Preußen Münster

zeb: „Preußen Münster ist wieder da“

Münster - Prof. Dr. Bernd Rolfes, Gründungsgesellschafter der Münsteraner Unternehmensberatung zeb, spricht im Interview über die Entwicklung der Strategie-, IT- und Managementberatung sowie über seine Verbundenheit zum SC Preußen Münster.

Prof. Dr. Bernd Rolfes, Gründungsgesellschafter zeb Foto: zeb

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Herr Prof. Dr. Rolfes, zeb beschäftigt heute mehr als 1.000 Mitarbeitende an weltweit 15 Standorten. Dreh- und Angelpunkt Ihrer Unternehmensberatung ist aber nach wie vor das Münsterland mit Ihrem Hauptsitz in Münster. Was spricht aus Ihrer Sicht für die Stadt? 

Als Beratungshaus fühlen wir uns schon allein aufgrund unserer Historie Münster verpflichtet. zeb ist 1992 als eine Art Ausgründung aus der Westfälischen Wilhelms-Universität entstanden. Seinerzeit lehrten Prof. Dr. Henner Schierenbeck und ich am Lehrstuhl für Banken und betriebliche Finanzwirtschaft. Seit jeher vertreten wir die Idee, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zu praktischem Nutzen für Unternehmen führen sollen. Dieses Prinzip haben wir mit zeb weiterverfolgt und verstetigt. Münster ist unser Gründungsstandort, von hier aus begann die Erfolgsgeschichte, die Mitarbeiter der ersten Stunde waren unsere Studenten, die heute – mehr als 30 Jahre danach – noch größtenteils zu den Erfolgsgaranten zählen. Münster ist unsere Heimat, hier fühlen wir uns verwurzelt. 

Als Unternehmensberatung für Finanzdienstleister ist die Bandbreite an Themen, mit denen Sie sich tagtäglich beschäftigen, sicherlich groß. Was sind dennoch die drängendsten Herausforderungen, mit denen sich Ihre Kunden zurzeit an Ihr Team wenden? 

Banken- und Versicherungswirtschaft stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Niedrige Zinsen, zunehmender Wettbewerb, steigende Kosten, eine sich ständig weiterentwickelnde digitale Landschaft, erhöhte regulatorische Anforderungen, der Mangel an Fachkräften, eine veränderte Kundenerwartung und eine geringer werdende Kundenloyalität machen es erforderlich, die Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und nach neuen Ertragsquellen Ausschau zu halten. Technologien wie Blockchain und KI sind zwar noch relativ neu, werden aber die Arbeitsweise von Finanzinstituten in den kommenden Jahren dramatisch beeinflussen. Unternehmen müssen neue Tools und Geschäftspraktiken einführen, um mit diesen Fortschritten Schritt zu halten. Bei zeb haben wir uns der Schaffung eines zukunftsorientierten Finanzsektors verschrieben. Wir unterstützen unsere Kunden bei diesen Herausforderungen, bei der Überwindung veralteter Systeme bis hin zu neuer Organisations- und Prozessstruktur. 

Als heimatverbundenes Unternehmen pflegen Sie auch seit Jahren engen Kontakt zum Fußball-Zweitligisten Preußen Münster. Was macht den Club aus Ihrer Sicht heute aus? 

Nach einigen Jahren der Durststrecke und in den Niederungen der Fußball-Dias­pora ist Preußen Münster – dank guter Führung und eines exzellenten Managements – heute wieder en vogue. Auch wir als Unternehmen und ich als einer der Anteilseigner innerhalb der Preußen KG konnten dazu einen Beitrag leisten. Mit dem Aufstieg aus der Regionalliga und dem direkten Durchmarsch von der 3. Liga in die Zweite Bundesliga hat der Verein in kurzer Zeit viel Ansehen und gesellschaftliche Reputation gewonnen. Mit den gefestigten Vereinsstrukturen und dem neuen Stadion, das nun endlich kommen wird, dürfte dem SCP eine erfolgreiche Zukunft bevorstehen. Preußen Münster ist wieder da. Über Münster und das Münsterland hinaus ist Preußen wieder zu einer Marke auf der deutschen Fußball-Landkarte geworden. Der Verein löst inzwischen besondere Emotionen aus, auch als wirtschaftliche Triebfeder ist der Traditionsclub ein wichtiger Faktor in Münster und dem Münsterland.   

Welche wirtschaftlichen Faktoren sind aus Ihrer Sicht entscheidend, damit sich ein Traditionsclub wie Preußen Münster nachhaltig in der 2. Fußball-Bundesliga etablieren kann? 

Fußball ist nicht nur ein Spiel, bei dem 22 Sportler einem Ball hinterherjagen. Der Sport ist für die Volkswirtschaft eines Landes ein Wachstumsmotor, der weite Kreise zieht. Von der Wertschöpfungskette der Fußball-Industrie profitieren zahlreiche Zielgruppen. Umsätze in Milliardenhöhe werden durch Lizenzen, Medien, Merchandising, Sponsoring und Ticketing generiert. Auch die Städte, die Werbebranche und Bauunternehmen profitieren von der Wirtschaftsmacht Fußball. Damit sich Preußen Münster in diesem Umfeld dauerhaft etablieren kann, bedarf es auch weiterhin einer klugen Finanzpolitik und eines guten Managements. Die Weichen sind dafür gestellt: Das neue Stadion kommt, das Image des Vereins ist positiv, die Wirtschaft in Münster und dem Münsterland agiert wohlwollend, die Akzeptanz ist überall gegeben. Förderlich dürfte es sicherlich sein, wenn Preußen Münster sich auch in der kommenden Saison in der Zweiten Bundesliga wiederfindet. Dafür drücke ich fest beide Daumen! 

Fragen: Anja Wittenberg
 

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