Ahaus

Lückenschluss in Ahaus

Ahaus-Nord und Ahaus-Ost II: Das sind die beiden großen Gewerbe- und Industriegebiete in der Stadt. Beiderseits des Schumacherrings haben sich in den vergangenen Jahrzehnten ganz unterschiedliche Betriebe niedergelassen. Die Folge: Freie Grundstücke für Industrie oder Gewerbe sind rar, die vorhandenen Flächen eben weitgehend vergeben. Hier und da bieten sich allerdings Chancen, wie Wirtschaftsförderin Katrin Damme verrät.

Blick aufs Gewerbegebiet Ahaus-Nord Foto: Stadt Ahaus

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Damme schränkt aber ein: Die Nachfrage nach Gewerbeflächen sei seit Beginn der sogenannten „Multikrisen“ etwas gesunken. Wer aktuell Interesse hinterlege, sei in einem dynamischen Geschäftsfeld unterwegs, viele andere suchten dagegen noch nach dem „neuen Normal“, wie es die Wirtschaftsförderin formuliert. In mancherlei Hinsicht fügt sich die gedämpfte Nachfrage aber in die Realität ein, denn wirklich viele freie Flächen gibt es in Ahaus derzeit nicht. 

Vor allem im Bereich Ahaus-Ost II gibt es derzeit noch Bewegung: Eine Fläche entlang der Boschstraße wird bebaut. Mit dem ganz weiten Blick voraus denkt man in Ahaus schon an eine Süd-Erweiterung der Gewerbeflächen. Im Regionalplan sind die Möglichkeiten ausgewiesen, aber mit Blick auf dort ansässige landwirtschaftliche Betriebe wird das eher ein Langfrist-Thema werden. 

Bewegung am Schumacherring

In den vergangenen Monaten und Jahren gab es durchaus Bewegung rund um den Schumacherring. Beispiele? Das EBB Sachverständigen- & Ingenieurbüro hat 2025 an der Kruppstraße ein neues Verwaltungs- und Lagergebäude errichtet. 400 Quadratmeter Bürofläche und 1.000 Quadratmeter Lagerbereich. Bisher nutzte EBB gemietete Flächen, die für das wachsende Unternehmen längst zu klein geworden seien: „Es war unser Wunsch, ein Grundstück neben unserem bisherigen Standort zu kaufen“, so Johannes Gerling, einer der Partner im Unternehmen. „Das konnten wir dank der Hilfe von der Stadt und Wirtschaftsförderung super umsetzen.“ 

Vom eigenen Erfolg überholt wurde ein paar Meter weiter auch das Unternehmen B&H Elektrotechnik. Das Unternehmen, das sich auf Elek-troinstallationen im gewerblichen Hochbau spezialisiert hat, ist schnell gewachsen, weshalb der alte Standort in Wessum schnell zu klein wurde. Am Fleehook und in direkter Nachbarschaft zum Schumacherring wurde 2024 ein Neubau eröffnet. Auch das Unternehmen Keramischer Säurebau Räckers aus Wessum hat dort zum Jahresanfang eine neue Halle mit Bürotrakt errichtet. 

Unterdessen ist in Ahaus-Ost II noch ein ganz anderes Projekt umgesetzt worden, das den Ruf der Stadt als digitale Kommune nur bestätigt: Auf dem Betriebsgelände von Gerick Ausstellungs- & Objekteinrichtung errichtete die Westfalen AG im Herbst 2025 auf Vermittlung der Wirtschaftsförderung einen Alvore Smart Shop. Von 6 bis 22 Uhr können Kunden in diesem unbemannten und 20 Quadratmeter großen Shop allerlei Produkte des täglichen Lebens einkaufen – darunter Snacks und Getränke. Der Zugang erfolgt über Kreditkarte oder Girokarte, die Zahlung wird über ein Self-Checkout-Terminal erledigt. Der Shop füllt damit eine Lücke im Gewerbegebiet, wo Nahversorgung bis dahin nicht verfügbar war. 

Lage in den Ortsteilen

Und die Lage in den Ortsteilen? Am Brinker Esch in Alstätte sind zuletzt Flächen mit rund 13.000 Quadratmetern vergeben worden. Im Norden des Ortsteils Wessum liegt das mit rund 45 Hektar Fläche zweitgrößte Gewerbegebiet der Stadt. Seit 2021 laufen Gespräche zur Vermarktung, die auch schon weit fortgeschritten sind. Eine Erschließung steht noch an, ehe wirklich gebaut wird. Durchaus ähnlich ist die Lage in Ottenstein. Südlich an das Hülsta-Gelände angrenzend bieten sich Erweiterungsflächen an, für die sogar schon Interesse hinterlegt ist. Allerdings ist das Areal noch nicht erschlossen. Kurzfristige Bauarbeiten stehen also nicht an.

Mit Ahauser Beteiligung wird auch der Industriepark A 31 entwickelt. „Derzeit stecken wir mitten im Vermarktungsprozess des zweiten Bauabschnitts“, erklärt Damme. Die Flächen sind fast zur Gänze erschlossen, einige Eigentumsübergaben stünden noch an, spätestens im Laufe des Jahres sollen bis auf wenige Optionsflächen alle Grundstücke vergeben werden. Die Entwicklung erfolge mit Bedacht, immer schrittweise, so Damme. „Einige interessierte Unternehmen haben sich auch noch Bedenkzeit bis ins Frühjahr erbeten.“ Der Blick der Wirtschaftsförderin richtet sich schon auf einen möglichen dritten Bauabschnitt, doch der dafür notwendige Bebauungsplan steht noch aus. Eher ein Perspektivthema also. 

Carsten Schulte

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