Die lange handwerkliche Tradition des 1929 von Franz Ewering sen. in Reken gegründeten Familienunternehmens ist also buchstäblich verbrieft. Zugleich hat sich der Handwerksbetrieb seither kontinuierlich weiterentwickelt: Schon Franz Ewering jun. hatte das Unternehmen in der Fläche und im Leistungsportfolio erweitert. Sein Sohn und Nachfolger Dirk hat früh erkannt, welche Chancen im digitalen Raum liegen. Seit 2005 zeigt Ewering dort mit einem Online-Shop Flagge und Farbe. Damals hatte die Frequenz im Fachmarkt etwas abgenommen. „Ich wollte deshalb neue Wege gehen und Kunden auch online bedienen“, erklärt Dirk Ewering. Tapeten, Stuckleisten und Farben: Diese Produktgruppen seien nach wie vor die Renner im digitalen Shop. Das E-Business ist aber nur ein Teil des Portfolios, das längst über das Kerngeschäft Malen und Lackieren hinausgewachsen ist. „Wir kümmern uns um alles, was zum Haus und zum Raumambiente gehört – vom Bodenbelag über Putz-, Spachtel- und Malerarbeit bis zur Gardine und Blumenvase“, zählt der Handwerksmeister und Betriebswirt auf. Damit die passenden Informationen bei der richtigen Kundengruppe landen, hat er sogar eine Marketingabteilung aufgebaut. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 70 Mitarbeitende.
Kalk-Mamorputzwände für besseres Raumklima
Ist ein Projekt komplexer, wird bei Ewering vor dem ersten Pinselstrich gezeichnet: Eine Skizze zeigt vorab, wie am Ende alles aussieht. Der neueste Trend und Leistungsschwerpunkt bei dem Malerbetrieb zielt auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ab. „Wir verarbeiten einen natürlichen Kalk-Mamorputz”, erzählt Ewering. Diese Oberfläche kam zum Beispiel schon auf Kreuzfahrtschiffen oder im Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt zum Einsatz. Der Vorteil: Die Kalk-Mamorputzwände können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. „Sie atmen also, sodass ein angenehmes Raumklima und keine unangenehmen Gerüche entstehen“, erläutert Ewering. Bei aller Diversifikation ist sein Unternehmen dem ursprünglichen Kerngeschäft aber treu geblieben: „Oma Ernas Wohnzimmer zu tapezieren, ist bei uns immer noch Standardleistung“, betont der Geschäftsführer.
Die vierte Generation steht bei Ewering bereits in den Startlöchern: Sein Sohn Felix, als frisch gebackener Meister schon an Bord, will im April seinen Abschluss als Betriebswirt absolvieren. Auch Sohn Moritz soll im Betrieb durchstarten. Er absolviert zurzeit eine Ausbildung als Kaufmann für E-Commerce.