Die Nahversorgung ist ein zentraler Baustein in der Stadtentwicklung. Im Ortsteil Hochmoor eröffnet in der Kardinal-von-Galen-Straße zum Jahreswechsel ein Mini-Supermarkt: Tante Enso. Nachdem sich in den vergangenen Jahren weder Discounter noch Einzelhandel in Hochmoor etablieren konnten, soll mit dem Anbieter Tante Enso nun ein neues Konzept getestet werden, das rund um die Uhr geöffnet hat. Kunden können wahlweise vor Ort in der Filiale – angelehnt an einen „Tante Emma“-Laden – oder online im Shop Lebensmittel und Drogerieartikel kaufen. „Wir sind sehr froh, dass mit Tante Enso die Nahversorgung in Hochmoor wieder gesichert ist“, betont Uwe Wißmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Infrastruktur und Umwelt bei der Stadt Gescher. Tante Enso ist Teil der „Neuen Mitte“ von Hochmoor, die im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzepts entstanden ist.
Neue Supermärkte in Planung
In Gescher selbst sind die Pläne für eine neue Nahversorgung noch nicht ganz so weit. Einige Bestandsimmobilien auf dem Gelände an der Fabrikstraße, wo künftig ein neues E-Center entstehen soll, sind schon abgerissen. Ein bestehendes Mehrfamilienhaus muss noch umgesiedelt werden. Daneben soll ein neuer Aldi entstehen. „Mit dem Einzelhandelskonzept haben wir die Voraussetzung dafür geschaffen, dass auf dem Areal großflächiger Einzelhandel entstehen kann. Das ist ein wichtiges Projekt für die Innenentwicklung und die verbrauchernahe Versorgung der Bürger unserer Stadt“, betont Wißmann. Grundstücksentwicklung und Bauleitplanung sind allerdings zeitaufwändig. Denn der Flächennutzungs- und Bebauungsplan samt Gutachten müssen ein zweistufiges Beteiligungsverfahren durchlaufen. „Der Bauantrag ist in Vorbereitung und wird gestellt, sobald wir die planerischen Voraussetzungen geschaffen haben“, bestätigt Wißmann. Einen Zeitplan, wann es dann mit dem Bau der beiden Supermärkte losgehen kann, gibt es aber noch nicht.
Spürbare Fortschritte in der Innenstadt
Weiter voran geht es in Geschers Innenstadt. „Die Entwicklung in der Innenstadt macht spürbare Fortschritte“, berichtet Heike Twyhues von der städtischen Wirtschaftsförderung. „Dank der Fördermittel aus dem Sofortprogramm Innenstadt des Landes NRW konnten mehrere Leerstände zu attraktiven Konditionen neu vermietet werden. Gleichzeitig haben wir die Aufenthaltsqualität verbessert: Neue Stadtmöbel und Spielgeräte tragen dazu bei, dass Kunden gerne in der Innenstadt verweilen.” Kerstin Uphues, Fachdienstleiterin für Kultur, Fördermittelmanagement und Wirtschaftsförderung, ergänzt: „Ein gelungenes Beispiel für die positive Entwicklung des stationären Handels ist die Neueröffnung des Dekogeschäfts Lizasliving. Ursprünglich als Online-Shop gestartet, entschied sich Inhaberin Lisa Vierhaus aufgrund der großen Nachfrage für ein eigenes Ladenlokal mit großzügiger Ausstellungsfläche.“ Demnächst eröffnet zudem eine Salzgrotte im ehemaligen Ladenlokal der Boutique Marianne an der Hauptstraße. Uphues: „Für die Innenstadt besteht weiterhin Potenzial: Immer wieder wird der Wunsch nach einem Café und einem Geschäft für junge Mode geäußert. Vielleicht ergibt sich hier die Möglichkeit, bestehende Leerstände zu nutzen – daran arbeiten wir aktiv. Interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer können sich gerne bei uns melden.”
