Ahaus

Mehr Platz für Menschen

Die Wallstraße in Ahaus war in der Vergangenheit vor allem ein Parkraum in zentraler Lage. Künftig soll sie eine „grüne Oase“ sein und ganz neue Wegebeziehungen ermöglichen. Die Bauarbeiten laufen, anfängliche Skepsis habe sich mittlerweile gelegt. „In den Köpfen der Menschen ist angekommen, dass man sich darauf freuen kann“, glaubt Wirtschaftsförderin Katrin Damme. Parken wird in der Wallstraße auch künftig noch möglich sein, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Der Straßenraum soll den Menschen vorbehalten sein.

Die Wallstraße verliert ihren Charakter als Parkplatz und soll ein grüner Ankerpunkt werden. Foto: Stadt Ahaus

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Die neue Wallstraße soll stark verkehrsberuhigt sein, sagt Damme. Ein Grünzug mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten wird die Optik völlig verändern. Wallstraße und Marktstraße sollen einen Rundlauf ermöglichen, bis 2027 soll dieses Projekt umgesetzt sein. Es wird dann auch darum gehen, das Gastronomie- und Einzelhandelsangebot anzupassen. Darauf hat die Stadt zwar nur bedingten Einfluss, sie kann aber mindestens behutsam steuern. 

In direkter Nähe steht auch der Domhof vor Veränderungen. Der Bereich östlich der Marktstraße soll umgestaltet werden. Im Rahmen eines Wettbewerbs kürte eine Jury im Herbst 2025 den Entwurf des Münchener Büros Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten und der Stadtplaner GmbH zum Sieger. „Die Umgestaltung des Domhofs ist eine Chance, die mit der Wallstraße und Königstraße begonnene zukunftsorientierte Aufwertung der Innenstadt nun auch zur Ostseite abzurunden“, so heißt es bei der Stadt. Mit einer Nachverdichtung von Gewerbe und Wohnen soll der bisherige „Hinterhofcharakter“ ersetzt werden. Damme dazu: „Unser großes Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Davon profitiert dann auch der Einzelhandel und die Wirtschaft insgesamt.“

Ahaus griff auch zu bundesweiten Fördertöpfen. Ein Beispiel dafür ist der Weg, leerstehende Ladenlokale durch die Kommune zu mieten und dann zu reduzierten Mieten an junge Unternehmen zu vergeben. „Dafür müssen auch die Immobilieneigentümer auf 30 Prozent der Einnahmen verzichten“, erklärt Damme. „Viele Eigentümer sind aber bereit, Existenzgründern eine Chance zu geben.“ Maximal 24 Monate lang wird die Miete subventioniert, was Gründern in der Anlaufphase helfe, so Damme. Aus Sicht der Stadt sei der Vorteil, dass sich verstärkt inhabergeführte Läden entwickelten. Das mache das Angebot deutlich individueller.

Mehr als Shopping

Es geht aber beim Thema Innenstadtentwicklung nicht nur ums Shopping. Auch der Ort selbst soll mehr Menschen ansprechen. „Gerade für Jugendliche wollen wir auch Treffpunkte entwickeln, an denen man sich draußen aufhält.“ 

Und noch ein Projekt steht an: Vom Schloss Ahaus soll eine Brücke zum Schlossgarten entstehen, was ganz neue Wegebeziehungen ermöglichen wird. Zuletzt standen zwei Entwürfe in der engeren Auswahl, die Umsetzung wird also noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen. 

Die Kernstadt Ahaus steht naturgemäß besonders im Fokus, doch auch in den Ortsteilen tut sich etwas. In Alstätte beispielsweise wird seit vielen Jahren über die Umnutzung des Dorfplatzes gesprochen. Ein Nahversorgungszentrum soll dort entstehen, mit dem eine städtebauliche Lücke zwischen dem Ortskern und dem Bereich Haaksbergener Straße geschlossen werden soll. Das Projekt sei allerdings komplex, aktuell werde ein Bauleitplanverfahren vorbereitet, sagt Julia Althaus, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung. Hier ist noch etwas Geduld gefragt. 

Carsten Schulte

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