Organisiert wurde die Berufsorientierung von Unternehmerverband, Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken, dem Metall-Arbeitgeberverband in Münster VMM sowie den beiden Hochschulen Saxion in Enschede und Westfälische Hochschule in Bocholt.
Alma Wissing und Jona Oestermann, beide Schüler in der Einführungsphase am Gymnasium Remigianum in Borken, erlebten drei betriebspraktische Tage bei Flender in Bocholt. „Von technischem Produktdesign hatte ich zuvor noch nie gehört. Jetzt weiß ich, dass in diesem Beruf Bauteile als 3D-Modell am PC entworfen werden, dann hier auch gefertigt und zum Beispiel in Getrieben eingebaut werden“, berichtete Jona. Mit den beiden studienpraktischen Tagen habe sich für ihn ein gutes Bild ergeben, wie man gleichzeitig eine Berufsausbildung und einen Studienabschluss erlange. „Und die Chance, gleich zwei Hochschulen und einen Betrieb von innen zu erleben, war wirklich super.“
Die 16-jährige Alma aus Heiden, die Mathe und Chemie als Leistungskurs wählen möchte, stimmte zu. „Mir gefiel von allen Berufen der Wirtschaftsingenieur am besten. Es wurde durch die praktische Übung an der Fertigungslinie in der Westfälischen Hochschule deutlich, was man in dem Beruf macht, welche Stärken man braucht und wie zukunftsfähig er ist.“
Großes Interesse an Sustainable Engineering and Management
Was Zukunftsberufe angeht, stellt Flender besonders großes Interesse am Studien- und Berufsfeld „Sustainable Engineering and Management“ fest, das ebenfalls an der Westfälischen Hochschule gelehrt wird. „Den Studiengang gibt es im zweiten Jahr. Wir holen uns die Studierenden durch Praxisphasen von Beginn an ins Unternehmen; sie sind schon jetzt unheimlich gefragt. Sie denken das Ingenieurwesen nachhaltig und vor allem wirtschaftlich mit und sind so sehr flexibel und ganzheitlich im Einsatz“, erläutert Ausbildungsleiter Thorsten Fahrland.
Insgesamt beschäftige Flender 208 Azubis. Ausgebildet wird in 14 Berufen, besonders Zerspanungsmechaniker seien gerade gefragt. Ausbilder Tobias Degeling schilderte, was die beiden Jugendlichen bei Flender erlebt haben: „In der IT-Anwendungsentwicklung wurde mit HTML eine Webseite programmiert. Bei einer Werksführung folgten wir dem Fertigungsprozess eines Bauteils, also vom Eingang des Rohmaterials bis zur Bereitstellung für die Montage. Highlight war ein Abschreckvorgang in der Härterei.“
Ausprobieren und Leidenschaft entdecken
Die Organisatorinnen freuen sich über die gute Resonanz bei Unternehmen und Jugendlichen. Jennifer Middelkamp vom Unternehmerverband erklärte: „Das #dop4u bietet die tolle Gelegenheit, in technische Berufe hineinzuschnuppern. Im Kontakt zu Studierenden und Professoren einerseits und zu Azubis und Ingenieuren anderseits verzahnen sich Studien- und Berufspraxis.“
Kerstin Schmitt von der Wirtschaftsförderung des Kreises Borken, die das #dop4u als vertiefte Berufs- und Studienorientierung im MINT-Bereich (zdi-BSO-MINT) organisierte, ergänzte: „Im Mittelpunkt steht, sich auszuprobieren, etwas anzufassen, Talente und natürlich auch Leidenschaften zu entdecken.“ Das bestätigte auch Schüler Jona: „Gamedesign, wie wir es in Enschede ausprobieren durften, habe ich zum ersten Mal gemacht.“
14 Unternehmen aus dem gesamten Kreis Borken haben an #dop4u teilgenommen, aus Bocholt waren es Benning, Flender, Gigaset, Reyers, Spaleck, Spaleck Oberflächentechnik und TIS.