Für Albersloh, rund 4.500 Einwohner groß, gibt es vor allem zwei große Ideen: Das Dorf noch besser an die Werse anbinden und zugleich den Ortskern stärken. Für beide Ziele wurden Pläne geschmiedet, die teilweise erledigt sind oder derzeit umgesetzt werden. Rund 650.000 Euro aus dem Bundesprogramm stehen dafür zur Verfügung.
„Wir haben beispielsweise ein Wersekonzept entwickelt“, berichtet Fühner. Dazu seien Gespräche mit Flächeneigentümern geführt worden, aber auch ein sogenanntes Reallabor, also ein Test unter echten Bedingungen, wurde durchgeführt. Ein temporärer Steg führte ein Stück über die Werse und ermöglichte ganz neue Blickwinkel. „Ein großer Erfolg“, wertet Fühner. Rund 600 Menschen hätten das Angebot genutzt. „Jetzt schauen wir, wie wir auf unsere Erfahrungen aufbauen können, was wir umsetzen können und was darüber hinaus förderfähig ist.“
Die Werse ist das eine, der Ortskern das andere Thema. Vor allem das Gelände der früheren Brennerei Heumann steht im Blickpunkt. Nach dem Abriss beginnen die Planungen für die künftige Nutzung.
Auch der Kirchplatz soll mit vergleichsweise simplen Mitteln aufgewertet werden: Die angrenzende Straße soll auf das gleiche Höhenniveau wie der Platz gebracht werden. Auf der dann ebenen Fläche ergäben sich künftig deutlich mehr Möglichkeiten für Veranstaltungen. Ein besonderer Clou in Albersloh ist der Dorfbeirat, der sich aus Vertretern verschiedener Gruppen, Kirchen, Sportvereinen und Jugendeinrichtungen zusammensetzt. Der Beirat kann über einen Fonds von rund 20.000 Euro verfügen und daraus (auch kleinteilig) Veranstaltungen, Projekte oder Anschaffungen wie Bänke unterstützen. 5.000 Euro steuert die Kommune bei, weitere 10.000 der Bund.
Mit anderen Schwerpunkten, aber einem ähnlichen Thema, geht auch Sendenhorst das Thema Stadtentwicklung an. Die Attraktivität des Zentrums soll gestärkt werden, wobei einige Maßnahmen in den vergangenen Jahren schon umgesetzt wurden. Zuletzt wurde 2023 die Promenade mit städtebaulichen Fördermitteln realisiert. Jetzt bieten sich durch den Neubau eines Begegnungszentrums in der Innenstadt, direkt neben dem Rathaus, ganz neue Möglichkeiten. Auch das benachbarte Sparkassen-Gebäude soll durch ein neues Gebäude ersetzt werden. „In diesem Bereich tut sich derzeit viel“, sagt Fühner. Verschiedene gastronomische Betriebe hätten sich neu aufgestellt, jetzt soll das Viertel als Ganzes „neu gedacht werden und zu einem starken innerstädtischen Ort mit hoher Aufenthalts- und Verweilqualität werden“, wie Fühner formuliert.
Carsten Schulte