Dieter Fühner, Vorstand des Caritasverbandes Rheine, unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung der Werkstätten als wirtschaftliche Partner: „Die Caritas-Emstor-Werkstätten sind weit mehr als ein Ort der Beschäftigung. Wir sind ein leistungsfähiger Dienstleister und Auftragnehmer für Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel und weiteren Bereichen. Wir übernehmen Produktionsaufträge und Dienstleistungen, arbeiten nach Qualitätsstandards und wollen unseren Auftraggebern ein verlässlicher Partner sein.“
Zugleich gehe es darum, die vielfältigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit aufzuzeigen und Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Die WVS könne dabei eine wichtige Vermittlerrolle zwischen den Werkstätten und den Unternehmen übernehmen, so Fühner.
Werkstattleiter Udo Nospickel erläuterte im Anschluss die Aufgaben der Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Diese umfassen die berufliche Bildung, die Teilhabe am Arbeitsleben und die Förderung von Übergängen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Eine wichtige Aufgabe bestehe darin, die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und Entwicklungsmöglichkeiten miteinander zu verbinden und individuelle berufliche Perspektiven zu schaffen.
Arbeitsminister Laumann würdigte zu Beginn seines Impulsvortrags die Arbeit der Caritas-Emstor-Werkstätten. Sie schafften für Menschen mit Behinderung Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben. Dabei hob er auch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den regionalen und überregionalen Unternehmen hervor. Während die Infrastruktur der Eingliederungshilfe weitgehend öffentlich finanziert werde, erwirtschafteten die Werkstätten durch ihre Aufträge einen wesentlichen Teil der Mittel für die Entlohnung der Beschäftigten.
Mit Blick auf den Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen verwies der Minister auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes, die hohe Qualität der Hochschul- und Berufsausbildung sowie die Bedeutung des dualen Ausbildungssystems. Zugleich stehe die Arbeitswelt vor tiefgreifenden Veränderungen. Der Strukturwandel erfordere neue Wege, um Beschäftigung zu sichern und Menschen für veränderte Anforderungen zu qualifizieren.
Praktika und erste Einblicke auf den allgemeinen Arbeitsmarkt seien für Beschäftigte der Werkstätten wichtige Möglichkeiten, um berufliche Perspektiven zu eröffnen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, so Laumann. Dies gelte sowohl für Menschen mit als auch ohne Behinderung. Der Minister würdigte zudem das Engagement der Ausbildungsbetriebe, die gemeinsam mit den Berufsschulen junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg begleiten.
Im Anschluss stellte sich der Minister den Fragen der Gäste. Dabei ging es insbesondere um Ausbildung, berufliche Integration und die Auswirkungen des strukturellen Wandels auf die Arbeitswelt.
Bei einer anschließenden Führung durch die Produktionsstätten durch Mitarbeitende der Caritas erhielten die teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmer Einblicke in die vielfältigen Arbeitsbereiche und Leistungen der Caritas-Emstor-Werkstätten.