Münster

BASF verkauft Lack-Sparte an Finanzinvestor Carlyle

Münster – Der Chemiekonzern BASF verkauft seine Lack-Sparte – die BASF Coatings mit Hauptsitz in Münster – an den US-amerikanischen Finanzinvestor Carlyle aus Washington D.C.. Bei dem Deal geht es um die Geschäftseinheiten Fahrzeugserienlacke, Autoreparaturlacke und Oberflächentechnik des Konzerns. Der Unternehmenswert der Transaktion beläuft sich auf 7,7 Milliarden Euro.

BASF Coatings hat sich auf Fahrzeugserienlacke, Autoreparaturlacke und Oberflächentechnik spezialisiert. Foto: BASF SE

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Beteiligt an dem Verkauf ist auch der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority als Partner von Carlyle. Der Abschluss der Transaktion wird im zweiten Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. BASF erhält für den Verkauf rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern und wird mit 40 Prozent an dem Coatings-Geschäft beteiligt bleiben. 

BASF Coatings ist in Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien-Pazifik tätig, beliefert die Automotive-Industrie und erzielte 2024 einen Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro. Der Verkauf der Lack-Sparte ist Teil der „Winning Ways“-Strategie von BASF, diesen Geschäftsbereich als Standalone Business auszulagern. Hintergrund ist, dass die Coatings-Sparte nicht mehr zum Kerngeschäft der BASF-Gruppe gehört. 

Hauptsitz bleibt in Münster

Wie das Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilte, gebe es keine Pläne für einen Standortwechsel. Demnach bleibt Münster der Hauptsitz von BASF Coatings. „Die Transaktion ist so gestaltet, dass sie Kontinuität für Mitarbeitende und den laufenden Betrieb sicherstellt. Für unsere Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten und Partner ergeben sich durch die Transaktion zunächst keine unmittelbaren Veränderungen“, wie BASF erklärte.

Potenzial für Coatings-Geschäft

Carlyle will eng mit dem Management zusammenarbeiten und das zukünftige Wachstum des Geschäfts „durch Investitionen in kommerzielle Kompetenzen, die Innovationspipeline und Organisationsstruktur zur Stärkung der Kundenorientierung“ unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung von BASF. „Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Carlyle, dessen Branchenexpertise, Carve-out-Kompetenzen und kooperative Herangehensweise BASF Coatings für langfristigen Erfolg positionieren werden“, ist Dr. Markus Kamieth, Vorsitzender des Vorstands der BASF, überzeugt. „Indem wir eine Eigenkapitalbeteiligung halten werden, zeigen wir unser Vertrauen in die zukünftige Wertschaffung und das Potenzial des Coatings-Geschäfts. Die Leidenschaft, Expertise und Kundenorientierung unseres Coatings-Teams machen dieses Geschäft außergewöhnlich.“

„Die heute angekündigte Transaktion öffnet ein neues Kapitel voller Chancen für BASF Coatings; sie baut auf dem heutigen Erfolg auf und lässt eine noch stärkere Zukunft gestalten“, so Anup Kothari, Mitglied des Vorstands bei BASF und verantwortlich für den Unternehmensbereich Coatings.

„BASF Coatings ist außergewöhnlich aufgrund führender Technologien, einem erstklassigen Managementteam, starken Kundenbeziehungen und einer globalen Präsenz“, so Martin Sumner, Global Head of Industrials, und Tanaka Maswoswe, Partner bei Carlyle. „Wir sind überzeugt von den Chancen, unsere globale Plattform zu nutzen und so das Geschäft als etablierten unabhängigen Marktführer zu positionieren.“

„QIA freut sich, gemeinsam mit Carlyle die nächste Phase des weiteren Wachstums von BASF Coatings zu unterstützen“, sagte Mohammed Al‑Sowaidi, CEO der QIA. „Diese Investition entspricht dem Ansatz der QIA, in Branchenführer zu investieren, und belegt unser Vertrauen in die langfristige Widerstandsfähigkeit deutscher Unternehmen.“

Die Geschäftskontinuität für Kunden werde während des gesamten Prozesses sichergestellt. Arbeitnehmervertretungen werden gemäß den gesetzlichen Anforderungen und der lokalen Praxis einbezogen, wie BASF erklärte. In Münster beschäftigt BASF rund 2.400 Mitarbeitende.

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