Auf dem Gelände der alten Ziegelei hatten sich bereits ein Tiefbauunternehmen und ein Hersteller von Wandelementen in den Bestandsgebäuden niedergelassen. „Sie haben allerdings nur eine befristete Genehmigung, da es für das Areal noch kein Planungsrecht gibt, sodass auch nichts an den Bestandsgebäuden verändert werden konnte“, erklärt Olfens Wirtschaftsförderer Till Hube.
Das ändert sich jetzt mit der Aufstellung eines Bebauungsplans. Die Bestandsgebäude sollen zum Teil abgerissen werden. Das 8,2 Hektar große Areal teilt sich dann in eine Nord- und Südhälfte auf. Die Südhälfte vermarktet der ehemalige Eigentümer der Ziegelei selbst. Den nördlichen Teil – rund 4,5 Hektar – hat die Stadt Olfen erworben und bringt die Flächen jetzt an den Markt. Das Bewerbungsverfahren läuft schon, mit potenziellen Käufern ist die Verwaltung bereits in Gesprächen. Zwei kleinere Flächen sind für die beiden Vinnumer Betriebe reserviert, die dort schon ansässig sind und sich vor Ort erweitern möchten. Außerdem laufen konkrete Verhandlungen mit einem Unternehmen, das einen Großteil der Fläche erwerben möchte. 3,5 Hektar sind deshalb schon vergeben oder zumindest reserviert. Den Rest will die Stadt erstmal als Optionsfläche vorhalten, bis der Bebauungsplan rechtskräftig ist und das Areal erschlossen ist. „So können wir flexibel auf die Wünsche der Käufer eingehen. Das ist ein großer Vorteil“, betont Hube. Anfang 2027, so schätzt der Wirtschaftsförderer, könnten dann die Bauarbeiten der Unternehmen in Vinnum losgehen. „Für die Gewerbeentwicklung in Vinnum ist das ein wichtiges Pfund, weil wir Flächen in dieser Größe nicht jedes Jahr ausweisen können. Wir freuen uns, dass wir einerseits den Vinnumer Betrieben eine Perspektive zum Wachsen geben können, andererseits aber auch für Unternehmen von außerhalb spannend sind“, betont Hube.
In der letzten Phase der Vermarktung befindet sich die Stadtverwaltung indes im Gewerbegebiet Olfen-Ost II, direkt an der Bundesstraße 235 gelegen. Die Flächen sind dort fast alle vergeben, wenige Restflächen gibt es noch am Rand des Areals. Bislang unbebaute Grundstücke könnten zwei Jahre nach dem Kauf außerdem wieder an die Stadt zurückgehen und erneut vermarktet werden. „Die allgemein schwierige konjunkturelle Lage führt dazu, dass einige Unternehmen mit ihren Investitionen abwarten“, berichtet Hube.
Zumindest in den vergangenen Jahren hat sich in Olfen-Ost viel getan: „Ein guter Mix aus Handwerk und Industrie ist dort entstanden“, berichtet der Wirtschaftsförderer. So hat sich zum Beispiel das Mercedes-Autohaus Mitteldorf angesiedelt und damit seine Niederlassungen in Datteln und Lüdinghausen in einem größeren Neubau in Olfen gebündelt. Die größte Fläche mit rund 50.000 Quadratmetern hat der Antriebstechnikspezialist Kordel aus Dülmen gekauft und dort einen neuen, 15.000 Quadratmeter großen Produktionsstandort errichtet.
Perspektivisch soll es in Olfen-Ost noch einen dritten Ausbauschritt des Gewerbegebiets geben. „Wir müssen dafür erst einmal die Gespräche mit den Grundstückseigentümern führen, die Flächen sichern und Planungsrecht schaffen. Das alles braucht Zeit. Aber es ist unser erklärtes Ziel, dass wir Olfen-Ost III realisieren möchten“, gibt Hube einen Ausblick.
Erstellt von Anja Wittenberg