Ginge es nach dem Willen von Bürgermeister Christian Thegelkamp, dürfte es gern etwas schneller gehen. „Siebenmeilenstiefel“ würden ihm dann und wann unterstellt, sagt Thegelkamp lächelnd. Aber man könne nicht nur immer für andere etwas tun und die eigenen Leute vergessen, so der Verwaltungschef. Gemeint ist unter anderem der Bauhof, dessen sanitäre Einrichtungen nicht mehr heutigen Standards entsprächen. „Da müssen wir dringend etwas tun.“
Weil der Fuhrpark auch mehr Platz benötigt, steht der gesamte Standort zumindest einmal zur Disposition. Weil derzeit noch unklar ist, mit welchen Kosten, aber auch Fördergeldern die Gemeinde rechnen kann, wird es wohl erst im Laufe des Jahres 2026 eine etwas deutlichere Perspektive geben.
Überhaupt ist das Geld, hier insbesondere Fördermittel, derzeit eine der größten Hürden. Zwar soll Wadersloh aus dem Infrastrukturtopf des Landes über zehn Jahre verteilt insgesamt rund 7,54 Millionen Euro erhalten, doch die genauen Rahmenbedingungen sind noch offen – daher kann das Geld noch nicht konkret verteilt oder verplant werden.
Bahnhofsvorplatz
Davon betroffen ist beispielsweise der alte Bahnhofsvorplatz im Ortsteil Diestedde. Hier fahren zwar seit langer Zeit keine Züge mehr ab und das frühere Bahnhofsgebäude wurde durch Wohnhäuser ersetzt, doch der brach liegende alte Bahnhofsplatz mitsamt eines Teilstücks der Von-Wendt-Straße direkt am Ortseingang stört viele in der Gemeinde. Mehr Aufenthaltsqualität, Bänke, Bäume, eine neue Pflasterung – eine Aufwertung des Areals ist geplant.
Solche „Multifunktionsflächen“, wie sie Gemeindesprecher Roman Sunder nennt, gibt es in Wadersloh und Liesborn bereits, jetzt soll die „Visitenkarte“ in Diestedde auch auf Vordermann gebracht werden. Dafür werden Fördermittel aus dem Programm Dorferneuerung beantragt, wie er beschreibt.
Dass der alte Bahnhofsvorplatz in den Fokus rückt, könnte irgendwann einmal doppelt nützlich sein – wenn nämlich die geplante Münsterland-S-Bahn über Sendenhorst durch Diestedde hinaus nach Lippstadt und Warstein verlängert wird. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Genau so eine Aufwertung ist auch im Klosterhof Liesborn gefragt. Die Lage dort ist anspruchsvoll, denn hier existiert ein bunter Nutzungsmix. Ein Teil gehört der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta, ein anderer Teil der politischen Gemeinde, die ihn verpachtet hat. Der Saal dient heute als Ort für Vereine und Feiern, stammt aber aus den 1970er Jahren und müsste dringend saniert werden. Vor allem die Lüftungsanlage muss erneuert werden, wie Sunder sagt.
Alle Projekte laufen unter diesem Vorbehalt – „werden aber nicht auf die lange Bank geschoben“, wie Sunder versichert.
Carsten Schulte