Der Bestand der Kundeneinlagen belief sich im vergangenen Jahr auf 6,2 Milliarden Euro, das sind 240 Million Euro mehr als 2024. Das Wertpapiergeschäft stieg um 7,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. „Hier profitierten die Anleger von der positiven Entwicklung auf dem Aktienmarkt“, so Vorstand Matthias Entrup.
Der Kreditbestand der Volksbank Westmünsterland belief sich auf rund 3,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,6 Milliarden Euro, plus 2,8 Prozent). Hinzukommen 1,05 Milliarden Euro (plus 42 Millionen Euro) an vermittelten Förderkrediten, beispielsweise im Rahmen des Programms „NRW.Bank.Invest Zukunft“.
Das Betriebsergebnis der Volksbank sank zwar im Jahr 2025 von 56,2 Millionen Euro auf 54 Millionen Euro, aber: „Das ist nach wie vor ein gutes Ergebnis. Der leichte Rückgang war eingeplant, da er durch Sonderkosten infolge der Fusion mit der Volksbank Südmünsterland-Mitte 2024 entstanden ist“, ordnete Düerkop ein.
Ungebrochen wachsende Bürokratie
Der Vorstandsvorsitzender nutzte die Bilanzpressekonferenz auch, um die Zahlen in die wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland einzuordnen. „Die ungebrochen wachsende Bürokratie, die die EU und der deutsche Gesetzgeber durch immer mehr Regularien antreibt, macht unserer Wirtschaft zu schaffen“, betonte er. Ein Beispiel: „Der Aufwand seitens der Unternehmen, den sie für die Dokumentation ihrer Nachhaltigkeit – Stichwort ESG-Kriterien – betreiben müssen, steht in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen und zu dem, was sie in dieser Zeit wirklich für die Nachhaltigkeit hätten tun könnten.“
Dem stimmte auch Vorstand Berthold te Vrügt zu: „Das Thema Nachhaltigkeit ist nicht mehr wegzudenken, auch nicht in Krisenzeiten. Das ist völlig klar. Aber anstelle von überzogenen Berichtspflichten sollte es Entlastungen für die Unternehmen geben. Die dadurch eingesparte Zeit könnten sie sinnvoll nutzen, um zum Beispiel nachhaltige Innovationen voranzutreiben. Das könnten sie viel besser, wenn man sie einfach mal machen ließe.“ Vorstandsvorsitzender Düerkop formulierte kritisch: „Die Politik möchte Aufbruch und Unternehmertum befeuern. Dann sollte sie selbst mit gutem Beispiel vorangehen und diese Entwicklung nicht verhindern.“
Investitionstätigkeit immer noch zurückhaltend
Die allgemeine Unsicherheit und Zurückhaltung in der Wirtschaft spiegelte sich auch im Firmenkundengeschäft der Volksbank Westmünsterland wider, wie Vorstand Matthias Entrup erläuterte. Positiv sei: Die neu zugesagten Kredite stiegen 2025 deutlich um 22 Prozent von 704 Millionen Euro auf 862 Millionen Euro – davon gingen 603 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf das Konto von Unternehmen, nach 499 Millionen Euro 2024. Das Westmünsterland stehe damit im Vergleich der Regionen immer noch sehr gut da, vor allem dank der mittelständischen Struktur. Allerdings räumte Entrup ein: „Insgesamt ist die Investitionstätigkeit im Westmünsterland im Vergleich zu den Vorjahren immer noch als zurückhaltend zu bewerten.“ Unternehmen nutzen ihr Geld demnach primär, um ihre eigene Liquidität zu sichern und Eigenkapitel aufzubauen oder für Ersatzinvestitionen. Aber nicht für Zukunftsinvestitionen. Ein weiterer Treiber waren Investitionen in Erneuerbare Energien wie Windkraft. „Die Bereitschaft, Geld in die Hand zu nehmen, ist also grundsätzlich da. Aber es braucht dringend Impulse.“
Impulse hat die Volksbank Westmünsterland dafür im vergangenen Jahr übrigens selbst gegeben: Mit der Video-Kampagne „Heimatmacher“ hat die Bank Menschen und Unternehmen aus dem Westmünsterland sichtbar gemacht, ihre Geschichte und ihre Philosophie vorgestellt. „Wir wollten damit Mut und Unternehmergeist einer breiten Öffentlichkeit zeigen. Das Westmünsterland ist eine Region der Vordenker und innovativen Macher – vom Handwerker über den Einzelhandel bis zum international tätigen Industrieunternehmen“, betonte Vorstandsvorsitzender Düerkop.
Zurück zum Kreditgeschäft: Im Privatkundengeschäft gab es mehr als 940 positive entschiedene Anfragen nach Krediten, vor allem für die Baufinanzierung. 150 Millionen Euro (ein Plus von zwölf Prozent) – und damit nach eigenen Angaben überdurchschnittlich mehr als im Bundesvergleich – hat die Bank hierfür vergeben. „Wir haben eine Belebung festgestellt, was ein positives Signal ist“, erklärte Vorstand Henning Henke. Das Geld nutzten die Privatkunden vor allem für die Sanierung und Modernisierung ihrer eigenen vier Wände. „Der klassische Neubau wird weiterhin nur sehr moderat nachgefragt, obwohl der Wunsch nach Eigentum nach wie vor da ist“, wie Henke erläuterte. Als Grund dafür nannte er anhaltend hohe Baukosten und eingeschränkte Renditeperspektiven.
Te Vrügt verabschiedet sich
Für Vorstandsmitglied Berthold te Vrügt war es derweil die letzte Bilanzpressekonferenz bei der Volksbank Westmünsterland. Er scheidet auf eigenen Wunsch Ende März aus dem Vorstand aus. „Ich bin seit fast 40 Jahren bei der Volksbank tätig und es war eine sehr erfüllende, verantwortungsvolle Zeit. Ich freue mich nun auf neue Themen und werde der Volksbank, meinen Kolleginnen und Kollegen sowie unseren Kunden eng verbunden bleiben“, betonte er.