Ahaus

Ulticom: Der vernetzte Waschraum

Es ist wahrscheinlich, dass die meisten Menschen schon mit den Produkten von Ulticom in Berührung gekommen sind. Die Hygienelösungen des Unternehmens sind in den WC- und Waschräumen zahlloser Gastronomiebetriebe, Unternehmen oder Behörden zu finden: Papier- oder Seifenspender beispielsweise. Ein erheblicher Teil der Produkte wird über den Ahauser Standort der Ulticom vertrieben. Dort, an der Gutenbergstraße, investiert Ulticom derzeit in einen Erweiterungsbau.

An der Gutenbergstraße in Ahaus baut Ulticom derzeit Verwaltung und Lager aus. Foto: Ulticom

Anzeige

Auf dem eigenen Grundstück baut Ulticom derzeit den Verwaltungsbereich von 250 auf 450 Quadratmeter aus, zusätzliche 1.500 Quadratmeter werden für das Lager zur Verfügung stehen. „Wir haben dort endlich auch Rampen für die Beladung von LKW“, sagt Andreas Kosmann. Er ist gemeinsam mit Christian Coché Geschäftsführer der Ulticom West GmbH. Coché ist zudem Geschäftsführer der Ulticom Gruppe. „Hier weht schon eine große Fahne am Standort Ahaus“, sagt Kosmann und lächelt. Gemeint ist: Das Unternehmen gehört zu einer größeren Gruppe mit Hauptsitz in Zell/Mosel, doch gerade der Standort Ahaus ist über die Jahre erheblich gewachsen. Und die neuen Lagerflächen sind auch deswegen wichtig, weil die Produkte am Ahauser Standort nicht nur konfektioniert, sondern auch gewartet werden.

Ein Team von mittlerweile rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut Kunden von der Nordsee bis zur südlichen Grenze von Nordrhein-Westfalen und von der niederländischen Grenze bis in den Raum Hannover und Kassel. Die Produkte: Das sind Hygieneprodukte und Handpapiere, Seife oder Raumduft. Eben alles, was im Hygienebereich so benötigt wird. Ulticom stattet dabei den gesamten Waschbereich aus – von der kleinen Gaststätte bis zu großen Betrieben wie Krankenhäusern oder Industrie. „Wir haben beispielsweise einen großen Reifenhersteller in Deutschland komplett ausgestattet“, sagt Kosmann. 

Vernetzte Geräte

Der Clou dabei: automatisierte und vernetzte Geräte, eine Spezialität des Unternehmens. Die Spender lassen sich über sogenanntes LoRaWAN, also ein besonders reichweitenstarkes Funknetzprotokoll, ansteuern. Es kann über weitere Entfernungen genutzt werden, ist sparsam und eignet sich daher besonders für akkubetriebene Geräte. Derart ausgestattete Geräte melden ihren Status automatisch und lassen sich über ein webbasiertes Status-Board kontrollieren. „Der Vorteil solcher sensorbetriebenen Geräte besteht unter anderem darin, dass sie sparsamer sind.“ Zugleich ermöglicht die Fernwartung eine genauere Personal-Planung. Das Unternehmen reagiert in gewisser Weise auf die Veränderung im Markt. „Man findet ja heute kaum noch Mitarbeiter für Reinigungsdienstleistungen“, sagt Coché. Da helfe ein weitgehend automatisiertes System natürlich. 

Die Spendersysteme von Ulticom lassen sich per Netzstrom oder Batterie betreiben – aber die Ahauser bieten noch etwas anderes an. „Wir können praktisch jedes Gerät auch mit Akkus ausstatten“, sagt Kosmann. Mit über 2.000 Ladezyklen werden Einweg-Batterien ersetzt und für das Akkumanagement gibt es eine besondere Lösung. Die benötigten Akkus werden nämlich direkt am Ahauser Standort mit Solarenergie aufgeladen und dann beim Kunden ausgetauscht, sobald der Spender eine niedrige Akku-Kapazität meldet. 

Carsten Schulte

Artikel teilen