Münster

NRW-Startup-Ökosysteme präsentierten sich beim NRW-Tag in Münster

Münster - Die vier nordrhein-westfälischen Startup-Ökosysteme BRYCK Startup Alliance, Factory33, Gateway Factory und R-Factory eG sind beim NRW-Tag 2026 in Münster erstmals gemeinsam aufgetreten. Ziel des Bündnisses ist es, die Rahmenbedingungen für wissenschaftsbasierte Gründungen zu verbessern, regionale Stärken zu vernetzen und den Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen im internationalen Wettbewerb zu stärken.

Foto: R-Factory

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Die vier regionalen Startup-Ökosysteme BRYCK Startup Alliance (Ruhrgebiet), Factory33 (Ostwestfalen-Lippe), Gateway Factory (Rheinland) und R-Factory eG (Münster) haben sich beim NRW-Tag 2026 in Münster auf einer gemeinsamen Bühne präsentiert. Unter dem Titel „Made in Tech“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Initiativen über die Entwicklung des Innovationsstandorts Nordrhein-Westfalen, wie es in einer Mitteilung heißt. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur begleitete die Veranstaltung als Schirmfrau. Neubaur erklärte dazu: „Eine gute Idee allein bringt noch keinen Erfolg. Sie braucht Menschen, die daran glauben und ein Umfeld, das sie trägt. Genau das haben wir in Nordrhein-Westfalen: starke regionale Ökosysteme, die aus Forschung Unternehmen machen. Und aus Unternehmen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Mehrwert für ganz NRW.“

Das Treffen fand im Rahmen des Bürgerfestes zum 80. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen statt, das am vergangenen Wochenende ein halbes Million Besucher anzog. Die beteiligten Ökosysteme bestehen aus Verbundprojekten von Hochschulen, Unternehmen und regionalen Institutionen. Die BRYCK Startup Alliance und die Gateway Factory gehören zu den zehn im Rahmen des EXIST-Leuchtturmwettbewerbs geförderten Initiativen des Bundes. Factory33 und die R-Factory zählten zu den 15 Finalisten dieses Wettbewerbs und werden unter anderem über das INTERREG-Programm gefördert. Ziel der Allianzen ist es, den Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Unternehmen zu beschleunigen.

Forderung nach langfristiger politischer Unterstützung

Rena Ronge, Vorständin der R-Factory eG, betonte die Notwendigkeit verlässlicher Rahmenbedingungen: „Stärken bündeln, um Startups und Scale-ups die besten Wachstumsbedingungen zu ermöglichen, dies eint alle vier Ökosysteme. Wir freuen uns sehr, dass wir die enorme Gründungspower aus NRW beim Landesjubiläum zeigen können: DeepTech und wissenschaftsbasiertes Gründertum haben in NRW viele Gesichter, und wir sind stärker, wenn wir sie gemeinsam sichtbar machen. Damit aus diesem Signal Substanz wird, braucht es jetzt vor allem eines: verlässliche und langfristige politische Unterstützung für die Startup-Ökosysteme, damit aus guter Forschung dauerhaft neue Unternehmen entstehen können.“

Auch die Leitungen der anderen beteiligten Netzwerke hoben das Potenzial der regionalen Vernetzung hervor. Philippa Köhnk, Managing Director der BRYCK Startup Alliance, unterstrich die Bedeutung neuer Technologieunternehmen für die Wettbewerbsfähigkeit: „Deutschland braucht eine neue Generation von Technologieunternehmen, um auch in Zukunft wirtschaftlich stark und wettbewerbsfähig zu bleiben. Nordrhein-Westfalen kann dabei zu einem entscheidenden Wachstumsmotor werden: Hier treffen Spitzenforschung und aufstrebender Unternehmergeist auf industrielle Stärke und einen Markt, in dem neue Technologien unmittelbar Anwendung finden können. Dieses Potenzial müssen wir konsequent nutzen. Mit den vier Startup-Ökosystemen zeigen wir beim NRW-Tag nicht nur, was heute schon entsteht, sondern vor allem, wohin wir gemeinsam wollen: NRW zu einem der führenden Standorte für technologiegetriebene Gründungen in Europa zu entwickeln.“

Tanja Zirnstein, Managing Director der Gateway Factory, verwies auf die bereits bestehende Kooperation der Initiativen: „Nordrhein-Westfalen hat alles, was es für erfolgreiche technologieorientierte Gründungen braucht: exzellente Forschung, starke Industrie und starke Hochschulen. Entscheidend ist, diese Potenziale noch enger zu vernetzen. Genau das tun wir bereits heute. Wir arbeiten bei gemeinsamen Formaten zusammen, unterstützen uns gegenseitig und bringen dabei die jeweiligen Stärken unserer Regionen ein. Der gemeinsame Auftritt in Münster macht sichtbar, wie viel Innovationskraft in Nordrhein-Westfalen steckt und welches Potenzial in einer engen Zusammenarbeit liegt.“

Dr. Slawa Tomin, Managing Director bei Factory33, hob die komplementären Ausrichtungen der Regionen hervor: „Was mich am NRW-Tag besonders überzeugt hat: Wir versuchen nicht, unsere Regionen über einen Kamm zu scheren. Jede von ihnen bringt eigene Stärken, eigene Netzwerke und eigene Perspektiven mit und genau das macht uns als Innovationsstandort stark. Weil wir voneinander lernen, statt uns zu kopieren, wachsen die Lösungen, die am Ende bei den Gründerinnen und Gründer ankommen. Diese Vielfalt sichtbar zu machen, war das eigentliche Signal von Münster.“

Technologie-Beispiele aus der Praxis und künftige Zusammenarbeit

Im Rahmen des Bühnenprogramms stellten ausgewählte Startups praxisnahe Anwendungen vor. Das Unternehmen NURICOS biosolutions präsentierte auf Chitosan basierende Biostimulanzien zur Reduzierung von Düngemitteln und Pestiziden. ecoro zeigte ein automatisiertes Transportsystem mit fahrerlosen Elektrofahrzeugen für Logistikprozesse. Die STEETS GmbH präsentierte eine nachrüstbare Erweiterung für Gehstützen, die eigenständig aufrecht steht.

Die vier Initiativen kündigten an, ihre Kooperation auch künftig fortzusetzen. Ziel sei es, die Wahrnehmung des Standorts Nordrhein-Westfalen gegenüber Politik, Investoren und internationalen Partnern geschlossen zu stärken.

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