Der Agravis-Konzern prognostiziert nach dem ersten Drittel des Geschäftsjahres 2026 das Erreichen seiner gesetzten Umsatz- und Ergebnisziele. Das Unternehmen plant mit einem Jahresumsatz von 8,1 Milliarden Euro und strebt ein Ergebnis vor Steuern von 70,2 Millionen Euro an. "Aktuell liegen wir mit einem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 13,4 Millionen Euro im Korridor unserer Erwartungen", berichtete der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler während der Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens, wie es in einer Mitteilung heißt. Über das einbehaltene Ergebnis beabsichtigt der Konzern, die Eigenkapitalquote weiter zu steigern. Köckler unterstrich vor den Aktionären in der Oldenburger EWE-Arena, dass eine stabile Eigenfinanzierung den Schutz gegen Marktrisiken erhöhe und Wachstum ermögliche.
Zwischen Ertragsoptimum und Marktanpassung
Der Konzernchef betonte, dass man weiterhin im Chancenmodus agiere, sich jedoch auf ein forderndes Tagesgeschäft einstelle. Insbesondere die Preise für Betriebsmittel seien derzeit durch die Auswirkungen des Irankrieges beeinflusst. Die positiven Preisentwicklungen bei Getreide und Ölsaaten bestätigen laut Köckler die Ausrichtung des Pflanzenbaus am Ertragsoptimum im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft. Im Bereich Mischfutter rechnet das Unternehmen mit weiteren Marktbereinigungen. Dennoch zeigt sich der Vorstandsvorsitzende überzeugt, die Marktposition durch die Expertise und das genossenschaftliche Netzwerk ausbauen zu können. In der Sparte der Raiffeisen-Märkte wird zudem auf die Verzahnung von stationärem Handel und E-Commerce gesetzt, um Kaufkraftverluste durch angepasste Sortimente auszugleichen.
Investitionsklima und neue Energieträger
Für die Landtechnik erwartet das Management im weiteren Verlauf des Jahres 2026 eine leicht abnehmende Investitionsbereitschaft bei Landmaschinen, während die Werkstattauslastung stabil bleibe. Da die internen Hausaufgaben bei Organisation und IT-Systemen erledigt seien, gelte es nun, Marktveränderungen aktiv zu nutzen, so Köckler weiter. Im Energiesegment geht der CEO davon aus, dass fossile Energieträger für Mobilität und Wärme vorerst relevant bleiben, investiert jedoch parallel in Alternativen wie Biomethan.
Erst am Mittwoch wurde in Münster ein Bio-CNG-Tankpunkt für Lastkraftwagen eröffnet. Zuvor hatte Köckler den Aktionären den Abschluss für 2025 präsentiert, bei dem ein Umsatz von 8,4 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 70,1 Millionen Euro erzielt wurde. Die Eigenkapitalquote konnte dabei auf 32,3 Prozent gesteigert werden, was den Abschluss als solide Basis für die kommenden Herausforderungen kennzeichnet.