Kreis Coesfeld

IHK: Weniger neue Unternehmen im Münsterland

Münsterland – Im Münsterland sind 2025 weniger Unternehmen gegründet worden als im Jahr davor. Nach 3.569 Neugründungen in 2024 registrierte die IHK Nord Westfalen im vergangenen Jahr nur noch 3.367 neue Unternehmen. Das entspricht einem Rückgang von über fünf Prozent.

Sven Wolf, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen. Foto: IHK Nord Westfalen

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Dabei zeigt sich in der Region ein unterschiedliches Bild: Während sich in der Stadt Münster die positive Entwicklung fortsetzte und die Zahl der Unternehmensgründungen gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent stieg, verzeichneten die Kreise Warendorf (minus 4,2 Prozent) und Borken (minus 2,8 Prozent) leichte Rückgänge. Deutlicher fiel der Rückgang in den Kreisen Coesfeld (minus 12,1 Prozent) und Steinfurt (minus 11,6 Prozent) aus. 

„Unternehmensgründungen gelten als Impulsgeber für die Modernisierung der Wirtschaft, da mit ihnen häufig Innovationen und neue Arbeitsplätze verbunden sind“, unterstreicht Sven Wolf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen. Er fordert deshalb: „Wir müssen Unternehmensgründungen so einfach wie möglich machen.“ Wichtig sei der Abbau bürokratischer Hürden und die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahmen zur Digitalisierung von Gründungsprozessen, wie beispielsweise die Online-Gründung in 24 Stunden. 

Stärkere Förderungen nötig

Wichtige Impulse für das Gründungsgeschehen können nach Wolfs Ansicht auch von einer stärkeren Förderung ausgehen. „Die Ausweitung der Meistergründungsprämie auf anerkannte IHK-Weiterbildungen sowie der möglichst schnelle Neustart des in der Vergangenheit sehr erfolgreichen NRW-Gründungsstipendiums können dazu beitragen, mehr Menschen für Unternehmertum zu gewinnen“, sagt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer. 

Durch Verunsicherung ausgebremst

Derzeit werde die Gründungsdynamik zudem spürbar von der weiterhin herrschenden Verunsicherung in der Wirtschaft ausgebremst, erklärt der für den Bereich Unternehmensförderung verantwortliche IHK-Experte. „Unter solchen Voraussetzungen überlegen es sich potenzielle Gründerinnen und Gründer zwei Mal, ob sie aus einer Festanstellung in eine Selbstständigkeit wechseln“, meint Wolf. 

Steigenden Zahl bei Nebenerwerbsgründungen

Dass viele Gründerinnen und Gründer derzeit eher vorsichtig agieren, unterstreicht die steigende Zahl von Nebenerwerbsgründungen im Münsterland. Sie kletterte von 6.197 im Jahr 2024 auf 6.919 im Jahr 2025. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als elf Prozent. „Für viele Menschen ist der Nebenerwerb ein niedrigschwelliger Einstieg in die Selbstständigkeit“, erläutert Wolf. Er ermögliche es, Geschäftsideen zu entwickeln und erste unternehmerische Erfahrungen zu sammeln, ohne sofort das volle wirtschaftliche Risiko tragen zu müssen. Damit behaupte der Nebenerwerb seine Rolle als stabilisierender Bestandteil des regionalen Gründungsgeschehens. Der positive Trend zu Nebenerwerbsgründungen spiegelt sich auch in der stetig wachsenden Nachfrage bei der regelmäßig stattfindenden IHK-Webinarreihe „Gründung im Nebenerwerb“ wider: Über 6.000 angehende Gründerinnen und Gründer nutzten bereits das seit 2021 bestehende Angebot. 

Neugründungen von Unternehmen im Münsterland (2025 zu 2024): 
Stadt Münster: 649 / 623
Kreis Borken: 842 / 866
Kreis Coesfeld: 458 / 521
Kreis Steinfurt: 897 /1015
Kreis Warendorf: 521 / 544 

Hinweis:
Die IHK Nord Westfalen ermittelt die Gründungszahlen jährlich auf Basis der Gewerbeanzeigen, aus denen sie nach einer in Fachkreisen gängigen Methode wirtschaftlich bedeutsame Neugründungen und beispielsweise Nebenerwerbsgründungen aus den Gewerbeanzeigen herausfiltert. 

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