Olfen

Innenstadtentwicklung | „Ein einmaliges Großprojekt“

Wer durch die Innenstadt von Olfen läuft, der stellt schnell fest: Hier verändert sich gerade einiges. In die Innenstadtentwicklung ist Bewegung gekommen und auch in den kommenden Monaten werden Bagger und Co. das Stadtbild entscheidend prägen. Das Ziel: Mit einem neuen Rathaus, neuem und vor allem mehr Platz für Gastronomie sowie einem umgestalteten Marktplatz soll Olfens Zentrum belebt und zukunftssicher aufgestellt werden.

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Der erste Bauabschnitt für das neue Rathaus ist bereits abgeschlossen. Im Frühling ziehen die ersten Fachbereiche der Stadtverwaltung in den Neubau um. „Wir haben dort künftig auch endlich Platz für alle, sodass wir wieder unter einem gemeinsamen Dach zusammenarbeiten können. Aufgrund der räumlichen Engpässe im alten Gebäude mussten einige Fachbereiche zuletzt auf Nachbargebäude ausweichen“, erläutert Melanie Elett aus dem Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt bei der Stadt Olfen. Neben dem Platzmangel sei das aus den 1960er Jahren umgebaute Bestandsgebäude außerdem stark sanierungsbedürftig, weshalb sich die Kommune für einen Neubau und eine Kernsanierung entschieden hatte.  

Passend zum Altbau wurde außen heller Klinker genutzt, innen wurde mit Sichtbeton und viel Holz gearbeitet. In Sachen Energieversorgung setzt die Stadt voll und ganz auf Nachhaltigkeit: Eine Lehmkühldecke dient als natürliche Klimaanlage und hält im Sommer die Wärme ab. Eine Kühl- und Deckenheizung kühlt das Gebäude zudem im Sommer und beheizt es im Winter, sodass die Stadt auf Wandheizkörper verzichten kann.

„Es ist ein einmaliges Großprojekt für die Stadt – schließlich baut man nicht alle paar Jahre ein neues Rathaus. Daher war es uns auch wichtig, den Bau sowohl energetisch als auch funktional so zu gestalten, dass er für die nächsten Jahrzehnte passt“, betont Elett. Neben größeren, modernen Räumlichkeiten für die über 70 Mitarbeitenden der Verwaltung hat die Stadt im Neubau ein Foyer mit Platz für Veranstaltungen und eine Ausstellung für Kunst und Kultur geschaffen. Dafür bekam Olfen Fördermittel: Insgesamt flossen rund 5,3 Millionen Euro vom Land NRW in das Projekt.  

Das bisherige Rathaus soll nun in einem zweiten Bauabschnitt zum Teil abgerissen werden, ein Gebäudeteil wird außerdem kernsaniert. 2027, so schätzt Elett, könnte dann auch dieser Teil wieder bezugsfertig sein.  

Auch gegenüber vom Rathaus wird sich bald etwas tun. Dort, am Standort des ehemaligen Kinos, entsteht eine neue Gastronomie, die ganztätig geöffnet hat: das Café „heimelich“ von Bastian Döttelbeck, das er zuvor schon in Lüdinghausen betrieben hat. Den Olfener zieht es wieder zurück in seine Heimatstadt. Der Bauantrag ist in Vorbereitung, Ende des Jahres soll es losgehen. Vorher soll die Erweiterung des Aldi-Marktes um die Ecke abgeschlossen werden. „Damit wir nicht zu viele Baustellen gleichzeitig in der Innenstadt haben“, begründet Olfens Wirtschaftsförderer Till Hube. Beim Neubau kann Döttelbeck ein Wörtchen mitreden. „Wir möchten das Lokal nach seinen Bedürfnissen gestalten. Wir freuen uns sehr über die Ansiedlung. Zwar hat Olfen schon einige gute Restaurants mit internationaler Küche, aber ein Lokal, das von Frühstück über Mittagessen, Kaffee und Kuchen bis hin zum Abendessen ein ganztägiges Menü anbietet, fehlte bislang noch. Das wird die Innenstadt aufwerten“, ist Hube überzeugt. 2027 soll das „heimelich“ eröffnen. Im Obergeschoss des Gebäudes entstehen außerdem vier Seniorenwohnungen des St. Vitus-Stifts. „Die kurzen Wege in die Innenstadt zu Geschäften und Ärzten sind für ältere Menschen natürlich ideal“, betont Hube. 

Der Wirtschaftsförderer sieht die Innenstadt generell schon auf einem guten Weg, die Leerstandsquote ist gering. Das liege auch daran, dass die Stadt sich nach Möglichkeit darum bemühe, leerstehende Immobilien im Zentrum zu erwerben und dann zu vermieten. „So haben wir den Gestaltungsrahmen selbst in der Hand und können gut steuern, welche Geschäfte sich ansiedeln und vor allem, dass Leerstand gar nicht erst entsteht“, erklärt Hube. Wenn er sich noch etwas für die Innenstadt wünsche könnte, dann wären es weitere Modegeschäfte. „Wir wissen aber auch, dass es für Kommunen in unserer Größe schwer ist, größere Marken von einer Ansiedlung zu überzeugen“, ordnet Hube ein.  

Um auch den Marktplatz zu beleben, soll der Wochenmarkt einen neuen Standort auf der Kirchstraße bekommen. „So schaffen wir auf dem Marktplatz selbst mehr Platz für Außengastronomie, sodass die Menschen zum Verweilen in der Stadt eingeladen werden. Das kommt schließlich auch den Geschäften zugute“, erklärt der Wirtschaftsförderer. Noch in diesem Jahr erfolgt der Umzug des Wochenmarkts.  

Erstellt von Anja Wittenberg 

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