Mit fünf neuen Studiengängen soll das Portfolio an der Westfälischen Hochschule moderner und vielfältiger werden. Künftig bietet der Fachbereich Wirtschaft und Informationstechnik bei rund zwei Dritteln seiner Bachelorstudiengänge neben dem klassischen Vollzeitmodell auch duale bzw. ausbildungs-, praxis- und berufsintegrierende Varianten an. „So schaffen wir eine enge Anbindung an Unternehmen, ermöglichen wertvolle Praxiserfahrung und verbessern die Übernahmechancen nach dem Studium“, betont Prodekan Professor Dr. Urs Pietschmann. Eine zentrale Neuerung im dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre ist der durchgängig verzahnte Studienanteil, der direkt im Unternehmen stattfindet. Auch durch Praxisprojektmodule werden über die gesamte Studiendauer regelmäßige wöchentliche Tätigkeiten ins Studium integriert.
Mehrwert für Unternehmen
Regionale Unternehmen wie Autoneum aus Bocholt und Bresser aus Rhede sehen darin einen Mehrwert. „Die technisch-ökonomische Ausrichtung des Studienangebots ist für uns besonders attraktiv“, erklärt Lena Rügamer, Teamleader Apprenticeship bei Autoneum. Studierende sind vom ersten Tag an in das Unternehmen eingebunden und können so das Gelernte unmittelbar anwenden. Auch die Unternehmen profitieren von dieser Zusammenarbeit: Projekt- und Abschlussarbeiten bringen praxisnahe Impulse – eine klassische Win-win-Situation sei das. Sven Rottstegge, Controller bei Bresser, hebt hervor, dass „nach Abschluss des Studiums die Studierenden nicht nur hervorragend ausgebildet sind, sondern auch über einen enormen Erfahrungsschatz verfügen.“ Das erleichtere den Einstieg ins Berufsleben und bereite gezielt auf Führungsaufgaben vor. Die duale Studienvariante dauert in der Regel vier Jahre und führt zu einer Doppelqualifikation: einem vollwertigen akademischen Hochschul- und einem IHK-/HWK-geprüften Ausbildungsabschluss.
Julian Kutsch und Jana Goemans studieren in Kooperation mit Autoneum dual im Fach Wirtschaft und haben ihre Ausbildung als Industriekaufleute 2023 abgeschlossen. Kutsch sieht neben der Kombination aus Praxis und Theorie einen weiteren Vorteil: „Die Vergütung war für mich ein wichtiger Faktor, da sie ein gewisses Maß an finanzieller Unabhängigkeit ermöglicht.“ Goemans, die derzeit ihre Abschlussarbeit anfertigt, erklärt, dass das Zeitmanagement insbesondere in Prüfungsphasen zwar viel Eigenmotivation erfordere, jedoch gehe sie mit jedem Semester besser damit um. Beide schätzen den frühen Einblick in verschiedene Abteilungen und den Aufbau eines Netzwerks im Unternehmen.
Unterstützung durch Servicecenter
Das Servicecenter Duales Studium der Westfälischen Hochschule berät Studierende und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung dualer Programme. „Betriebe sollten einen klaren Bedarf an zukünftigen Bachelorabsolvierenden haben“, rät Robin Gibas, der das Servicezentrum duales Studium leitet. „Dual Studierende sind weder klassische Auszubildende, noch reine Studierende – ihr Einsatz im Unternehmen sollte gut geplant sein.“ Zudem sei das duale Studium ein anspruchsvolles Modell für leistungsorientierte junge Menschen mit klaren Erwartungen. „Attraktive Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven sind entscheidend, um Talente zu gewinnen“, so Gibas.