Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft: Umsatz-Minus von 7,7 Prozent

Haselünne – Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft mit Sitz in Haselünne verzeichnet für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 12,8 Millionen Euro im Vergleich zu 2019.

2020 erzielte der Getränkehersteller Konzernerlöse von 154,6 Millionen Euro (2019: 167,4 Millionen Euro). Auch das Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen und Steuern ist rückläufig und liegt bei 5,2 Millionen Euro – das sind 4,6 Millionen Euro weniger als 2019. Das Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ist ebenfalls kleiner als 2019 und liegt bei 14,1 Millionen Euro (2019: 18,4 Millionen Euro). Das geht aus einer Pressemitteilung sowie dem Geschäftsbericht des Konzerns hervor.

„Trotz der deutlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf unsere Geschäftstätigkeit ist es uns gelungen, auch das Geschäftsjahr 2020 profitabel abzuschließen“, resümiert Oliver Schwegmann, Vorstand der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft. „Zusammenfassend können wir sagen, dass uns die Coronavirus-Pandemie als Unternehmensgruppe selbstverständlich zugesetzt hat. Unsere Aufstellung über verschiedene Getränke-Kategorien hinweg, unser umfangreiches Marken- und Produktportfolio sowie die Abdeckung verschiedener Vertriebskanäle haben jedoch dazu geführt, dass der Umsatzrückgang im Konzern mit 7,7 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel, so dass wir das Geschäftsjahr profitabel abschließen konnten“, so Schwegmann.

Geschäftssegmente unterschiedlich von der Pandemie betroffen

Der Geschäftsverlauf fiel in den einzelnen Segmenten der Berentzen-Gruppe im Geschäftsjahr 2020 sehr unterschiedlich aus. Das Segment „Spirituosen“ erreichte weitgehend das Umsatzniveau des Vorjahres (-0,4  Prozent). „Viele unserer Spirituosenprodukte stehen für Geselligkeit und für das Feiern in der Gemeinschaft. Im Pandemiejahr 2020 haben aber viele solcher Verwendungsanlässe gefehlt – von wichtigen Saisonhöhepunkten wie Ostern oder Silvester über Schützenfeste und Musikfestivals bis hin zu privaten Partys. Daher hat unser Geschäft mit Markenspirituosen sowohl im Inland als auch im Ausland deutlich unter der Pandemie gelitten“, erklärt Schwegmann. Dass im Segment „Spirituosen“ dennoch das Umsatzniveau des Vorjahres annähernd erreicht werden konnte, liege an kräftigen Umsatzzuwächsen bei Premium-Spirituosen. „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben im vergangenen Jahr zu hochwertigen Genussspirituosen gegriffen“, so Schwegmann.

Umsatzminus bei den alkoholfreien Getränken

Auch innerhalb des Segmentes „Alkoholfreie Getränke“, das insgesamt ein Umsatzminus in Höhe von 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Die temporären Schließungen der Gastronomie im Zuge der Lockdowns führten insbesondere im Konzessionsgeschäft zu signifikanten Absatz- und Umsatzrückgängen. „Beim Absatzvolumen unserer eigenen Markenprodukte im Geschäftssegment Alkoholfreie Getränke konnten wir hingegen auch in dem herausfordernden Jahr 2020 insgesamt stärkere Zuwachsraten erzielen als der Gesamtmarkt für Alkoholfreie Getränke in Deutschland, worüber wir uns sehr freuen“, erklärt Schwegmann und führt weiter aus: „So verzeichnete etwa Mio Mio erneut ein zweistelliges Absatzwachstum, und das, obwohl beispielsweise das studentische öffentliche Leben, das für die Marke sehr wichtig ist, ebenfalls weitgehend zum Erliegen kam.“

Starker Rückgang im Segment „Frischsaftsysteme“

Am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffen war das Segment „Frischsaftsysteme“ mit einem Umsatzrückgang in Höhe von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hier kamen die Verkäufe insbesondere der Fruchtpressen in der Gastronomie und Hotellerie zeitweise fast vollständig zum Erliegen. „Aber auch der Lebensmitteleinzelhandel hatte im vergangenen Jahr viele Herausforderungen hinsichtlich der Aufrechterhaltung des Betriebs und der Umsetzung von Hygienestandards zu meistern. Daher war es für viele Handelspartner nicht die richtige Zeit, sich mit einer investiven Anschaffung, wie unsere Fruchtpressen, auseinanderzusetzen“, erläutert Schwegmann. Aufgrund des durch die Pandemie weiter zunehmenden Wunsches der Verbraucherinnen und Verbraucher nach gesunder Ernährung sowie des steigenden Drucks auf den stationären Lebensmitteleinzelhandel sich vom dynamisch wachsenden Onlinehandel zu differenzieren, würden im Segment „Frischsaftsysteme“ aber zugleich die größten Chancen für zukünftiges Wachstum liegen.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021

Auch für das Geschäftsjahr 2021 rechnet die Berentzen-Gruppe mit negativen Effekten durch die Coronavirus-Pandemie. „Die anhaltenden Einschränkungen des privaten und gesellschaftlichen Lebens werden sich weiterhin spürbar in unserer Geschäftstätigkeit niederschlagen, so dass das Geschäftsjahr 2021 insgesamt unter ähnlichen Vorzeichen wie das Jahr 2020 steht und daher ein vergleichbares Umsatz- und Ergebnisniveau zu erwarten ist“, so Schwegmann.

Die derzeit anhaltende und sich erneut verlängernde Lockdown-Situation wird die Geschäftstätigkeit voraussichtlich insbesondere in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2021 deutlich negativ beeinflussen. „Wir sind aber überzeugt, dass die gesellige Lebensfreude und das Feiern in Gemeinschaft — wenn auch zunächst nur in kleinen Schritten — mit einer zunehmenden Durchimpfung der Gesellschaft wieder zurück ins Leben der Menschen kommen wird. Für diese Zeit bereiten wir uns heute in der Unternehmensgruppe schon mit einer Vielzahl von Maßnahmen vor“, gibt Schwegmann einen Ausblick. Dazu zählten unter anderem der weitere Ausbau der im vergangenen Jahr gestarteten eigenen Außendienstorganisation Berentzen-Vivaris Vertriebs GmbH, der Verkaufsstart der im Jahr 2020 erworbenen Cidermarke „Goldkehlchen“ auf dem deutschen Markt sowie die gerade begonnene Lohnfüllpartnerschaft mit Imnauer Mineralquellen für den weiteren Distributionsaufbau von „Mio Mio“ in Süddeutschland. „Darüber hinaus arbeiten wir in all unseren Geschäftsbereichen intensiv an Neuproduktentwicklungen. Wir machen uns bereit, als Unternehmensgruppe auf unseren Wachstumspfad der vergangenen Jahre vor Corona zurückzukehren“, betont Schwegmann abschließend.

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