Landkreis Emsland

RWE und Westfalen Gruppe errichten Wasserstoff-Tankanlage und Abfüllstation

Lingen - RWE und die Westfalen Gruppe haben mit den Arbeiten für den Bau einer Wasserstoff-Tankinfrastruktur am Gaskraftwerk in Lingen begonnen. Das geplante „H2 Filling Hub Lingen“ umfasst eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle für Nutzfahrzeuge am Haupttor des RWE Gaskraftwerks Emsland (KEM) und eine nicht öffentlich zugängliche Abfüllstation für Tankfahrzeuge.

RWE und Westfalen Gruppe errichten Wasserstoff-Tankanlage und Abfüllstation am Gaskraftwerk Emsland. Foto: RWE

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Sowohl die Tankstelle wie auch die Abfüllanlage werden den grünen Wasserstoff aus RWEs 14-Megawatt-Pilotelektrolyse in Lingen beziehen, die in Kürze ihren Betrieb aufnimmt, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Unternehmen heißt. Gerade noch Anfang Juli hatte sich die Westfalen Gruppe anlässlich der Vorstellung der Unternehmensbilanz kritisch über die zögerliche Politik im Bereich Wasserstoff geäußert - und gerade die bürokratisch aufwendigen und langwierigen Genehmigungsverfahren genannt. Jetzt gelingt am Standort Lingen immerhin ein erster Aufschlag. 
 
Die öffentliche Wasserstoff-Tankstelle richte sich an Betreiber von wasserstoffbetriebenen Lkws, Abfallsammelfahrzeugen und Bussen sowie Wasserstoffautos, heißt es weiter. Die Abfüllstation ermögliche es Unternehmen, die einen Abnahmevertrag mit RWE abschließen, ab Mitte 2025 Wasserstoff mit Tankanhängern abzuholen und zu ihren Einsatzstandorten zu transportieren. Der Verkauf erster Mengen laufe derzeit an. Interessenten könnten sich ab sofort über ein Web-Formular für die erste Wasserstoffausschreibung registrieren.
 
Dr. Sopna Sury, COO Hydrogen bei RWE Generation SE, erklärt: „Bis Unternehmen in der Region an ein Wasserstoff-Verteilnetz angebunden sind, schafft unsere Abfüllinfrastruktur eine Möglichkeit, mit der grüne Moleküle über die Straße zum Abnehmer gelangen. So machen wir grünen Wasserstoff bereits 2025 verfügbar und versetzen Unternehmen frühzeitig in die Lage, ihre Prozesse auf Wasserstoff umzustellen sowie ihre Klimaziele zu erreichen.“

Dr. Thomas Perkmann, Vorstandsvorsitzender der Westfalen Gruppe, verweist in der Mitteilung auf die Kooperation mit RWE: „Dem Rohstoff und Energieträger Wasserstoff gehört die Zukunft. Davon sind wir überzeugt. Die Wasserstoff-Tankstelle und die benachbarte Abfüllstation hier in Lingen sind nur die ersten nach außen hin sichtbaren Zeichen für die Wasserstoff-Kooperation von RWE und Westfalen."

Förderung

Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt sechs Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 18 Millionen Euro.
 
RWE und die Westfalen AG entwickeln und bauen die Anlage gemeinsam: RWE wird Eigentümerin, während Westfalen den Betrieb übernimmt. Die Anlage in Lingen ist das erste gemeinsame Vorhaben der beiden Partner. Für den weiteren Aufbau des Wasserstoff-Tankstellennetzes ausgehend von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben RWE und die Westfalen Gruppe ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen „two4H2“ gegründet.
 
Die Tankstelle kann pro Tag bis zu 500 Kilogramm Wasserstoff bereitstellen. Zum Vergleich: ein Brennstoffzellen-Lkw verbraucht bis zu 10 Kilogramm Wasserstoff auf 100 Kilometer. Die Gesamtanlage kann über 2.500 Kilogramm Wasserstoff am Tag verarbeiten.


 

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