Gescher

Mobilität | Mehr Sicherheit für alle

Wenn Autos, Radfahrer und Fußgänger aufeinandertreffen, dann kann es schon mal kritisch werden. Um in Gescher an solchen Hotspots im Straßenverkehr für die entsprechende Sicherheit zu sorgen und Wegeführungen barrierefrei zu gestalten, hat die Kommune ein Mobilitätskonzept verabschiedet, das sich vor allem um den nicht-motorisierten Verkehr dreht.

In diesem Jahr wurde die Anbindung des Gewerbegebietes Süd-West an die B 525 feierlich eröffnet. Foto: Glockenstadt Gescher

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Der Schwerpunkt des Konzepts liegt auf dem Radverkehr. „Wir wollen für diese Zielgruppe mehr Sicherheit, ohne dabei die Autofahrer aus dem Fokus zu verlieren. Gerade im ländlichen Bereich, in dem der ÖPNV nicht flächendeckend vorhanden ist, und in einer Kommune wie Gescher mit kurzen Wegen innerhalb des Ortskerns sind beide Verkehrsmittel wichtig. Insbesondere für Besorgungen im Ort wollen wir die Menschen aber vom Auto aufs Rad bekommen“, erklärt Uwe Wißmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Infrastruktur und Umwelt bei der Stadt Gescher. Erste Ideen für ein entsprechendes Verkehrskonzept gibt es bereits – sie müssen aber noch in die Detailplanung. Dazu gehört zum Beispiel der Ansatz, mithilfe von Pollern Wege für Autos zu sperren, sodass sich der motorisierte Verkehr, Radfahrer und Fußgänger erst gar nicht in die Quere kommen. An einigen Stellen gibt es bereits solche Beschränkungen. Der Haken: „Diese Lösung ist nicht barrierefrei und häufig werden Poller auch zu Unfallauslösern, wenn sie umfahren werden müssen“, gibt Wißmann zu bedenken. Deshalb müsse jeder Poller einmal kritisch unter die Lupe genommen werden.  

Fahrradstraßen geplant

Eine andere Lösung sind Fahrradstraßen. Aktuell plant die Stadt eine Fahrradstraße am Schultenrott. „Diese Straße muss ohnehin ausgebaut werden, sodass es sinnvoll wäre, gleichzeitig die entsprechende Markierung und Beschilderung für eine Fahrradstraße zu vorzunehmen“, erklärt Wißmann. Der Beschluss der Politik stehe dafür aber noch aus.  

Ein Verkehrsversuch findet aktuell an der Von-Galen-Schule statt: Die Durchfahrt vor der Grundschule ist für ein Jahr bis September 2026 vor Unterrichtsbeginn und nach Schulschluss gesperrt. „Der Bereich vor der Schule war durch Elterntaxis stark frequentiert und unübersichtlich, sodass wir uns durch eine Sperrung mehr Sicherheit für die Kinder erhoffen“, erklärt Bürgermeisterin Anne Kortüm. Ob das eine Lösung auf Dauer ist, müsse sich allerdings noch zeigen. „Wir werden beobachten, wie sich die Situation insbesondere bei schlechtem Wetter entwickelt, wenn mehr Kinder mit dem Auto gebracht werden. Der Verkehr wird sich nun auch in die umliegenden Wohngebiete verlagern“, räumt Kortüm ein. 

Anschluss Gewerbegebiet Süd-West an die B525

Ein wichtiges Infrastrukturprojekt hat die Stadt Gescher in diesem Jahr schon abgeschlossen: der Bau der K 44n im Gewerbegebiet Süd-West mit Ampelanlage und Anschluss an die Bundesstraße 525. „Das war eine wichtige Investition für Gescher, weil Lkw und weitere Fahrzeuge nun nicht mehr durch den Ort fahren müssen, um das Gewerbegebiet zu erreichen. Die Entlastung ist enorm! Die dort ansässigen Unternehmen sind somit auch für ihre Kunden besser erreichbar“, betont Wißmann. Er ergänzt: „Wir haben lange dafür gekämpft und die gute Entwicklung des Gewerbegebiets gibt uns Recht, dass das genau die richtige Entscheidung war.“ 

Zukunftsmusik ist derweil noch das Projekt E-Carsharing. In Gescher und im Ortsteil Hochmoor soll jeweils ein Fahrzeug, das flexibel gemietet werden kann, stationiert werden. Bürgermeisterin Kortüm: „Wir haben bislang aber noch keinen passenden Anbieter gefunden, der ein bezahlbares Konzept auf die Beine stellt. Denn klar ist auch: Gescher ist keine Großstadt. Insofern ist die Nutzergruppe kleiner. Gleichzeitig ist es keine attraktive Alternative, für eine Fahrt nach Coesfeld und zurück 25 Euro und mehr zu bezahlen. Hier sind wir noch auf der Suche nach einem wirtschaftlich passenden Angebot.“

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