Gescher

Trapo | Automatisierung an der Ladeluke

In den Sechzigerjahren startete die TRAPO GmbH als Hersteller für Fördertechnik. Doch mit veränderten Anforderungen der Kunden hat sich auch das Portfolio des Unternehmens aus Gescher-Hochmoor verändert. Heute hat sich TRAPO auf Automatisierungen in der Intralogistik spezialisiert – von der Lebensmittelindustrie, Tiernahrungs- und Pharmaindustrie, Medizintechnik und Logistik bis zur Verpackungs- und Automobilindustrie. Für das spezielle Ladungssystem „TLS 3600“ erhielt das Unternehmen unlängst sogar den wichtigen Branchen-Preis als „Bestes Produkt“.

Nach Voranmeldung können Gäste das Ladesystem TLS 3600 im Demo- und Testzentrum der TRAPO an der Industriestraße in Gescher-Hochmoor live erleben. Foto: TRAPO

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In Deutschland ist das Unternehmen mit zwei Standorten vertreten: Dülmen und Egelsbach. Am Standort Dülmen entstehen durch die Expertise und Erfahrung von über 160 Mitarbeitenden Maschinenlinien, die Vliesstoffe für Feuchttücher, Hygieneprodukte, Filtermedien oder Kunstledersubstrat herstellen.   

Dabei sind am Standort Dülmen sämtliche zentrale Unternehmensfunktionen angesiedelt: von der Forschung und Entwicklung über die Konstruktion, Montage, Qualitätssicherung, den Einkauf und das Controlling bis hin zu Service, Innen- und Außendienst. Zudem ist das Unternehmen international vernetzt und arbeitet eng mit Schwesterfirmen in den USA, Indien und China zusammen.  Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Entwicklung: Ressourcenschonender Materialeinsatz, energieeffiziente Prozesse und digitale Werkzeuge wie das Assistenzsystem T-ONE optimieren Qualität, Energieverbrauch und Materialeffizienz.  

Durch gezielte Investitionen in moderne Fertigungsbereiche und ergonomisch optimierte Arbeitsplätze stärkt Trützschler Nonwovens seine Position als einer der größten industriellen Arbeitgeber in der Region und verlässlicher Partner für den Wirtschaftsstandort Dülmen. 

Ausgang der Entwicklung des „TLS 3600“ war eine deutlich erkennbare Statistik: Gerade bei Tätigkeiten am Verladeort ereignen sich viele Unfälle. Beteiligt sind daran oft Gabelstapler im Lager und Ladebereich – und genau die will TRAPO mit seinem System überflüssig machen. Das kompakte und autonom fahrende Beladesystem sei in Funktion und Ausführung in der Branche noch „einzigartig“, wie es in Gescher heißt. Es besteht grundsätzlich aus einem autonom, also fahrerlos agierenden Fahrzeug sowie einem Dock. Verfügbar ist das System sowohl als fest installierte Variante als auch als fahrbare Version – auf Rädern oder auf Schienen. „Damit kann das System entweder speziell für eine Ladeluke oder zum Bedienen mehrerer Stationen eingesetzt werden“, erläutert Enrico Pes, Geschäftsführer Sales & Operations. Die Zahl 3600 im Produktnamen sei kein Zufall: Es verlade in einem Arbeitsgang parallel jeweils drei Paletten mit je 1.200 Kilogramm, zusammen also 3,6 Tonnen. 

In Gescher-Hochmoor fertigt das Unternehmen, das seit 2019 zur Schweizer Moovimenta Konzernholding gehört, eine breite Palette an Lösungen für Palettiersysteme, Kartonbefüllungen, Ladungssicherung oder Sortier- und Verteiltechnik, die dann beim Kunden vor Ort in die interne Logistik integriert werden können. Im eigenen Technikum werden die Hard- und Softwaresysteme entwickelt und dann auch weltweit eingesetzt. Dank eines modularen Baukasten-Systems ergäben sich viele Möglichkeiten, um Automatisierungsanforderungen umzusetzen, wie Pes formuliert. 

Auch Künstliche Intelligenz kommt bei TRAPO zum Einsatz – immer dann, wenn Maschinen und Linien dynamisch angepasst werden müssen. „Unsere Palettiersoftware enthält frei wählbare Stapelmuster, die benutzerseitig konfiguriert und für nachfolgende Palettiervorgänge gespeichert werden. So kann proaktiv Verpackungsmaterial eingespart werden“, erklärt Pes. Zusätzlich werden beispielsweise über Kameras in Maschinen und Anlagen 3D-Koordinaten gesammelt, die unter anderem für vorausschauende Service-Leistungen wie Predictive Maintenance, also frühzeitige Wartung, genutzt werden.

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