Einen Grund für das wachsende Interesse am Handwerk sieht Fahnemann in der Zukunftssicherheit handwerklicher Berufe vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz: „Es ist immer wieder die Frage Thema, welchen Beruf es auch in 20 Jahren noch gibt.“ Hier sieht auch Tischner das Handwerk gut gerüstet: „Die künstliche Intelligenz wird uns sicherlich Aufgaben abnehmen.“ Daber denkt er beispielsweise an Routinearbeiten wie Aufmaß oder Materialbestellungen. „Die Umsetzung konkreter Projekte werden aber auch zukünftig gut ausgebildete Handwerker mit ihrem - Können, Wissen und ihrer Erfahrung übernehmen.“ Auch bei der Übernahme von Unternehmen und für den Schritt in die Selbstständigkeit sehe er hervorragende Karrieremöglichkeiten für die Menschen im Kreis Warendorf. „In unserer Mitgliedschaft nehmen wir immer mehr wahr, dass die Betriebe außerhalb der Familie übergeben und Nachfolgelösungen gefunden werden“, so Tischner.
Hybride Beratung soll ausgebaut werden
Fahnemann und Tischner arbeiten seit 15 Jahren „eng und vertrauensvoll" zusammen. In dieser Zeit habe man gemeinsam verschiedene Projekte auf den Weg gebracht. „Wir als Kreishandwerkerschaft waren einer der ersten Partner bei der hybriden Beratung, die die Arbeitsagentur Ahlen-Münster in der Region etabliert hat“, blickt Tischner zurück. Ziel dabei sei es nach wie vor, externe Experten von Beginn an einzubeziehen. Fahnemann führt fort: „Dieses Pilotprojekt aus unserer Region soll zukünftig landesweit und möglicherweise sogar bundesweit etabliert werden. Ziel der hybriden Beratung ist es, dass wir alle Partner und beteiligten Organisationen in dem Termin mit den Kunden zusammenschalten, um somit den gleichen Informationskenntnisstand zu gewährleisten.“.
Fahnemann und Tischner engagieren sich mit ihren Institutionen zudem im Bereich Inklusion. Sowohl Kreishandwerkerschaft als auch Agentur für Arbeit Ahlen-Münster sind Gründungspartner der Münsterland-weiten Inklusions-Initiative „Inklusion Münsterland“, die sich für mehr Chancen von behinderten Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt stark macht und Arbeitgeber beispielsweise über Förderungen und Ansprechpartner informiert. Auch die Idee eines Aktionstages zur Begegnung von Beschäftigten der Freckenhorster Werkstätten mit dem Handwerk steht im Raum.