Ahaus

Wohnbau: Große Pläne für Tiny Houses

Wohnraum zu schaffen, auch für Menschen mit überschaubarem Einkommen, gehört zu den täglichen Aufgaben von Kommunen. Ahaus ist da keine Ausnahme. Der demografische Wandel und veränderte Wohnträume bringen hier und da aber neue Ideen hervor. Und darauf reagiert die Stadt: mit einer ungewöhnlichen Tiny-House-Siedlung.

Gerade am Stadtrand wächst Ahaus. Ein Mix aus verschiedenen Gebäudegrößen soll alle Zielgruppen bedienen. Quelle: Lecke & Partner Architekten mbB

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Wobei Thomas Hammwöhner, Technischer Beigeordneter, direkt einordnet: Es geht in Ahaus nicht um Seecontainer oder „Peter-Lustig-Wohnwagen“, die auf engstem Raum Aussteiger oder Singles ansprechen. Sondern um kleine Häuser mit Flächen zwischen 50 und 90 Quadratmetern. „Das sind hochwertige Wohngebäude in Modulholzbauweise mit einem gewissen Gestaltungsanspruch“, sagt Hammwöhner. In Ahaus möchte man mit einer kleinen Siedlung solcher Mikrohäuser Menschen ansprechen, die ihre (zu) großen Häuser verlassen wollen. „Beispielsweise ältere Menschen, deren Kinder nicht mehr zu Hause leben und die sich nun verkleinern möchten, gleichzeitig aber die Gemeinschaft in hochwertigem Rahmen suchen.“ Diesen Rahmen will die Stadt nun im Wohngebiet Wüllen Nord II bieten. 

Dort, im Ortsteil Wüllen zwischen Kalkhoffs Weg und dem Vredener Dyk, soll eine eigene kleine Siedlung mit solchen Häusern entstehen. Auch ein Gemeinschaftshaus ist eingeplant, möglicherweise mit Werkstatt und Veranstaltungsraum. Den Zuschlag für die Realisierung bekamen 2024 Terhalle Holzbau aus Ahaus und die Volksbank Gronau-Ahaus Immobilien. „Das Interesse ist groß“, sagt Hammwöhner über die Resonanz, auch wenn die konkreten Vergabekriterien oder Preise noch nicht öffentlich sind. 

Rings um die Tiny-House-Siedlung entstehen zwischen 25 und 30 Einfamilienhäuser auf dem rund drei Hektar großen Gelände. Eine klassische Ortsrand-Arrondierung sei das, also eine Abrundung vorhandener Grundstücksflächen am Rand von Wüllen, wie Hammwöhner erklärt. Derzeit laufe die Erschließung für das Areal im Südwesten der Stadt. „Ab etwa Anfang 2027 rechnen wir mit dem Start der Hochbauarbeiten“, schaut Hammwöhner voraus. Die Stadt beobachte mit einer gewissen Spannung die Nachfrage. Eine schwierige Wirtschaftslage bremste nämlich zuletzt in Ahaus wie in vielen Kommunen die Kaufbereitschaft aus.

Erweiterung in Wessum

Wüllen Nord II ist nicht das einzige Baugebiet. Im Ortsteil Wessum ist eine Erweiterung entlang der Raiffeisenstraße geplant. Rund zehn Hektar sind dort verplant, abschnittsweise soll ein Mix aus freistehenden Einfamilienhäusern und Reihenhäusern, aber auch kleine Gartenhofhäuser und Stadtvillen sowie zwei große Grünzüge entstehen. Allerdings steckt dieses Projekt noch in einem frühen Stadium. 

Grundsätzlich gilt: In Ahaus will man Wert auf eine gewisse Vielfalt an Angeboten legen. Das klassische Einfamilienhaus als Standard soll um andere Objekte ergänzt werden, um viele Interessen bedienen zu können. „Wir brauchen eben auch andere Angebote, weil sich einfach nicht mehr jeder dieses Einfamilienhaus leisten kann oder will“, sagt Hammwöhner. 

Im Grunde stehen in allen Ortsteilen rund um die Kernstadt Bautätigkeiten an, auch durch private Investoren. Am Deventer Weg in Alstätte, in Ottenstein, auch im kleinsten Ortsteil Graes, wo sich die Stadt bereits Flächen gesichert hat. „Das war auch unsere Idee: In allen Bereichen von Ahaus Baurecht zu schaffen, um dort Eigentum zu ermöglichen“, betont Hammwöhner.      

Carsten Schulte

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