Kreis Coesfeld

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr besucht Euro-Alkohol in Lüdinghausen

Lüdinghausen – Wie viel Bewusstsein für die Umwelt in einem Industriebetrieb stecken kann, davon haben sich Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und der Geschäftsführer der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld, Dr. Jürgen Grüner, bei ihrem Besuch des Unternehmens Euro-Alkohol in Lüdinghausen ein Bild gemacht. Das Unternehmen investiert nun in die Transformation hin zu einer klimafreundlicheren Produktion, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (2.v.l.) und wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner (2.v.r.) informierten sich bei Euroalkohol Geschäftsführer Dr. Bernhard Strotmann (l.) und dem Technischen Leiter Dr. Jürgen Haberland (r.) unter anderem über die nachhaltige Transformation des Unternehmens. Foto Kreis Coesfeld/ Fabian Kloenne

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Euro-Alkohol blickt auf eine lange Geschichte zurück. Hervorgegangen aus dem deutschen Branntweinmonopol der 1930er Jahre, hat sich das Unternehmen zu einem Spezialisten für die Herstellung und Aufreinigung von Alkohol entwickelt. Am heutigen Standort an der Hans-Böckler-Straße in Lüdinghausen produziert das Unternehmen jährlich circa 24 Millionen Liter Alkohol aus Getreide.

Das Produktportfolio der Euro-Alkohol umfasst neben Alkohol in verschiedenen Qualitätsstufen auch Schlempe als hochwertiges landwirtschaftliches Futtermittel sowie technisches CO2. Zu den Kunden zählen die Spirituosen- und Lebensmittelindustrie, chemische Industrie sowie die Pharmaindustrie. Ein Alleinstellungsmerkmal ist nach Unternehmensangaben der historisch gewachsene Tankpark, der eine Produktvielfalt ermögliche, welche die Bedienung von Nischenmärkten sicherstelle.

„Die Abscheidung von technischem CO2 aus dem Produktionsprozess gehört schon seit einigen Jahren zum Standard bei Euro-Alkohol. Ein großer Anteil des bei der Gärung anfallenden CO2 werden nicht in die Atmosphäre abgegeben, sondern als technisches Gas an die Westfalen AG weitergegeben und dort industriell weiterverarbeitet. Damit leistet Euro-Alkohol bereits heute einen spürbaren Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Investition in Dampferzeuger

Nun beabsichtigt das Unternehmen mit der Investition in einen elektrischen Dampferzeuger den nächsten Schritt zu mehr Nachhaltigkeit und klimafreundlicher Produktion zu gehen. Bislang wird der für die Produktion notwendige Dampf ausschließlich mit Hilfe von Erdgas erzeugt. Ein neuer Elektrodampferzeuger soll künftig ergänzend zum Einsatz kommen und bis zu 4.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Das Konzept dahinter: Der Elektrodampferzeuger läuft gezielt dann, wenn im Stromnetz Überschüsse vorhanden sind – etwa mittags, wenn Photovoltaikanlagen viel Strom liefern, oder in windreichen Nachtstunden, wenn die Stromnachfrage gering ist. Ist im Netz weniger Strom verfügbar, schaltet die Dampferzeugung wieder auf das gasbetriebene System um. Der Technische Leiter, Dr. Jürgen Haberland, erläutert das Prinzip so: „Als Unternehmen, das rund um die Uhr produziert, können wir eine besondere Rolle in der Energiewende übernehmen. Wir nehmen Strom dann aus dem Netz, wenn er im Überfluss vorhanden ist – das entlastet die Netze und macht unsere Produktion gleichzeitig günstiger und klimafreundlicher."

„Verlässlicher Teil der regionalen Wirtschaft“

Euro-Alkohol-Geschäftsführer Dr. Bernhard Strotmann unterstreicht die strategische Bedeutung der Investition für das Unternehmen: „Die Euro-Alkohol steht seit Jahrzehnten für Verlässlichkeit in der Region. Mit dem Elektrodampferzeuger zeigen wir, dass wir auch bei der Energiewende vorangehen wollen – als Unternehmen, das Verantwortung für seinen Standort, seine Gesellschafter und die Umwelt ernst nimmt." 

Euro-Alkohol ist daher auch ein Partner im Projekt ReNET-EV der wfc. Das Projekt untersucht, wie durch eine kooperative Energieversorgung in Gewerbegebieten die Energiekosten für Unternehmen gesenkt und gleichzeitig die Stromnetze entlastet werden können. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr betont: „Die Euro-Alkohol ist seit Generationen ein verlässlicher Teil unserer regionalen Wirtschaft – getragen von Landwirten aus der Region, verwurzelt in Lüdinghausen. Es freut mich sehr, dass dieses Unternehmen nun auch bei der Energietransformation vorangeht und so seinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unseres Kreises leistet.“

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