Grenzübergreifende Zusammenarbeit

Hürden abbauen, Gemeinschaft stärken

Ralf Hilmes, Leiter Wirtschaftsförderung Landkreis Grafschaft Bentheim Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit spielt in kaum einer Region so eine große Rolle wie in der Grafschaft Bentheim. Mit der Öffnung des EU-Binnenmarkts hat die Lage an der Grenze noch einmal an Bedeutung gewonnen und beide Seiten profitieren von der gegenseitigen Zusammenarbeit. An vielen Stellen ist die grenzübergreifende Kooperation längst selbstverständlich, wie die folgenden Projekte zeigen.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

„Mit der Öffnung der Grenzen ist für Unternehmen beidseits der Grenze ein neuer Markt entstanden. Etwas Besseres hätte der Wirtschaft nicht passieren können.“ Das betont Dr. Michael Kiehl, erster Kreisrat des Landkreises, mit Blick auf die Grenzlage der Grafschaft Bentheim. „Historisch betrachtet, ist die Region sehr eng verbunden, es gibt einen starken Zusammenhalt“, verdeutlicht er. „Wirtschaftlich sind die Grafschaft und die Niederlande durch den EU-Binnenmarkt noch stärker zusammengewachsen.“ Das zeigt sich zum Beispiel im Industrie- und Gewerbegebiet Westenberg in Gildehaus: Rund 70 Prozent der dort ansässigen Unternehmen sind Niederländer, die aufgrund der guten Rahmenbedingungen nach Deutschland gekommen sind. Um Unternehmer und Bürger bei Fragen rund um den deutsch-niederländischen Arbeitsmarkt zu unterstützen, hat der grenzüberschreitende Interessenverband Euregio Grenzinfopunkte eingerichtet. „Die Infopunkte tragen sehr dazu bei, Klarheit und Rechtssicherheit für Unternehmer und Arbeitnehmer zu schaffen“, unterstreicht Ralf Hilmes, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim. Das Team der Grenzinfopunkte hilft zum Beispiel bei Anliegen zur Renten- oder Sozialversicherung.

Cross Border Talent

Talentierte Studierende mit Unternehmen aus der Region grenzübergreifend zusammenbringen – das hat sich das Projekt „Cross Border Talent“ auf die Fahnen geschrieben. Die Projektidee: Junge Menschen erarbeiten im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine Fragestellung für ein Unternehmen auf der jeweils anderen Seite der Grenze. Ein deutscher Studierender hat also die Möglichkeit, für ein niederländisches Unternehmen zu forschen und umgekehrt. Anschließend setzen die jungen Talente ihre Ergebnisse selbst in die Tat um. „Von diesem Projekt profitieren alle Beteiligten“, betont Ralf Hilmes. „Cross Border Talent fördert sowohl die Innovationskraft von Unternehmen in der Grenzregion als auch den Austausch zwischen Studierenden und Unternehmen. Außerdem haben die jungen Menschen die Chance, internationale Erfahrung zu sammeln – und das direkt vor ihrer Haustür.“ Bereits 80 „Matches“ sind über das Programm zustande gekommen. Partner des Projekts sind die Fachhochschule Osnabrück mit dem Campus Lingen, die FH Münster mit der Zweigstelle Steinfurt und die Saxion Enschede/Deventer. Der Wirtschaftsverband Emsland und die Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim sowie der niederländischer Unternehmerverband VON-NCW Midden vertreten die Seite der Unternehmen. Cross Border Talent spricht vor allem Studierende aus den Bereichen Technik, Betriebswirtschaft und Management an. Geplant ist aber, dass künftig auch junge Menschen mit Studienfächern im Bereich Marketing oder Kommunikation an dem Projekt teilnehmen können.

Kooperation in vielen Lebensbereichen

Auch in weiteren Bereichen arbeiten deutsche und niederländische Partner Hand in Hand. Zum Beispiel im grenzüberschreitenden Polizei- und Rettungsdienst: So werden im Enscheder Klinikum Medisch Spectrum Twente auch deutsche Patienten behandelt. Vor allem um schwere medizinische Notfälle kümmert sich die Klinik, die als erstklassiges medizinisches Zentrum gilt. Seit fünf Jahren gibt es außerdem eine Gewässerkooperation zwischen den Niederlanden und Deutschland. „Dort wird grenzübergreifend an den Themen Hochwasserschutz, Klimafolgenanpassung und Nährstoffversorgung gearbeitet“, betont Dr. Michael Kiehl.

Hemmnisse abbauen, Austausch fördern

Trotz der intensiven Zusammenarbeit gibt es in der euregionalen Zusammenarbeit immer noch Hürden und Hemmnisse, die weiter abgebaut werden müssen. Dazu zählen zum Beispiel Unterschiede im Steuer- und Arbeitsrecht oder in der Sozialversicherung. Außerdem gibt es kaum Menschen, die sich ohne einen familiären Hintergrund oder einen persönlichen Bezug zum Nachbarland dazu entscheiden, über die Grenze zu pendeln und dort eine Stelle anzunehmen. „Wir arbeiten täglich daran, diese Hürden abzubauen und die deutsch-niederländische Gemeinschaft weiter zu stärken“, betont Kiehl. „Denn wir können voneinander lernen und sind miteinander stärker als allein.“

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