Zu Beginn starteten die Auszubildenden direkt in die erste gemeinsame Challenge. In Teams bauten sie Brücken aus Papier und stellten diese anschließend auf die Probe. Dabei waren Kreativität, Teamarbeit und Problemlösungsfähigkeit gefragt. Die Aufgabe machte spielerisch erlebbar, welche Zukunftskompetenzen auch im Berufsalltag eine wichtige Rolle spielen.
Zahlreiche Partnerinnen und Partner aus der Region machten das Azubi Welcome zu einem vielseitigen Treffpunkt. Nach der Brücken-Challenge konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst entscheiden, welche Angebote sie ausprobieren wollten. Vom Fahrsimulator über VR-Brillen, Torwandschießen und den „Heißen Draht“ bis hin zum Escape Room war für unterschiedliche Interessen etwas dabei. Workshops zu Kommunikation und Theater boten die Möglichkeit, neue Fähigkeiten auszuprobieren. Auch Versicherungen gehörten zum Programm. Alkoholfreie Cocktails und die Blow-up-Disco boten weitere Möglichkeiten, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und den Nachmittag ausklingen zu lassen.
Bundesministerin Wulf zu Gast
Auch die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Mareike Wulf nutzte den Nachmittag, um sich vor Ort ein Bild von der beruflichen Bildung in der Grafschaft Bentheim zu machen. Gemeinsam mit Landrat Uwe Fietzek und dem Team des Campus Berufliche Bildung des Landkreises Grafschaft Bentheim (CBB) besuchte sie das Azubi Welcome und zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Atmosphäre und bezeichnete die Veranstaltung als einzigartig. Eine solche Veranstaltung habe sie bisher noch nicht erlebt. Die Auszubildenden könnten sich glücklich schätzen, in einer Region zu leben, in der berufliche Bildung so vielfältig gedacht und gemeinsam gestaltet werde. Denn mit ihrer Ausbildung würden sie nicht nur ins Berufsleben starten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Zukunft und Fachkräftesicherung leisten, so Wulf.
„Wir freuen uns sehr, dass unser erstes Grafschafter Azubi Welcome so viele junge Menschen zusammengebracht hat. Unser Ziel war es, den Auszubildenden einen besonderen Start zu ermöglichen, bei dem sie sich kennenlernen, ausprobieren und erste Kontakte über den eigenen Ausbildungsbetrieb hinaus knüpfen können. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen uns, dass wir mit diesem Format genau den richtigen Raum für Austausch und Vernetzung geschaffen haben“, freut sich Ilka Maag, Projektleiterin des CBB.
Die Parlamentarische Staatssekretärin informierte sich anschließend über die Arbeit und Perspektiven des CBB. Dafür ging es mit dem „Campus on Wheels“ weiter zum LernForum, das Ende Oktober 2026 fertiggestellt werden soll. Im Mittelpunkt standen die Ziele des CBB: berufliche Bildung als gleichwertige Alternative zur akademischen Laufbahn zu stärken, lebenslanges Lernen zu ermöglichen und einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung von Schulen, Wirtschaft und Handwerk in der Grafschaft Bentheim. Projekte, die bereits mit Fördermitteln umgesetzt werden konnten, wurden ebenfalls vorgestellt. Dazu zählen beispielsweise der „Campus on Wheels“, „SprachStart VR“ sowie Projekte in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Kunststofftechnik und der Einsatz von Cobots.
Konzeption des nachhaltigen Neubaus des LernForums
Darüber hinaus wurde nicht nur über die Konzeption des nachhaltigen Neubaus des LernForums gesprochen: Bei einer kleinen Führung konnte ein Blick in die Räume geworfen werden, die bereits Gestalt annehmen. Künftig soll das LernForum Raum für selbstorganisiertes Lernen bieten. Moderne Gruppenräume, ein Beratungsraum und ein Social-Media-Raum mit Greenwall schaffen unterschiedliche Möglichkeiten zum Lernen, Arbeiten und Austauschen. „Mit dem LernForum schaffen wir einen Begegnungsort, der Bildung und regionale Vernetzung miteinander verbindet. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Lehrkräfte und Unternehmen sollen hier zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam neue Ideen für die berufliche Bildung entwickeln“, sagt Thomas Kliemt, Abteilungsleiter Schulen, Bildung und Kultur beim Landkreis Grafschaft Bentheim.
Das LernForum des CBB bildet neben den dezentralen Lernzentren und dem Innovationszentrum eine der drei Säulen der derzeit größten Bildungsmaßnahme des Landkreises. „Wir haben vor Ort bereits eine sehr starke Bildungslandschaft, die wir mit dem CBB noch weiter nach vorne bringen wollen. Mit dem CBB machen wir einen konkreten und mutigen Schritt in die Zukunft der beruflichen Bildung. Wir wollen berufliche und akademische Bildung auf Augenhöhe bringen und dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Mit dem geplanten Ausbau des Innovationszentrums wollen wir Zukunftstechnologien noch stärker in die berufliche Bildung bringen und zugleich Impulse über die Grafschaft Bentheim hinaus geben. So wollen wir zeigen, was berufliche Bildung in ländlichen Regionen leisten kann“, betont Landrat Uwe Fietzek.