Die H&R GmbH & Co. KGaA hat im ersten Halbjahr 2026 ihren Konzernumsatz auf 700,4 Millionen Euro gesteigert, nach 653,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung heißt. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich von 40,1 Millionen Euro auf 84,4 Millionen Euro. Damit erreichte das Unternehmen bereits zur Jahresmitte nahezu den Gesamtwert seiner ursprünglichen Jahreserwartung von 85,0 bis 100,0 Millionen Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung war die Geschäftsentwicklung von April bis Juni, in der ein EBITDA von 62,5 Millionen Euro erwirtschaftet wurde.
Ursache für die Dynamik im zweiten Quartal waren Marktveränderungen infolge des militärischen Konflikts am Persischen Golf. Nach Aussage von Geschäftsführer Niels H. Hansen führten gestiegene Rohölkosten und Engpässe in globalen Logistikketten zu höheren Produkt- und Marktnotierungen für Grundöle und Solvate. Gleichzeitig verknappten große Mineralölkonzerne ihre Raffineriekapazitäten für Schmierstoffe, wodurch Spezialitätenhersteller wie H&R Marktanteile sicherten und verlässliche Belieferungen aufrechterhalten konnten. Das Konzernergebnis der Aktionäre verbesserte sich im ersten Halbjahr von 0,3 Millionen Euro auf 41,6 Millionen Euro, was einem Ergebnis je Aktie von 1,12 Euro entspricht.
Segmententwicklung und angepasster Jahresausblick
In den operativen Geschäftsbereichen zeigte sich eine unterschiedliche Entwicklung. Im Segment ChemPharm Refining stieg der Umsatz auf 445,9 Millionen Euro (Vorjahr: 405,9 Millionen Euro) und das EBITDA auf 62,1 Millionen Euro (Vorjahr: 26,9 Millionen Euro). Das Segment ChemPharm Sales erzielte bei einem Umsatz von 246,3 Millionen Euro ein EBITDA von 25,7 Millionen Euro (Vorjahr: 17,8 Millionen Euro). Das Segment Kunststoffe blieb mit einem EBITDA von minus 1,7 Millionen Euro (Vorjahr: minus 1,9 Millionen Euro) und einem Umsatz von 16,0 Millionen Euro hinter dem Vorjahreswert von 18,9 Millionen Euro zurück. Hansen erklärte, dass die Automobilbranche weiterhin unter geopolitischen Spannungen und Konjunkturschwächen leidet.
Aufgrund des Halbjahresergebnisses hob die Geschäftsführung ihre EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 120,0 bis 145,0 Millionen Euro an. Zudem bereitet das Unternehmen den Wechsel der Aktiennotierung vom regulierten Markt (Prime Standard) in das Freiverkehrssegment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse vor.