Münster

Headventures: Sona gewinnt Finale

Münster – Aus unternehmerischen Ideen tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln – genau darum geht es bei Headventure. Beim Finale im Westfalen Forum in Münster pitchten nun die sechs besten Teams ihre Lösungen für Herausforderungen aus der Unternehmenspraxis: Sona, Ensera, Boomki, LumCert, Regxus und Voicura. 200 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft verfolgten die Final Pitches und stimmten per Publikumsvoting mit ab. Gewonnen hat Sona für eine Lösung zum KI-gestützten Ausschreibungsprozess für Bauunternehmen. Prämiert wurde das mit 5.000 Euro. Sona erhielt außerdem den Audience Award durch das Publikum (2.000 Euro).

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Platz zwei ging an LumCert mit dem Vorhaben, Industrieunternehmen bei der Prüfung von Materialzertifikaten zu entlasten, Prozesse zu automatisieren und effizienter zu gestalten. Platz drei sicherte sich das Team Voicura für eine Lösung, die die Pflege mittels einer automatisierten Pflegedokumentation entlasten soll. Insgesamt wurden 15.000 Euro Preisgelder unter allen Final-Teams aufgeteilt.

Die Pitches zeigten, wie aus konkreten wirtschaftlichen Problemen neue Ansätze und potenzielle Gründungsvorhaben entstehen. Das Motto lautete „Shaping the Future of Industry“. 

Wettbewerb startete im Mai

Das Finale bildete den Abschluss eines Programms, das im Mai dieses Jahres mit 60 internationalen Talenten gestartet war, die sich aus 150 Bewerbungen durchgesetzt haben. In der ersten Programmphase standen Pitchtrainings, Nutzerinterviews und Marktforschung im Mittelpunkt. Nach dem Halbfinale im Juli entwickelten die besten Teams ihre Konzepte in der Validierungsphase weiter, bauten Prototypen und testeten ihre Geschäftsmodelle.

„Es war unglaublich bei dem Programm dabei gewesen zu sein. In der Zeit haben wir so viel gelernt, unser Start-up aufgebaut, wir sind zusammengewachsen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit den Unternehmenspartnern und deren Unterstützung auf dem weiteren Weg“, freute sich Gewinnerin Lisa Glatfeld von Sona.

Dass aus Headventures erfolgreiche Unternehmen hervorgehen, zeigte der Blick auf frühere Durchläufe: Cargovibe und Phronora, Gewinnerteams der vergangenen beiden Jahre, teilten ihre Erfahrungen auf der Bühne und sind heute erfolgreich am Markt. „Ohne Headventures gäbe es uns nicht. Das Programm hat uns die Tür zur Gründung eröffnet. Es war für uns maßgeblich“, so Michel Schrick, Gründer von Cargovibe im Interview. 

„Die heutige Zeit ist geprägt durch politische Debatten und Diskurse. Gründer warten nicht, sie werden aktiv, vereinfachen Prozesse und schaffen neue Geschäftsmodelle. Der Nutzen von KI und Technologien wird dabei gezielt zum Abbau von regulatorischen Hürden eingesetzt”, betonte Simon Brakhage, Vorstand R-Factory. Headventures wird von der R-Factory und dem Reach – Euregio Start-up Center gemeinsam mit den Industriepartnern Westfalen-Gruppe, 2G Energy AG und der Winkelmann Group durchgeführt.

Zwischen Hype und Machbarkeit

Wo die Debatte um Künstliche Intelligenz aktuell steht, brachte Keynote-Speakerin Elisabeth L’Orange auf den Punkt. Die KI-Unternehmerin, Mitgründerin des KI-Startups Oxolo und Host des Tech-Podcasts „Tech & Tales“ verortete die Technologie zwischen Hype und Machbarkeit: Große Versprechen und Befürchtungen auf der einen Seite, die oft mühsame Umsetzung in der Praxis auf der anderen. Ihr Rat an die Teams: „Beschäftigt euch mit AI, Gründet los, nutzt eure 20er dafür und habt den internationalen Markt im Blick”.

Und genau daran arbeiten die jungen Teilnehmenden von Headventures: KI und andere Technologien so in die Anwendung zu bringen, dass sie in Unternehmen tatsächlich funktionieren. Die Teams entwickeln ihre Lösungen an konkreten Herausforderungen von Unternehmen aus der Region, begleitet von Mentorinnen und Mentoren aus Wirtschaft und Wissenschaft. Wie der Weg von der Idee zum Unternehmen gelingen kann, zeigten auch Jurymitglied Lena Weirauch, CEO und Mitgründerin von aiomatic sowie Hamburger Landessprecherin des Startup-Verbands. Ihr Tipp: „Investiert in euer Netzwerk. Habt Mut. Geht den Weg der Gründung. Ihr habt nichts zu verlieren.”

„Über KI und die Zukunft der Industrie wird viel gesprochen. Bei Headventures wird daran gearbeitet – von Talenten gemeinsam mit Unternehmen, die echte Herausforderungen mitbringen. Das mehrmonatige Commitment unserer Teams zeigt eindrucksvoll, wie sehr sich junge Menschen für unsere wirtschaftlichen Belange einsetzen. Highlight ist dabei die Unterstützung und Wertschätzung unserer Unternehmenspartner, die Marktzugang schaffen und Türen öffnen“, sagte Rena Ronge, Vorständin R-Factory.

Westfalen als Gastgeber und Industriepartner

Mit dem Finale im Westfalen Forum schloss sich für die Westfalen-Gruppe ein Kreis: Das Münsteraner Familienunternehmen ist Initiator der ersten Stunde von Headventures: „Ich freue mich total, dass wir Headventures gemeinsam mit unseren Partnern jedes Jahr weiterwachsen lassen. Zu sehen, wie begeistert die Teams in den letzten Monaten gearbeitet haben und was in so kurzer Zeit entstehen kann, ist bemerkenswert“, sagte Westfalen-Vorständin Dr. Meike Schäffler. „Dass wir mit 2G und der Winkelmann Group schon auf drei Unternehmenspartner gewachsen sind, zeigt den Bedarf eines solchen Formats. Und wir sind überzeugt, dass das Format noch mehr Potenzial hat.“

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