Der Antriebshersteller Flender hat seinen neuen Standort in Brasilien offiziell in Betrieb genommen und damit die Kapazitäten für den Windenergie- und Industriesektor in Südamerika erweitert. Dieser Schritt folgt auf die Übernahme des Servicegeschäfts für Windkraftanlagen und Industriegetriebe von Wärtsilä Brasil Ltda., wie es in einer Mitteilung heißt. Die Transaktion markiert die Fortführung einer seit 2018 bestehenden Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen. Durch den Kauf der Servicewerkstatt in Cabo de Santo Agostinho, südlich von Recife, integriert Flender qualifizierte Fachkräfte aus Vertrieb, Werkstatt und Management in die eigene Organisation.
Strategische Relevanz und Marktbedingungen
Die Expansion erfolgt vor dem Hintergrund des am 1. Mai in Kraft getretenen EU-Mercosur-Handelsabkommens, das den Marktzugang in der Region erleichtert. Brasilien verfügt über eine breite Basis an Wind- und Wasserkraftanlagen, was die Nachfrage nach industriellen Serviceleistungen stabilisiert. „Die Einrichtung eines eigenen Standorts in Brasilien ist ein logischer Schritt zur Weiterentwicklung unseres Servicegeschäfts in Südamerika. Er legt den Grundstein für langfristiges Wachstum, weitere Investitionen und eine noch engere Zusammenarbeit mit unseren Kunden in der gesamten Region“, erklärt Andreas Evertz, CEO von Flender.
Infrastruktur und Kapazitäten vor Ort
Die im Jahr 2022 eröffnete Anlage umfasst über 5.000 Quadratmeter und bietet unter anderem Prüfkapazitäten für Windkraftgetriebe aktueller Leistungsklassen. Ziel ist es, durch lokal gelagerte Ersatzteile die Lieferzeiten für Kunden in der Region zu verkürzen. Das Unternehmen prüft zudem den weiteren Ausbau der Prüfstand- und Krankapazitäten, um auch die Antriebsstränge zukünftiger Anlagengenerationen warten zu können. Antti Turunen, VP Wind Service, betont die Bedeutung des lokalen Know-hows: „Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit Wärtsilä als Servicepartner verfügen wir bereits über ein etabliertes Netzwerk und ein tiefes Verständnis des brasilianischen Marktes. Auf dieser starken Grundlage bauen wir nun weiter auf.“ Die Transaktion wurde am Montag, den 18. August 2025, offiziell unterzeichnet, nachdem die brasilianische Wettbewerbsbehörde CADE die Genehmigung erteilt hatte.