Welt-Backup-Tag: „Die Cloud gewinnt mehr und mehr an Bedeutung“

Borken
Die IT-Experten Hans-Jörg Sudhaus (links) und Christian Wilhelm von CMS, Sudhaus & Partner. Fotos: RFS MediaGroup

Stadtlohn – Am heutigen Welt-Backup-Tag wird daran erinnert, wie wichtig regelmäßige Sicherheitskopien sämtlicher Daten sind – sowohl für Unternehmen als auch für jede Privatperson. Denn nicht nur durch Hackerangriffe, sondern auch durch Unachtsamkeiten, Hard- oder Software-Fehler können wertvolle Daten verloren gehen. Trotzdem gehen viele Nutzer immer noch zu sorglos mit ihrer Datensicherung um. Worauf Unternehmen in Sachen Back-ups achten sollten, erklären Geschäftsführer Hans-Jörg Sudhaus und Christian Wilhelm, Leiter Systemtechnik, von dem IT-Spezialisten CMS, Sudhaus & Partner aus Stadtlohn im Kurz-Interview.

Herr Sudhaus, Herr Wilhelm, was sind die größten Gefahren für Unternehmen, wenn kein Back-up vorliegt?
Hans-Jörg Sudhaus: Wenn wir von Back-ups sprechen, müssen wir zwischen der Archivierung von Daten und der Sicherung der Systeme unterscheiden. Können Unternehmen im Bereich Archivierung ihre Nachweis- und Aufbewahrungspflichten nicht erfüllen, drohen unter Umständen sogar Steuerschätzungen. Beim Back-up der aktuellen Daten und Systeme hingegen geht es primär um die Handlungsfähigkeit des Unternehmens und seiner Abteilungen, angefangen beim Einkauf und Verkauf, über Lager, Maschinensteuerung und Logistik, bis hin zu Gebäudetechnik, Rechnungs- und Personalwesen. Im schlimmsten Fall sind ein fehlendes Back-up und der daraus resultierende Betriebsstillstand dann existenzbedrohend, wenn zum Beispiel die komplette EDV durch eine Cyber-Attacke lahmgelegt wird. Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen sechs Monate nach einem kompletten Datenverlust gerade einmal 70 Prozent der ursprünglichen Funktionen wieder nutzen können. 40 Prozent dieser Unternehmen gehen innerhalb von drei Jahren in die Insolvenz.

Welche Daten gehören denn in eine Sicherheitskopie?
Christian Wilhelm: Grundsätzlich gehören alle Daten des operativen Betriebs in ein Back-up. Entscheidend ist die schnelle Verfügbarkeit der Daten im Fall der Fälle, also wie lange es dauert, bis die Betriebsbereitschaft wiederhergestellt ist. Dafür ist ein Sicherungskonzept wichtig: In diesem werden das Vorgehen, die Zahl der Kopien, die Standorte der Sicherungen, die Verantwortlichkeiten, die Prüfroutinen und vieles mehr beschrieben.

Wie regelmäßig sollten Unternehmen denn ein Back-up machen?
Christian Wilhelm:
Wie und in welchem Umfang Back-ups gemacht werden sollten, ist individuell von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Die einzig wahre Lösung gibt es da nicht. Unsere Empfehlung ist aber: Eine Datensicherung sollte im Rahmen der durchgängigen Back-up-Strategie möglichst täglich erfolgen. Üblicherweise werden die Daten auf einem Medium mit schnellem, direktem Zugriff – zum Beispiel einem NAS-System – gespeichert und parallel dazu bei einem anerkannten Cloud-Dienstleister gesichert. Dabei wird je nach Datenmenge zwischen einem Gesamt-Back-up, einem differenzierten Back-up und einem inkrementellen Back-up unterschieden. Auch hier gilt: Die Zeit bis zur Betriebsbereitschaft nach einer Datenrücksicherung ist entscheidend. 

Sie haben die beiden Speichermöglichkeiten – das eigene Firmennetzwerk und die Cloud-Lösung – bereits angesprochen. Welche Variante ist denn besser? 
Hans-Jörg Sudhaus: Tatsache ist, dass Unternehmen derzeit vermehrt auf Cloud-Back-up-Lösungen umstellen. Bei Cloud-Back-ups können sie die Verantwortung für die Datensicherheit an spezialisierte Anbieter abgeben. Die Programme, die das Back-up in die Cloud steuern, sind deutlich komfortabler und zuverlässiger geworden, sodass das Speichern in der Cloud attraktiver wird. Voraussetzung dafür ist eine Verschlüsselung und die Einhaltung entsprechender Datenschutz- und Compliance-Richtlinien. Darüber hinaus bieten die Anbieter von Cloud-Back-up-Systemen inzwischen auch weitere integrierte Funktionalitäten an, wie beispielsweise eine Virenkontrolle und Schutz vor Schadsoftware. Das ist ein deutliches Plus an Komfort und Sicherheit für Unternehmen. Die Cloud als Back-up-Speicherlösung gewinnt somit mehr und mehr an Bedeutung. Aber zurück zur Ursprungsfrage: Eine hybride Strategie mit Sicherungen im eigenen Haus und Sicherungen in der Cloud bietet derzeit die besten Gestaltungsmöglichkeiten.

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