Gemeinsam mit den Projektpartnerinnen und Projektpartnern des Batterieforschungszentrums Meet der WWU Münster, des Lehrstuhls PEM der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich will die Fraunhofer-Gesellschaft in Münster eine Infrastruktur schaffen, mit der kleine, mittlere und Großunternehmen, aber auch Forschungseinrichtungen die seriennahe Produktion neuer Batterien erproben, umsetzen und optimieren können.
Staatssekretärin Krebs informierte sich über die Baufortschritte auf der 6.450 Quadratmeter großen Fläche. Mit dem Einbau der Nutzeranlagen nimmt die Fraunhofer-Gesellschaft schrittweise den Forschungsbetrieb auf. Im „FFB PreFab“ wird eine Musterlinie für die komplette Batteriezellproduktion im kleineren Maßstab aufgebaut, die einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zum Industriemaßstab darstelle, wie das Fraunhofer FFB in einer Pressemitteilung erklärte.
Krebs erklärte: „Mit dem Aufbau der Fraunhofer FFB entsteht in Nordrhein-Westfalen ein international beachteter Batterie-Hotspot. Schon jetzt interessieren sich Unternehmen aus vielen Branchen und Staaten für die Forschungsarbeiten an elektronischen Speichertechnologien ‚made in NRW‘. Aktuell stammen rund 70 Prozent der Zellen, die in Deutschland eingesetzt werden, aus Fernost. Das soll sich mittelfristig ändern.“
Bei dem Besuch informierte sich die Staatssekretärin auch über das „ELLB – Europäisches Lernlabor Batteriezelle der Fraunhofer FFB“ in Münster. Gruppenleiter Michael Wessels betonte, dass die rasante Hochskalierung der Batteriezellfertigung in Europa zahlreiche Wachstumschancen biete, aber auch zu großen Qualifizierungslücken führe: Bis zum Jahr 2030 werden mehrere Hunderttausend Batterieexpertinnen und -experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesucht. Die Fraunhofer FFB bietet mit dem ELLB passende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Fach- und Führungskräfte an.
Schon jetzt arbeiten 100 Fraunhofer-Mitarbeitende in Münster an der Batteriefertigung der Zukunft – im Endausbau der FFB werden es 150 bis 200 sein. Das Großprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst: Der Bund fördert die Fraunhofer FFB mit bis zu 500 Millionen Euro für Forschungsanlagen und -projekte, das Land Nordrhein-Westfalen hat bis zu 180 Millionen Euro für Grundstücke und Neubauten zugesagt.