Die Gedanken­macher

Raus aus der Zeitschleife

Fachkräftemangel und kein Ende in Sicht! Wir könnten an dieser Stelle in den Leidensgesang vieler Unternehmen einsteigen oder schlichtweg den Tatsachen ins Auge sehen und Haltung beziehen. Fakt ist: Die Babyboomer sind so gut wie weg und viele junge Menschen stellen andere Anforderungen an ein erfülltes Arbeitsleben. Was also können wir tun?

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Lasst es uns doch mal durchspielen. Sicher kennt Ihr den Kinofilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray. Stellt Euch vor, eine Unternehmerin wacht wie Bill Murray in dem Film immer wieder am selben Tag auf. Nehmen wir den 25. April
2023. Der Fachkräftemangel tobt und weil sie ja jeden Tag etwas anderes ausprobieren kann, startet sie immer wieder neue Versuche, Mitarbeitende für ihr Unternehmen zu gewinnen, um aus dieser Zeitschleife zu entkommen. Nach den ersten 238 Tagen in dieser Zeitbox glaubt sie die Lösung für den Arbeits-, Fach- und Führungskräftemangel gefunden zu haben: Sie versucht, ihre besten Mitarbeiter zu klonen. Am nächsten Morgen wacht sie auf, immer noch in der Zeitbox gefangen. Klonen funktioniert wohl nicht. Dann versucht sie es mit Beschwörungen: auch kein Erfolg. Fachkräfteentführungen: kein Erfolg. Lockversuche mit Süßigkeiten: kein Erfolg. Der 8.667. Tag bricht an, nach all den erfolglosen Versuchen beginnt sie, an sich selbst zu arbeiten. Tag für Tag ein bisschen mehr. Sie stählt ihre mentale Gesundheit, bringt sich auch physisch in Form, lernt unterschiedliche Sprachen und Kulturen kennen, geht jeden Tag mit irgendwelchen Hunden aus der Nachbarschaft spazieren und summt vor sich hin. Auf einmal ist sie mit sich selbst zufrieden und glücklich. Sie fängt an, andere Menschen in ihr Leben zu ziehen. Sie schwimmt auf einer neuen Frequenz. Sie lächelt auch mehr und nutzt ihre neuen Talente für die Gemeinschaft. Sie hilft, wo sie kann, ist vielleicht etwas verrückt und macht Dinge, die sie sonst nie tun würde: Verkleidet ins Kino gehen, einen Bus kapern und an einen See fahren – in der Zeitschleife ja alles kein Problem. Am nächsten Morgen wacht sie ja ohnehin wieder am 25. April
2023 auf als wäre nichts gewesen. Nur sie selbst wächst mit all diesen Versuchen innerlich und das wird auch nach außen sichtbar. Sie kann jetzt vieles besser nachvollziehen und gestaltet den Arbeitsalltag so, dass er gemeinsam im Team gut zu schultern ist. Eines hat sie nach 12.379 Tagen gelernt: Es sind immer Menschen, die Menschen anziehen! Und siehe da am nächsten Morgen klingelt der Wecker. Es ist der 26. April 2023. Es herrscht zwar immer noch Fachkräftemangel, aber unsere Unternehmerin hat eine Idee, wie sie sich dem stellen kann. Sie sucht die Fehler und Probleme nicht mehr woanders, sondern sie findet die Lösung in sich selbst.

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