Vieh braucht Futter, Getreide wird reif und muss geerntet werden – auch dann, wenn der Landwirt auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb krankheitsbedingt ausfällt oder in die Pflege Angehöriger stark eingebunden ist. Dann kommt der BHD/MR Westmünsterland e. V. ins Spiel. „Die Mitgliedsbetriebe stehen in solchen Situationen nicht alleine da“, erklärt Bitter. Fachkräfte des Vereins springen ein und unterstützen bei den landwirtschaftlichen Aufgaben, bei der Haushaltsführung oder in der Pflege. Für die Leistungen komme in der Regel die Kranken- oder Alterskasse beziehungsweise die Berufsgenossenschaft auf, erläutert Bitter, der beim BHD/MR Westmünsterland mit Christoph Rahmann die Geschäfte führt. „Allerdings sind wir nicht ausschließlich Dienstleister für die Landwirtschaft, sondern sind im Bereich der Haushalts- und Familienpflege einer der wenigen, die flächendeckend im Kreis Borken auch im städtischen Bereich Unterstützung für die Familien anbieten. Diese Einsätze werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen oder der Deutschen Rentenversicherung finanziell übernommen“, so Bitter weiter.
Nach der Fusion der beiden Vereine sieht er das Angebot für die Region noch stärker und vielseitiger aufgestellt. Alle Mitarbeitenden seien an Bord geblieben, ein insgesamt 210-köpfiges Team sorgt im gesamten Kreis Borken dafür, dass es auch im Notfall auf den Höfen weitergeht. Schon jetzt trägt die Fusion erste Früchte: Synergieeffekte sind spürbar, berichtet Bitter. „Es ging bei der Verschmelzung ja nicht um Stellenabbau, sondern darum, die Verwaltungsstrukturen zu verschlanken, Personalressourcen optimal einzusetzen und der Geschäftsleitung Spielraum für Spezialisierung zu geben“, erklärt er. So hat Rahmann beispielsweise den Arbeitsschwerpunkt Buchhaltung und Pflege, während sich Bitter unter anderem um den landwirtschaftlichen Bereich, die Haushalts- und Familienpflege und um das Mitgliedermanagement kümmert.
Die Geschäftsstellen Ahaus, im Jutequartier, und Borken, an der Ahauser Straße, werden beide weitergeführt. „Wir bleiben also in der Nähe“, sagt Bitter. Zwar sei es absehbar, dass die Nachfrage im Bereich Betriebshilfe sinken werde, weil sich im Zuge des Strukturwandels in der Landwirtschaft immer größere Unternehmen mit eigenen Angestellten herausbilden. Hauswirtschaftsleistungen allerdings würden wohl auch künftig vielfach geordert, und das Pflegebüro des BHD/MR Westmünsterland – mit Pflegeberatung, ambulanter Pflege, Tagespflege und betreutem Wohnen – boome geradezu.
Besonders in diesem Geschäftsbereich wollen Bitter und Rahmann den Verein kräftig weiterentwickeln. Neuestes Projekt: Im Frühsommer 2026 sollen am Kloster Mariengarden in Borken-Burlo zwei Senioren-Wohngemeinschaften eingerichtet werden.
Dominik Dopheide