Bürgermeister Markus Hund begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung des persönlichen Austauschs innerhalb der lokalen Wirtschaft. Das von der Wirtschaftsförderung der Stadt Velen organisierte Unternehmerforum biete seit vielen Jahren eine Plattform, um aktuelle Herausforderungen aufzugreifen, neue Perspektiven kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen, heißt es in der Pressemitteilung der Velener Wirtschaftsförderung. „Mit unserem Unternehmerforum möchten wir nicht nur aktuelle Herausforderungen der Wirtschaft aufgreifen, sondern auch neue Denkanstöße geben und Menschen miteinander vernetzen. Gerade die Verbindung zwischen Wirtschaft und Ehrenamt zeigt, welches Potenzial in unserer Stadt steckt“, so Wirtschaftsförderin Natalie Jakubik.
Sportplatz als Trainingsfeld für die Arbeitswelt
Mit Benno Blömen, Geschäftsführer von Blömen Verkehrs- und Sicherheitstechnik in Gescher und Hauptvorstand des TuS Velen, sowie Dr.-Ing. Markus Niehaus, Unternehmer, KI-Forscher an der Westfälischen Hochschule und Jugendvorstand des TuS Velen, standen zwei Referenten auf der Bühne, die Wirtschaft, Wissenschaft und Vereinsarbeit miteinander verbinden.
Anhand anschaulicher Beispiele aus dem Jugendfußball verdeutlichten sie, dass auf dem Sportplatz weit mehr vermittelt wird als sportliche Fähigkeiten. Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen und der Umgang mit Rückschlägen gehören zu den Kompetenzen, die junge Menschen dort frühzeitig entwickeln und die später auch im Berufsleben entscheidend sind. So berichteten die Referenten von einem jungen Torwart, der bewusst ermutigt wird, sein Tor zu verlassen, eigene Entscheidungen zu treffen und dabei auch Fehler zu riskieren. Ein weiteres Beispiel zeigte, wie Jugendspieler nach verschossenen Elfmetern lernten, mit Niederlagen umzugehen und beim nächsten Mal erneut Verantwortung zu übernehmen.
Unternehmen und Vereine als Partner
Allein im Fußballbereich des TuS Velen sind mehr als 300 Kinder und Jugendliche aktiv. Rund 20 Ehrenamtliche entwickelten im Rahmen der Initiative „TuS 20.25“ eine Jugendphilosophie, die insbesondere Zuverlässigkeit, soziales Verhalten und gegenseitigen Respekt in den Mittelpunkt stellt.
Die Referenten machten deutlich, dass Vereine nicht nur Empfänger von Sponsoring sind, sondern wichtige Partner bei der Entwicklung der nächsten Generation sein können. Bereits kleine Maßnahmen wie Betriebsbesichtigungen, Praktikumsangebote, Einblicke in verschiedene Berufsfelder oder die Unterstützung von Trainerfortbildungen könnten wertvolle Verbindungen zwischen Unternehmen und Jugendlichen schaffen. Auch Auszubildende könnten als Co-Trainer frühzeitig Führungsverantwortung übernehmen. Dabei richteten Blömen und Niehaus den Blick ausdrücklich über den Sport hinaus. Auch Feuerwehr, Musik- und Kulturvereine, Schützenvereine und soziale Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.
Internationale Begegnungen und Vernetzung
Ein weiteres Thema war die geplante Reise der U19-Mannschaft des TuS Velen nach Namibia vom 14. bis 26. Juli 2027. Neben dem Fußball sollen kultureller Austausch und persönliche Entwicklung im Mittelpunkt stehen. Für das Vorhaben sucht der Verein noch Unterstützung durch Unternehmen, Sachleistungen und Kontakte. Zudem kündigten die Referenten die Veranstaltung „Verein trifft Wirtschaft“ am 4. November 2026 ab 18 Uhr im Waldstadion des TuS Velen an. Zu Gast ist der ehemalige Fußballprofi und UEFA-Cup-Sieger Ingo Anderbrügge. Im Anschluss an den Vortrag vertiefte Wirtschaftsförderin Natalie Jakubik in einer Gesprächsrunde mit den Referenten die Impulse des Abends. Auch der Stadtmarketingverein für Velen und Ramsdorf „zweieins“ stellte sich und die Möglichkeiten zur aktiven Mitarbeit in seinen Arbeitskreisen vor.
Bei einem gemeinsamen Imbiss und persönlichen Gesprächen klang das Unternehmerforum aus. „Der Abend machte deutlich, dass die Entwicklung zukünftiger Fachkräfte nicht erst mit der Ausbildung beginnt, sondern bereits dort, wo junge Menschen Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft erleben und über sich hinauswachsen“, bilanziert die Velener Wirtschaftsförderung.