Dass das trotz eines gewissen Personalmangels möglich wurde, darauf ist man in der Gemeinde durchaus stolz. Nach vielen Gesprächen mit der Bezirksregierung Münster wurde in Wadersloh ein Grundschulverbund mit zwei Teilstandorten in den Ortsteilen eingerichtet. „Nur so konnten wir die Grundschulen in der gesamten Gemeinde erhalten.“
Dennoch kam mit der umfangreichen Abbildung aller Schulformen natürlich auch einiges an Arbeit auf Wadersloh zu – gerade mit Blick auf den Offenen Ganztag. „Wir haben diesen Bereich aber mit Millionenaufwand ausgebaut“, sagt Bürgermeister Christian Thegelkamp. Gerade erst im Sommer wurde nach anderthalb Jahren Bauzeit der Erweiterungsbau der OGS am Hauptstandort in Wadersloh eröffnet. Rund 900 Quadratmeter stehen jetzt zur Verfügung, insgesamt wurden hier rund 4,25 Millionen Euro verbaut. Im Ortsteil Liesborn wurde im Juni 2025 der erweiterte Grundschulstandort eingeweiht. Hier entstanden mehr als 200 Quadratmeter Fläche für einen neuen Klassenraum, ein OGS-Büro und einen Entspannungsraum. Gleichzeitig wurde ein Aufzug für Barrierefreiheit installiert.
Noch sind nicht alle Aufgaben erledigt, wie Thegelkamp beschreibt. Gerade im Bereich des Ganztagsangebotes stehen an einzelnen Standorten noch weitere bauliche Veränderungen an. Die Gemeinde prüfe, was finanziell umsetzbar ist und welche Fördermittel in Frage kommen können.
Höchste Fördersumme
Mehrere Schritte weiter ist Wadersloh beim Gymnasium Johanneum, das vom Schulverein „Gymnasium Johanneum Wadersloh“ getragen wird und das 2025 seinen 100. Geburtstag feierte. Dort habe die Gemeinde die höchste Fördersumme für ein Einzelprojekt erhalten, die im Ort je verwendet werden konnte, wie Thegelkamp weiter beschreibt. Rund eine Million Euro aus einem Sonderprogramm für Privatschulen flossen in einen MINT-Campus am Gymnasium, in dem nun die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in einem einzelnen Baukörper zusammengefasst wurden. „Dort können wir für die über 650 Schülerinnen und Schüler nun ganz andere Lernbedingungen auf Labor-Niveau ermöglichen“, so der Bürgermeister. Angenehmer Nebeneffekt: Frei werdende Räume kann die Schule nun für andere Projekte und Fächer verwenden.
Eine Besonderheit in Wadersloh: „Wir arbeiten hier grundsätzlich nicht mit Generalunternehmen, sondern realisieren alle Projekte mit unserem Team selbst. Das ist durchaus bemerkenswert“, so Thegelkamp.
Neben den Schulen stehen in Wadersloh allerdings auch die Kitas im Fokus. Viele Einrichtungen wurden zuletzt erweitert, beispielsweise die St. Antonius Kindertagesstätte in Liesborn. Hier wurden im September mobile Container durch einen Neubau mit zwei Gruppenräumen sowie Schlaf- und Waschräumen ersetzt. Bereits im Mai wurde an der DRK-Kita Wunderwelt in Wadersloh ein Anbau für zwei Gruppen übergeben. Mehr als 500 zusätzliche Quadratmeter stehen hier zur Verfügung. Die Erweiterung der Kita St. Nikolaus Diestedde soll nach einigen Verzögerungen im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen sein.
Carsten Schulte