Verbindung zum Berkeltal
Wer aus der Innenstadt in den grünen Außenbereich von Gescher – ins Berkeltal – will, der soll künftig am besten die Route über den neuen Stadtpark nehmen. Zu Fuß sind das nur wenige Minuten. „Der Park ist das verbindende Element zwischen unserem Zentrum und dem Berkeltal. Das wollen wir noch stärker herausstellen und auch die Wege dazwischen attraktiv gestalten“, erklärt Uphues. Das heißt in der Praxis: Entlang der Wege sollen verschiedene Sehenswürdigkeiten wie das Glockenmuseum mit einer entsprechenden Beschilderung und verschiedenen Aktivitäten für Jung und Alt sichtbar gemacht werden.
Auch das Ziel Berkeltal bekommt ein Upgrade: Mit Leader-Fördermitteln über 250.000 Euro wird der Naturerlebnispfad als „Ort der Begegnung“ ausgebaut. Dafür wird der Spielplatz aufgewertet, zum Beispiel durch einen neuen Rutschenturm. Weitere Aktionen sollen Besuchern die Natur näherbringen. „Wir möchten dort einen außerschulischen Lernort schaffen, der nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ansprechend ist. Dabei kooperieren wir vor allem mit dem Grundschulverbund ‚Hand in Hand‘“, erklärt Uphues.
Drei Großprojekte für 2026
Für 2026 hat die Stadt Investitionsprojekte über insgesamt rund 45 Millionen Euro auf der Agenda. Dazu zählt die energetische Sanierung der Dreifachturnhalle am Borkener Damm für 10,4 Millionen Euro. Außerdem werden die bisherigen Umkleiden entfernt und ein zweigeschossiger Neubau mit Sanitäranlagen für Besucher und Umkleiden im Erdgeschoss sowie zwei 118 Quadratmeter großen Bewegungsräumen im Obergeschoss geschaffen. Turngruppen und Yogakurse könnten dort zum Beispiel stattfinden. Auch der Eingangsbereich der Sportstätte wird neugestaltet. In dem Foyer sollen bei Veranstaltungen künftig Gäste bewirtet werden können. Im Mai 2026 soll es mit den Bauarbeiten losgehen, Ende 2027 soll die Dreifachturnhalle dann wieder öffnen. „Der Ausbau ist ein wichtiges Projekt für die Stadt und den Schulsport, da Sport als Abiturfach in der Gesamtschule angeboten wird. Außerdem ist es die einzige Halle in Gescher, in der Handball und Basketball vor Zuschauern gespielt werden kann“, erklärt Klaus Schnieder, zuständig für das Gebäudemanagement bei der Stadt.
Neu gebaut wird auch das Feuerwehrgerätehaus. Für 13 Millionen Euro entsteht ein Gebäudekomplex auf dem bestehenden Areal und dem Nachbargrundstück, der künftig nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch weiterhin für den Ortsverein des Deutschen Roten Kreuz Heimat ist. „Das bisherige Gebäude stammt aus den 1980er Jahren und entspricht einfach nicht mehr dem modernen Standard“, begründet Schnieder die Pläne. Ende 2029 soll der Neubau stehen.
Teuerste Investition für die Stadt Gescher wird der Umbau der Von-Galen-Schule für 22 Millionen Euro. Dafür wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, das Gewinnerkonzept steht bereits fest. Ab Sommer soll es mit den Planungen losgehen und 2031 sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Wir brauchen dringend weitere Kapazitäten für die Grundschule. Ab kommenden Sommer behelfen wir uns mit Containern, um den Rechtsanspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag erfüllen zu können. Aber das ist natürlich keine Dauerlösung“, räumt Schnieder ein. Mit dem Neubau soll eine neue Schullandschaft aus Klassen- und Bewegungsräumen sowie flexiblen Differenzierungsräumen entstehen. „Diese Investition in die Bildungslandschaft ist für Gescher als Wohnstandort von enormer Bedeutung“, betont Schnieder.