Ahaus

Fachkräftesicherung: Eng vernetzt für Ausbildungsperspektiven

Wenn alle für sich allein handeln, fehlt oft der Blick fürs große Ganze. In Ahaus galt das über lange Zeit für den Bereich der Berufsorientierung. Kleinteilig, in vielen einzelnen Veranstaltungen hatten die Akteure in der Stadt um den Nachwuchs geworben. Seit zwei Jahren existiert nun ein neues, einheitliches Format: die Berufsmesse. Sie findet 2026 zum dritten Mal statt.

Die Berufsmesse in Ahaus soll junge Menschen und Unternehmen zusammenbringen. Foto: Stadt Ahaus

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„Es war ein Prozess“, erinnert sich Wirtschaftsförderin Katrin Damme. Man habe sich mit allen wichtigen Partnern zusammengesetzt – darunter die Kreishandwerkerschaft, die Arbeitsagentur, Schulen und Berufskollegs – und habe überlegt, wie man junge Menschen besser ansprechen könnte und gleichzeitig die Besucherzahlen erhöhen könnte. Die Berufsmesse war die Lösung. 2024 feierte sie Premiere, im April 2026 steht die dritte Ausgabe an. Sie wird erneut ausgebucht sein, rund 140 Unternehmen werden dann ihre Berufsbilder vorstellen.

Stattfinden wird die Berufsmesse am 22. April wie bisher auch auf dem Gelände des Musikzeltfestivals Karpaten in  Hörsteloe. Der frühe Termin im Jahr sei bewusst gewählt, um anschließend Zeit für mögliche Praktika vor einem Ausbildungsstart zu lassen. „Das ist eine gute Gelegenheit, verschiedene Berufe einmal genauer zu entdecken“, ist Damme überzeugt. Sie ergänzt das Angebot der Berufsorientierung, zu der auch die mittlerweile kreisweite Aktion „Nacht der Ausbildung“ (NdA) im November gehört. Die Berufsmesse informiert auf eher lokaler Ebene, auf der startklAH in den Berufskollegs werden kurz vor der NdA einzelne Berufsfelder vorgestellt, um dann während der Nacht der Ausbildung den gezielten Besuch bei teilnehmenden Unternehmen vorzubereiten. 

Verzahnung von Akteuren

Dass die Berufsmesse in diesem Kontext eine immer größere Bedeutung bekommt, nehme Damme in den Gesprächen mit Unternehmen und Schulen durchaus wahr, sagt sie. Eine Rolle spiele aber auch die enge Verzahnung von Akteuren innerhalb der Stadt. Im Rathaus ist das Jobcenter integriert, das vorrangig Langzeitarbeitslose betreut. Das Jobcenter wiederum arbeitet eng mit der Arbeitsagentur zusammen. „Das Netzwerk wird enger“, sagt Damme. Das komme wiederum auch solchen Jugendlichen zugute, die vor einem Eintritt in eine Ausbildung möglicherweise zusätzlichen Förderbedarf haben. So etwas könne beispielsweise durch niedrigschwellige Vorqualifizierungen erreicht werden – und das zahle dann auf eine größere Reichweite in einem angespannten Arbeitsmarkt ein. 

Übrigens: In 2027 findet die Berufsmesse nicht statt. Das allerdings aus gutem Grund, denn im kommenden Jahr findet in Ahaus eine große Wirtschaftsschau statt, auf der sich die Unternehmen und Bildungsträger in gebündelter Form präsentieren.

Carsten Schulte

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