus der Wirtschaft – viele von ihnen sind an dem Projekt intensiv beteiligt. Den aktuellen Stand stellten Landrat Fietzek, Gitta Mäulen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung, Kreishandwerksmeister Heiko Ensink und Holger de Vries, Schulleiter der Gewerblichen Berufsbildenden Schulen, vor.
Im Zentrum der aktuellen Entwicklungsphase steht die inhaltlich-pädagogische Konzeption des Innovationszentrums: Darin soll festgehalten werden, welche Angebot es für welche Zielgruppen geben wird. Einig sind sich die Beteiligten darüber, dass das Innovationszentrum – einer von drei „Leuchttürmen“ des CBB – ein neu konzipierter Erfahrungs- und Lernort mit technisch-digitaler Ausrichtung werden soll. „Es soll innovative und crossfunktionale Technik für eine möglichst breite Zielgruppe vorhalten, diese anwendbar und begreifbar machen“, erläuterte Fietzek. Ziel sei es außerdem, Wissen über die Schülerinnen und Schüler und Auszubildenden in die Grafschafter Betriebe zu transportieren, um diese zu stärken.
Eine für viele Berufe innovative Technik und Arbeitsmethode der Zukunft ist das sogenannte Building Information Modelling (BIM). Was sich dahinter verbirgt, erläuterte Leonie Magnolo, Doktorandin und Mitarbeiterin im BIM-Labor der Fachhochschule Münster, im Plenum. Im Mittelpunkt stehen demnach digitale Modelle, sogenannte digitale Zwillinge, mit hinterlegten Daten zu Eigenschaften eines modellierten Gegenstandes oder Prozesses. Auch das Innovationszentrum des CBB soll ein solches BIM-Labor erhalten, in dem Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Mitarbeitende Daten erheben, Modelle erstellen und Arbeitsabläufe simulieren. Dafür sollen ihnen zum Beispiel eine Drohne mit Kamera, Lasermessgeräte, Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Brillen sowie Hochleistungscomputer mit spezieller Software zur Verfügung stehen. Bislang wird BIM nur auf universitärer Ebene gelehrt. „Mit seinen zahlreichen Möglichkeiten für Lernende in berufsbildenden und allgemeinbildenden Schulen ist das geplante Grafschafter BIM-Labor also wirklich innovativ“, verdeutlichte der Landrat.