„Die Stadt Nordhorn verbindet wirtschaftliche Stärke mit hoher Lebensqualität und zeigt, wie Kommunen aktiv zur Fachkräftesicherung beitragen können“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf bei der Urkundenübergabe. „Wer Fachkräfte gewinnen und dauerhaft binden möchte, muss attraktive Bedingungen zum Leben, Arbeiten und Ankommen schaffen. Nordhorn geht hier mit gutem Beispiel voran.“
Unterstützungsangebote für Neubürger
Besonders positiv bewertete die IHK die Unterstützungsangebote für Neubürgerinnen und Neubürger. Hierzu zählen unter anderem eine Willkommenstasche, eine Neubürger-Checkliste, digitale Informationsangebote sowie Netzwerktreffen für Zugezogene und Rückkehrer im Landkreis Grafschaft Bentheim.
Positiv bewertet wurden zudem die Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nordhorn hatte die Kinderbetreuungsangebote in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und verfügt heute über ein breites Betreuungs- und Ganztagsangebot. Hinzu kommt eine umfassende Ferienbetreuung. Auch internationale Fachkräfte finden in Nordhorn vielfältige Unterstützungs- und Integrationsangebote vor. Dazu gehören mehrsprachige Informationsangebote, ein mehrsprachiger Chatbot sowie verschiedene interkulturelle Veranstaltungen wie beispielsweise das Fest der Kulturen.
Bürgermeister Thomas Berling betonte die Bedeutung der Auszeichnung: „Die Zertifizierung ist eine wichtige Bestätigung für die Arbeit vieler Beteiligter in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft. Wir investieren kontinuierlich in attraktive Lebensbedingungen für Familien, Fachkräfte und Unternehmen. Die Auszeichnung zeigt, dass Nordhorn auf diesem Weg bereits gut vorangekommen ist.“
Wichtige Bausteine: Wohnraumversorgungskonzept, Citymanagement, Stadthafen
Im Audit wurden das Wohnraumversorgungskonzept der Stadt, das Citymanagement sowie die Entwicklung des Stadthafens als wichtige Bausteine für die langfristige Attraktivität des Standorts hervorgehoben. Hinzu kommen Stärken wie eine nahezu flächendeckende Glasfaserversorgung sowie vielfältige Kultur-, Freizeit- und Vereinsangebote.
Entwicklungsziele vereinbart
Mit der Auszeichnung ist zugleich der Anspruch verbunden, die Standortqualität kontinuierlich weiterzuentwickeln. Deshalb haben die IHK und die Stadt Nordhorn im Rahmen des Audits konkrete Entwicklungsziele vereinbart. Geplant sind unter anderem eine engere Zusammenarbeit mit dem Landkreis Grafschaft Bentheim beim Ausbau der Netzwerktreffen für Wiederkehrer und Neuzugezogene sowie die Erweiterung der Willkommenstasche. Darüber hinaus soll ein Wochenmarkt-Treffpunkt für internationale Fachkräfte erprobt und attraktive Ladenlokale im Hafenbereich angesiedelt werden.
Die Zertifizierung gilt bis 2029. Danach folgt eine Re-Auditierung. Unternehmen in der Stadt Nordhorn können das Qualitätszeichen in ihrer eigenen Kommunikation einsetzen, zum Beispiel um Fachkräfte von außen anzusprechen.
Hintergrund:
Das Audit „Ausgezeichneter Wohnort für Fachkräfte“ ist eine Initiative der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Mit dem Instrument möchte die IHK die Kommunen dabei unterstützen, Strategien und Maßnahmen für einen attraktiven Wohn- und Arbeitsort für potenzielle Neubürgerinnen und Neubürger zu entwickeln. Auf Basis eines erprobten Fragebogens mit 38 Fragen in fünf verschiedenen Handlungsfeldern können sich Kommunen zertifizieren lassen und so belegen, dass sie vorbildliche Angebote und Services für (Neu-)Bürger bereithalten. Sämtliche Städte sowie Samt- und Einheitsgemeinden in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim können das Audit bei der IHK durchlaufen. Das Zertifikat haben 16 von ihnen bereits erhalten.