Steffen Terhalle hatte seine Karriere schon frühzeitig darauf ausgerichtet, eines Tages mehr Verantwortung bei Höink zu übernehmen. Er ist ein „Eigengewächs“ des Unternehmens: 2011 hat er seine Ausbildung zum Informationselektroniker in dem Ottensteiner Betrieb gemacht. 2019 folgte der Abschluss zum staatlich geprüften Elektrotechniker im Bereich Automatisierungstechnik. 2024 ergänzte er seine Qualifikation um den kaufmännischen Part mit dem Abschluss zum Betriebswirt im Handwerk. Nach mehreren Jahren im technischen Außendienst verlagerte sich sein Schwerpunkt zuletzt zunehmend auf interne Prozesse und die organisatorische Verantwortung.
Bereich mit Zukunft und Potenzial
Die Sicherheitsbranche sei ein Bereich mit Zukunft und Potenzial, wie Terhalle betont. „Das Unternehmen ist sehr breit aufgestellt, die Nachfrage ist gut, sodass ich hier meine berufliche Perspektive sehe. Auch unseren 14 Mitarbeitenden möchte ich vermitteln, dass es nach dem Generationswechsel nahtlos weitergeht. Das Team ist sehr gut aufgestellt und dem Unternehmen eng verbunden – alle Techniker haben hier ihre Ausbildung gemacht“, begründet er seine Motivation für die Nachfolge. Am Standort im Gewerbegebiet in Ottenstein hat Höink im ersten, bislang nicht ausgebauten Obergeschoss auch noch Platz, um weiterzuwachsen, wenn noch mehr Büros oder eine zusätzliche Halle benötigt werden.
Gründer Elmar Höink ist froh über diese Nachfolgeregelung. „Steffen verfügt nicht nur über das Know-how im technischen und kaufmännischen Bereich, sondern er kennt auch das Team sehr gut. Mir ist es wichtig, das Unternehmen in gute Hände zu geben“, betont er. Wann genau die Übergabe erfolgt, lässt sich Höink noch offen. „Ich möchte langsam etwas kürzertreten. Anstatt fünf Tage zum Beispiel ein, zwei Tage weniger arbeiten. Zuhause ohne Aufgabe zu sitzen, nur weil ich ein bestimmtes Alter erreicht habe, ist nicht meins“, sagt er lächelnd.
Sein Unternehmen jedenfalls übergibt er in einem „guten Zustand“. Der 1991 zunächst als Radio- und Fernsehgeschäft gegründete Betrieb hat sich heute auf die Sicherheitstechnik spezialisiert. Das war auch ein bisschen Schicksal. „Damals wurde in unser Geschäft eingebrochen und sämtliche Ware gestohlen. So kam ich zu der Idee, das Unternehmen strategisch neu auszurichten und das Portfolio auf Sicherheitstechnik umzustellen“, beschreibt Höink, der sich dafür zum VdS-geprüften Fachbetrieb für Einbruch- und Brandmeldeanlagen sowie Videoüberwachung weitergebildet hat.
Vor zwei Jahren ist das Unternehmen an den heutigen Standort im Gewerbegebiet in Ottenstein eingezogen. Dort hat Höink auf 800 Quadratmetern deutlich mehr Platz für seine Werkstatt und die Lagerung von Einbruchmeldeanlagen, Brandmeldeanlagen, Zutrittskontrollsystemen und elektronischen Schließanlagen. Im Umkreis von 60 Kilometern betreut das Team überwiegend Gewerbekunden und öffentliche Auftraggeber, von Kliniken über Kindergärten bis zur Tischlerei. Jede Brandmeldeanlage muss vierteljährlich gewartet werden, deshalb zählt der Ottensteiner Fachbetrieb viele Stammkunden. Das größte Segment ist dabei die Brandmeldetechnik. Stetige Neuerungen gebe es vor allem im Videobereich. „KI macht in Sachen Personenerkennung vieles möglich. Das fordert aber gleichzeitig einen entsprechenden Datenschutz, weshalb wir einen eigenen Mitarbeiter zum Datenschutzbeauftragten qualifiziert haben, um beim Kunden zu prüfen, was möglich und rechtskonform ist“, erklärt Terhalle.
Neu im Portfolio hat Höink Sicherheitssysteme für Photovoltaikanlagen. Durch technische Fehler in der Anlage, Tierverbiss, äußere Einflüsse oder Ähnliches kann ein Kurzschluss oder ein Widerstand entstehen, der zum Brand der Anlage und schließlich des Dachs führen kann. „Das bleibt häufig erst unbemerkt, breitet sich aber schnell aus. Ein sensorgestützter Brandmelder kann genau lokalisieren, welches Modul oder Kabel defekt ist, und die Anlage sofort automatisch abschalten, bevor etwas passiert“, erklärt Terhalle.
Anja Wittenberg