Reken

Jubiläum: 100 Jahre Betten Knapheide

Wie kann sich ein lokales Bettenfachgeschäft gegen Konkurrenz aus Internet und Bettendiscountern behaupten? „Durch unsere Beratung“, sagt Sarah Hüppe. Die 30-Jährige ist seit 2022 Chefin des Familienunternehmens Betten Knapheide in Reken. Das Unternehmen schaut in diesem Jahr auf eine 100-jährige Geschichte zurück und wird nun in vierter Generation von Hüppe, geb. Knapheide, geführt.

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Hüppes Vater Olaf Knapheide hatte das Geschäft 1996 selbst von seinem Vater Heinz übernommen, der wiederum 1960 in zweiter Generation eingestiegen war. Gegründet wurde der Familienbetrieb 1924 von Heinrich Knapheide. Erste Aufzeichnungen datieren die Unternehmensgründung auf den 18. März 1924. Im Rekener Ortsteil Bahnhof Reken hat sich das Unternehmen heute auf die verschiedenen Bettsysteme spezialisiert – von klassischen Betten über Boxspring- und Wasserbetten bis hin zu Tempur-Matratzen mit „Formgedächtnis“. Neben den Betten gibt es noch ein Angebot verschiedener Heimtextilien. Von langer Hand geplant war die Nachfolge allerdings nicht. Nachdem ihr Vater kürzertreten wollte und über eine Nachfolge nachdachte, war für Hüppe klar: Die Familientradition muss fortgeführt werden. Nach einer Bankausbildung und mehrjähriger Tätigkeit als Kundenberaterin ist sie Anfang 2021 als Angestellte in dem Fachgeschäft eingestiegen und das „Probejahr“ brachte ihr eine fast unerwartete Gewissheit. „Die Arbeit hier ist facettenreich, viel abwechslungsreicher als mein Bankjob. Ich bin nun für alles verantwortlich, vom Einkauf über Buchhaltung bis zum Personal“, sagt sie. Auch die Verhältnisse haben sich geändert: Hüppes Vater ist jetzt ihr Angestellter. Und Berater, wie es Hüppe formuliert. Eine Arbeitsteilung, die gut funktioniere.

Neue Hersteller, neue Kissentypen

Auf den Kopf gestellt hat die noch neue Chefin in den ersten beiden Jahren nichts, wie sie sagt. Im Grunde sei im Geschäft alles so geblieben wie zuvor, lediglich in Details gab es Veränderungen. Neue Hersteller, neue Kissentypen. „Unser Konzept funktioniert“, betont Hüppe. Und mit der Onlinekonkurrenz wolle sie sich gar nicht erst messen. „Das ist auch nicht unser Markt.“

Das bieten, was der Online-Handel nicht kann

Der Markt von Betten Knapheide speist sich aus der Umgebung. Stammkunden sind es vor allem, die den Weg in die Bahnhofstraße suchen. Diese Kunden kämen nicht nur aus Reken, sondern auch aus entfernteren Orten wie Haltern. Ihnen will Hüppe das bieten, was der Online-Handel nicht kann: individuelle Beratung, Fachkenntnis. „Das ist immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Sicher kaufen auch unsere Kunden im Online-Handel, doch viele landen irgendwann bei uns.“ Zum Markt gehört, dass das Produkt Bett mehr oder weniger ausgereift ist. Umwälzende Veränderungen biete die Branche nicht, dennoch gebe es Innovationen im Kleinen, im Material, im Aufbau der Matratzen, wie Hüppe sagt. Und weil sich der menschliche Körper im Laufe der Jahre verändere, würden auch die Bedürfnisse immer mal andere. „Wer als junger Mensch immer auf einer Kaltschaummatratze gelegen hat, braucht im Alter vielleicht etwas anderes.“ 

Um das eigene Angebot zu den Kunden zu tragen, bedarf es heute weiterer Anstrengungen, wie Hüppe erläutert. „Das Thema Marketing und Social Media wurde bei meinem Vater noch nicht forciert. Das möchte ich gerne stärken, um eine größere Reichweite zu bekommen.“ Bisher ist das noch Chefsache im überschaubaren Team aus insgesamt fünf Mitarbeitern. Das Jubiläum will Hüppe über das Jahr hinweg immer wieder mit kleineren Aktionen feiern.

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