Das deutsche Maschinenbauunternehmen Flender hat in Melbourne, Australien, ein neues Werk in Betrieb genommen. Ziel der Investition ist es, die wachsende Nachfrage nach Serviceleistungen für Windkraftanlagen sowohl im Land als auch in der asiatisch-pazifischen Region zu bedienen, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Der Standort soll als zentraler Service-Hub für Australien fungieren und gleichzeitig zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes beitragen.
Der neue Standort sei speziell auf die Bedürfnisse der Windenergiebranche ausgelegt. Laut Flender ist das Werk darauf konzipiert, die Anforderungen des wachsenden australischen Windenergiemarktes zu erfüllen. Neben der Unterstützung von Windkraftinstallationen vor Ort sollen auch Kunden im asiatisch-pazifischen Raum von dort aus betreut werden.
Andreas Evertz, CEO von Flender, betonte die Bedeutung einer lokalen Serviceinfrastruktur: „Mit dem Ausbau der Windenergiekapazitäten in Australien wird die lokale Serviceinfrastruktur immer entscheidender. Dieses Werk ermöglicht es uns, unsere bewährten Service360-Lösungen mit der Geschwindigkeit und Effizienz bereitzustellen, die nur eine lokale Präsenz bieten kann.“
Größter Prüfstand für Multi-Megawatt-Antriebe
Das Werk ist mit modernen technischen Anlagen ausgestattet, darunter Australiens größter Prüfstand für Multi-Megawatt-Antriebe. Dieser soll es ermöglichen, Windkraftgetriebe unter realen Lastbedingungen zu testen. Zudem wurden Schwerlastkräne installiert, um Komponenten neuer Turbinengenerationen zu handhaben. Ergänzend dazu wurden Maßnahmen zur Optimierung der Logistik, Lagertechnik und Arbeitsabläufe umgesetzt.
Flender sieht die Investition in den Standort auch als Beitrag zur Energiewende. Kareem Emara, Managing Director von Flender Australien und Neuseeland, erklärte, dass durch die lokale Serviceinfrastruktur kürzere Reaktionszeiten und weniger Transportaufwand möglich seien. Dies reduziere die Umweltbelastung und schaffe zugleich qualifizierte Arbeitsplätze. „Mit umfassenden Servicekapazitäten vor Ort unterstützen wir nicht nur die australische Windindustrie, sondern leisten auch einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen“, so Emara.
Markenunabhängiger Service
Antti Turunen, Vice President Wind Service bei Flender, erklärte, dass der Standort auch Betreiber von Windkraftanlagen unterstützen werde, unabhängig vom Hersteller der Anlagen. Das sogenannte „Winergy Service360“-Konzept ermögliche einen markenunabhängigen Service für die gesamte Flotte eines Betreibers.
Nach Unternehmensangaben entspricht das Werk in Melbourne den benötigten Arbeitsschutz-Zertifizierungen und folgt einer Null-Unfall-Strategie. Zudem seien moderne IT- und Netzwerksicherheitsmaßnahmen integriert, um die Abläufe am Standort abzusichern.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht den Standort als wichtigen Schritt für die lokale Energiewirtschaft. „Australien hat ehrgeizige Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Lokale Servicekapazitäten wie die von Flender können dazu beitragen, diese zu erreichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken“, erklärte ein Sprecher der IHK.
Mit der Eröffnung des Werks in Melbourne will Flender auf den Ausbau der Windenergie und die Stärkung lokaler Infrastrukturen setzen, um den Anforderungen eines wachsenden Marktes gerecht zu werden.