Gescher

Tischlerei Elskemper | Mehr Zeit für die Veränderung

Stillstand ist Rückschritt – so heißt es sprichwörtlich. Ein Blick ins Gewerbegebiet Süd in Gescher zeigt, wie das für einen Handwerksbetrieb im positiven Sinne gelten kann. Die Tischlerei Elskemper, 1990 von Martin Elskemper gegründet, steckt mitten in einem Prozess zwischen Unternehmenswachstum, Digitalisierung und Nachfolge. Die Aufgaben sind so vielfältig, dass man sich bei Elskemper vorerst etwas nimmt, was eigentlich rar ist: Zeit.

Wohnwelten mit Holz: Damit richtet sich die Tischlerei Elskemper an private und gewerbliche Kunden. Foto: Stefanie Libera/ www.plakart.de

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Das 14-köpfige Team von Elskemper, darunter auch drei Auszubildende, will sich für die Zukunft sicher aufstellen. Das ist der grundsätzliche Plan. Die Auftragslage gebe das auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten her, heißt es bei Elskemper. „Das liegt daran, dass wir ziemlich breit aufgestellt sind und vom Dachstuhl bis zur Küche eigentlich alles machen, was mit Holz geht“, beschreibt Stefan Els­kemper, Sohn des Unternehmensgründers. Wenn es sein muss, legt das Team für Kunden auch schon mal Randsteine im Garten. Ein breites Portfolio statt Spezialisierung: Das war eine bewusste Entscheidung des Unternehmens. 

Expansion

Und es wird weitergehen: Stefan Elskemper soll die Nachfolge von Martin Elskemper antreten und eigentlich sollte dieser Prozess auch bereits abgeschlossen sein. Aber dann kam etwas dazwischen, wie Stefan Elskemper sagt: „Wir bekamen 2021 die Chance, ein benachbartes Grundstück zu kaufen.“ Das sei eine gute Gelegenheit und Alternative zu einem Neubau an anderer Stelle gewesen. Auf dem eigenen Grundstück in Sackgassenlage war es längst eng worden, jetzt bietet sich deutlich mehr Platz.  

Das rund 400 Quadratmeter große Nachbargebäude wurde von Elskemper untervermietet, auf einer bisherigen Wiese entstand 2023 eine neue, rund 400 Quadratmeter große Halle für den eigenen Bedarf. Damit sieht sich die Tischlerei für künftiges Wachstum gut aufgestellt. Aber der gesamte Prozess forderte eben auch alle Kräfte, sodass das Thema Nachfolge erst einmal nach hinten rückte. „Wir wollten da nichts übers Knie brechen und keine Entscheidungen treffen, die später nachteilig sind“, so Stefan Elskemper. Und für den täglichen Betrieb hat das Vater-Sohn-Duo längst eine Verabredung getroffen: Entscheidungen fallen nur gemeinsam.  

Interne Abläufe digitalisieren

Aktuell bearbeitet die Tischlerei noch eine ganz andere Baustelle. Die internen Abläufe sollen digitalisiert werden. Dazu investierte Elskemper in eine spezielle Branchensoftware zur Auftragsabwicklung. Mit Tablets sollen die Mitarbeiter künftig sowohl Zugriff auf alle Auftragsdetails haben als auch die Montageberichte digital erfassen können. Schluss mit der Zettelwirtschaft: „Dann bleiben auch keine Berichte mehr im Auto liegen“, sagt Stefan Elskemper mit einem Schmunzeln.  
Als nächstes hat sich der gelernte Betriebswirt das Thema E-Mobilität vorgenommen: Mit eigenen PV-Anlagen produziert die Tischlerei schon heute Energie, warum also nicht auf Elektro-Fahrzeuge setzen? „Das wollen wir uns anschauen.“ Und dann, endlich, soll auch die Nachfolge offiziell geregelt werden. Der Zeitplan? Anfang 2027 wäre das Ziel. Wenn sonst nichts weiter dazwischenkommt … 

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