Drensteinfurt

Gewerbeflächenentwicklung | Geduld ist gefragt

Kaum da, schon weg: Das Gewerbe- und Industriegebiet Viehfeld in Drensteinfurt wurde schon mehrfach erweitert, zuletzt im Jahr 2020. Doch längst ist alles dicht. „Das war schon von Beginn an überzeichnet“, umschreibt Bürgermeister Carsten Grawunder die große Nachfrage nach Gewerbeflächen. Der Blick der Stadt richtete sich daher schon vor einiger Zeit auf eine Fläche nördlich der B 58. Genau diese Bundesstraße war im alten Landesentwicklungsplan noch ein Hindernis. „Wir haben hier jedoch in Gesprächen mit der Bezirksregierung Münster eine Lösung gefunden“, sagt Grawunder.

Blick ins Gewerbegebiet jenseits der Konrad-Adenauer-Straße. Foto: Carsten Schulte

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Jetzt darf die Fläche direkt gegenüber der heutigen Q1-Tankstelle an der B 58 als Bedarfsfläche ausgewiesen werden. Zu früh sollten sich Unternehmen allerdings nicht freuen: Zwar ist der neue Regionalplan beschlossen, doch nun muss die Kommune den Flächennutzungsplan anpassen, dann steht noch der Flächenerwerb an. Mit Ausschreibungen und der notwendigen Erschließung könne es noch vier, fünf Jahren dauern, ehe die ersten Projekte auf der neuen, rund fünf Hektar großen Fläche realisiert werden könnten, sagt Bürgermeister Grawunder. In Drensteinfurt und auch in den Ortsteilen Rinkerode und Walstedde gilt bis dahin wie in anderen Kommunen: Vorerst müsse man Unternehmen vertrösten und beispielsweise an die gfw Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf verweisen, die das Portal immo-waf.de für Gewerbeflächen und -immobilien betreibt, auf dem immer mal wieder Angebote zu finden seien – dann allerdings eher nicht in Drensteinfurt.  

Immerhin: Im Regionalplan wurden zwar die erhofften Siedlungsflächen zu einem Teil nicht anerkannt, die Gewerbeflächen allerdings nur minimal „geschrumpft”, wie Grawunder formuliert. Der Grund für die reduzierten Siedlungsflächen: Die Daten für die Regionalplanung stammen vom Landesbetrieb IT.NRW und dort habe man irrtümlich angenommen, es gebe in Drensteinfurt keinen Bedarf. „Dabei waren wir einfach schnell mit dem Verkauf der letzten Flächen.“ Es bestehe aber die Hoffnung, dass die Bezirksregierung der Stadt in dieser Frage noch entgegenkomme. 

In überschaubarer Größe seien derzeit nur noch Flächen auf dem ehemaligen Storck-Gelände am Bahnhof zu haben, wo zuletzt das Industrieunternehmen Merten & Storck schließen musste. Während ein großer Teil des Areals perspektivisch dem Wohnbau zugeschlagen werden soll, werden Teile der alten Produktionshallen jetzt umgenutzt, beispielsweise durch den Drogeriemarkt Rossmann.  

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