Münster

Forschungsfertigung Batteriezelle FFB PreFab in Münster ist eröffnet

Münster - Der erste Bauabschnitt der Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) "PreFab" in Münster ist am Dienstagmittag offiziell eröffnet worden. Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst stellten die Hebel symbolisch um. Über dem von Bund und Land mit rund 800 Millionen Euro geförderten Projekt schweben allerdings noch Schatten. Einsparungen im Haushalt drohen die Forschung zu beeinträchtigen. Die Beteiligten warben daher für eine Fortsetzung der Forschung in Münster.

Mit großer politischer Präsenz aus Bund und Land wurde am Dienstag die FFB "PreFab" in Münster eingeweiht.

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Alles war angerichtet in Münster. Im Hansapark im Stadtteil Amelsbüren gab es Sonne satt und überall erst einmal zufriedene Mienen. Der erste, rund 6.800 Quadratmeter große Bauabschnitt der Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) ist eröffnet und zahlreiche Gäste folgten der Einladung, neben Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst auch NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, der frühere stellvertretende NRW-Ministerpräsident Andreas Pinkwardt oder auch die frühere Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek (Steinfurt), in deren Amtszeit der Zuschlag für den Standort Münster fiel.  

Der Name „PreFab" deutet an, dass hier ein Zentrum für Grundlagenforschung im Bereich Batterietechnologie entstanden ist. Künftig soll in direkter Nachbarschaft ein noch deutlich größerer zweiter Bauabschnitt errichtet werden, in dem dann auch eine industrielle Produktion möglich sein wird. 

Das „FFB PreFab“ ist also eine Musterlinie für die komplette Batteriezellproduktion im Pilotmaßstab. Zusätzlich stehen sogenannte Innovationsmodule als Erprobungsflächen zur Weiterentwicklung und Umsetzung neuer Batteriekonzepte und Fertigungsverfahren für die Industrie zur Verfügung.

Vorerst geht es also am Standort Münster darum, Batterieforschung zu betreiben, daraus konkrete Produktionswege zu ermitteln und diese dann in Pilotprojekten zu testen.

Weil die Bundesrepublik aber sparen muss, stehen künftige Investitionen in die Batterieforschung aktuell unter Vorbehalt. Während die Beteiligten am Dienstag allzu klare Worte dazu vermieden, wurde schon deutlich, dass es ganz ohne Diskussionen nicht gehen werde. 

Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger formulierte: „Auch wenn die Haushalte unter Druck geraten: Batterie ist eine Schlüsseltechnologie, daher werden wir Lösungen finden. Die Batterieforschung muss gestärkt werden, jetzt und morgen." Für die Ansage erntete sie erwartungsgemäß großen Applaus.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst schlug in die gleiche Kerbe. „Wir werben dafür, dass der Bund sich nicht aus der Finanzierung herausschleicht. Er muss zu seinen Förderzusagen stehen", betonte er. Die Bundesforschungsministerin habe die volle Unterstützung dabei, sich auch „gegen ihren Parteifreund und Finanzminister durchzusetzen". 

NRW tue als Land seinen Teil dazu. Rund 300 Millionen Euro hat das Land investiert, um den Standort Deutschland als Ganzes zu stärken. „Wir hoffen, dass wir möglichst gut aus den Verhandlungen herauskommen, die wir mit Blick auf den Haushalt führen müssen. Wir müssen Kurs halten - um auch künftig vorne zu sein bei Innovationen im industriellen Maßstab." 

Wüst betonte, dass alle Beteiligten an einem Strang zögen. „Die Region hat sich verpflichtet, das hier wird ein voller Erfolg", blickte er voraus. 

 

Alle Beteiligten hoben allerdings auch die Bedeutung der überregionalen Zusammenarbeit hervor. Münster sei ein hervorragender Standort, aber wirklich Kraft könne die Forschung nur entfachen, wenn am Standort das Wissen aus anderen Forschungszweigen gebündelt werde, hieß es. 

Bundesministerin Stark-Watzinger nannte Ulm, wo das Zentrum für Sonnenenergie u. Wasserstoff-Forschung Technologie entwickele, die dann wiederum in Münster zur Anwendung komme. 

Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, verwies unter anderem auf Universitäten in Aachen, Münster oder sogar Braunschweig, die in unterschiedlicher Weise am FFB beteiligt seien. Er gab auch zu, sich seinerzeit eher für Karlsruhe als Standort ausgesprochen zu haben. „Heute muss ich sagen: Münster ist die richtige Wahl gewesen."

Stadt Münster als Standort

Für die Stadt Münster ist die prestigeträchtige Forschungsanlage naturgemäß ein Erfolg, wie Oberbürgermeister Markus Lewe wertete. „Das ist ein ganz wichtiges Signal", so Lewe gegenüber Wirtschaft aktuell. „Wir müssen, wenn wir in Deutschland moderne Technologien beherrschen wollen, uns genau solchen Themen zuwenden. Und da gilt es nicht zu sparen, sondern draufzulegen", betonte er. Dafür werde man alle Register ziehen müssen.

Für Lewe ist das Investment in Münster auch ein Symbol für den Wandel im Münsterland und im ganzen Land NRW. Das Land stehe für Zukunft und Innovation. 

Zukunft war am Dienstag einer der am häufigsten genannten Begriffe. „Das ist erst der Anfang. Münster ist ganz entscheidend und ein Teil unserer Zukunftsstrategie", so Stark-Watzinger. Und Lewe sah das FFB PreFab als Teil eines ganz neuen Ökosystems von „Zukunftsmachern". 

 

„Herausragende Chance für Wirtschaftsregion“ 

Bei der Eröffnung der „FFB PreFab“ bezeichnete IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel die FFB „als herausragende Chance für die Wirtschaftsregion, eine führende Rolle in einer zentralen Zukunftstechnologie zu übernehmen und sich insgesamt noch stärker als Tech-Region zu positionieren“. Zusammen mit Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger, dem Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Ing. Holger Hanselka, NRW-Wirtschaftsstaatssekretärin Silke Krebs und FFB-Institutsleiter Prof. Dr. Simon Lux nahm Jaeckel am Podiumsgespräch zur Eröffnung teil. 

Damit die Innovationskraft der FFB sich voll entfalten könne, sei es angesichts der weltweit umworbenen Fachkräfte wichtig, beste Voraussetzungen für die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu schaffen. Dazu gehört laut Jaeckel neben einer auf Jahre hinaus gesicherten Finanzierung des Forschungsbetriebs beispielsweise auch die Bereitstellung von genügend Wohnraum. In der Fachwelt müsse sich herumsprechen, dass Münster beste Forschungsbedingungen biete und hier der Wille und Mut zu spüren sei, Deutschland und Europa an die Spitze der Batteriezellproduktion zu führen. 
Um weitere Unternehmen wie Green Li-ion oder Cabot in die Region zu holen, arbeitet die IHK mit vielen Partnern aus Technologie- und Wirtschaftsförderung, den Hochschulen wie auch der FFB selbst zusammen. Gemeinsam mit weiteren Akteuren aus den östlichen Niederlanden werde zudem das Profil als Technologieregion geschärft. Unter dem Label „TECH.LAND“ werden klare Forschungs- und Wirtschaftsschwerpunkte präsentiert, darunter die Batterieforschung mit der FFB als Leuchtturmprojekt. 

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